Der Verbraucherschutz der russischen Stadt Kursk warnt vor Selfies. Durch die Handyfotos könnten Kopfläuse übertragen werden. Das hält Hautarzt Wolfgang Klee jedoch bei Erwachsenen für unwahrscheinlich.

Sarandon und Kimmel stellen Selbstporträt von 1991 nach.

Wer oft mit unterschiedlichen Menschen ein Selfie - ein meistens mit einem Mobiltelefon geknipstes Selbstporträt - aufnimmt, riskiert nach Ansicht einer Behörde in der westrussischen Stadt Kursk die Übertragung von Kopfläusen.

"Die Ursache für die Verbreitung von Läusen ist nach Meinung von Experten die Zunahme von Selfie-Fotografien", hieß es in einer Anleitung zur Läuse-Prävention auf der Internetseite des Verbraucherschutzes. Die Parasiten würden von einem Kopf auf den anderen krabbeln, wenn sich die Menschen für das Foto eng zusammenstellten.

Dieses Szenario hält Wolfgang Klee, Dermatologe aus Mainz, aber für nicht wahrscheinlich. "Dazu muss einer der Beteiligten erkrankt sein", gibt der Mediziner im Gespräch mit unserem Portal zu bedenken. Das wäre bei Erwachsenen sehr selten der Fall.

"Hauptsächlich Kindergarten- und Schulkinder sind von Kopfläusen befallen. Das geht bis in die Grundschulklassen hinein", stellt Klee fest. Die Übertragung der Parasiten geht "rasend schnell", warnt der Experte. "Es reicht, wenn man kurz die Köpfe zusammensteckt." Viele Kinder bekommen zudem im Teenie-Alter ihr erstes Handy, wie die KidsVerbraucherAnalyse 2014 feststellt. 80 Prozent der 10- bis 13-Jährigen haben demnach ein Mobiltelefon.

Für diese Gruppe gilt der Rat der Verbraucherschützer aus dem russischen Kursk tatsächlich: Achtung bei Selfies! Zuerst abklären, ob jemand Läuse hat. Nur wenn niemand der Beteiligten kleine Krabbler in den Haaren hat, ist das Köpfe-Zusammenstecken bedenkenlos.