Borussia Dortmunds Nationalspieler Mario Götze leidet unter Stoffwechselproblemen. Der Fußball-Profi muss länger pausieren, wie der BVB bestätigt. Doch was genau versteht man eigentlich unter "Stoffwechselproblemen"?

Was ist der Stoffwechsel?

Der Stoffwechsel ist eine der wichtigsten Funktionen in unserem Körper. Wie sich Zellen ernähren und erneuern, der Tag-Nacht-Rhythmus und auch unser Schlafbedürfnis werden vom Stoffwechsel geregelt.

Wenn einer müde wird, machen alle mit. Das sind die Gründe.

Auch die Körperwärme, der Säuren-Basen-Haushalt und Nahrungsaufnahme sowie Verdauung werden darüber reguliert.

Da der Stoffwechsel so viele Prozesse steuert, hat es so große Auswirkungen auf den Körper und das Wohlbefinden, wenn dieser aus dem Gleichgewicht gerät. Ist zum Beispiel die Schilddrüse gestört, kann das nicht nur Auswirkungen auf den Körper, sondern auch auf das geistige Wohlbefinden haben.

Der Stoffwechsel wird über Hormone gesteuert und reguliert. Diese werden vor allem in der Bauchspeichel- und der Schilddrüse, sowie der Nebennierenrinde und im Gehirn produziert.

Funktioniert der Stoffwechsel nicht einwandfrei, spricht man von einer Stoffwechselstörung. Diese ist die Ursache für eine Stoffwechselerkrankung.

Ursachen für die Erkrankungen

Die Ursachen für eine Stoffwechselerkrankung sind vielfältig. Er kann auch durch zahlreiche äußere und innere Einflüsse gestört werden.

Häufige Ursachen sind:

  • genetische Faktoren
  • Umwelteinflüsse
  • Lebensgewohnheiten - dazu zählen auch Übergewicht, Rauchen, mangelnde Bewegung, falsche Ernährung
  • Gifte oder Strahlungen am Arbeitsplatz

Die Diagnose ist meist recht langwierig, da die Ursachen so unterschiedlich sein können. Anzeichen einer Erkrankung können Veränderungen der Haut, verändertes Kälteempfinden, Schmerzen in den Gelenken, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen oder Haarausfall sein.

Wie sich die Erkrankung äußert, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Zumal die Symptome auch anderen Ursachen zugeordnet werden können.

Mediziner untersuchen häufig das Blut, um Hormone und andere Werte checken zu können. Dadurch lässt sich meist eine sichere Auskunft geben.

Folgen einer Erkrankung

Welche Folgen eine Stoffwechselerkrankung hat, lässt sich pauschal nicht sagen. Dabei kommt es vor allem darauf an, um welche Krankheit es sich handelt und in welchem Stadium sie entdeckt wurde.

Es gibt Stoffwechselerkrankungen, bei denen man nur die Symptome unterdrücken kann, zum Beispiel Diabetes, Schilddrüsenfehlfunktionen oder Gicht. Andere können erfolgreich geheilt werden.

Die häufigsten Erkrankungen

Die häufigste Stoffwechselerkrankung ist Diabetes Mellitus. Dabei funktioniert die Bauchspeicheldrüse nicht richtig - sie kann den Zuckerspiegel im Blut nicht regulieren, das Verhältnis der Hormone Insulin und Glucagon ist gestört.

Diabetes vom Typ II tritt meistens nach dem 40. Lebensjahr auf und wird durch eine falsche Ernährung und mangelnde Bewegung begünstigt. Anfangs treten häufig Symptome wie Heißhunger, Müdigkeit, sowie starker Durst und starker Harndrang auf.

Die Folgen von Diabetes können Sehstörungen, aber vor allem Durchblutungsstörungen sein. Dadurch kann es im Extremfall zum Absterben von Gliedmaßen, Nierenversagen, Herzinfarkte und Schlaganfälle kommen.

Auch Schilddrüsenfehlfunktionen sind sehr häufig. Die Schilddrüse liegt am vorderen Hals und steuert unter anderem die Schläge des Herzens und unsere Körpertemperatur.

Bei einer Überfunktion produziert die Drüse zu viele Hormone, was zu Unruhe, Zittern, Angst- und Hitzeanfällen sowie starker Müdigkeit und Muskelschwäche führen kann.

Bei der Schilddrüsenunterfunktion werden zu wenige Hormone produziert, was verschiedene Ursachen haben kann, etwa Jodmangel oder eine Entzündung der Drüse. Betroffene sind antriebslos, müde, frieren schnell. Zudem haben Patienten kaum Appetit, es kommt jedoch trotzdem zu einer Gewichtszunahme.

Neben den beiden gängigen Krankheiten gibt es noch seltenere Erkrankungen wie Hashimoto, eine chronische Entzündung der Schilddrüse, oder Mukoviszidose - ein Gendefekt, der dazu führt, dass Körpersekrete zähflüssiger sind als gewöhnlich. Das führt zu Atem- und Verdauungsproblemen.

Kann man Stoffwechselerkrankungen vorbeugen?

Nicht jede Stoffwechselerkrankung lässt sich komplett vermeiden. Zumal es auch viele Erkrankungen gibt, die durch genetische Defekte oder Genmutationen hervorgerufen werden, zum Beispiel Galaktosämie. Dabei befindet sich zu viel Einfachzucker im Blut. Diese Erkrankung kann nur durch eine laktosefreie Ernährung behandelt werden.

Durch eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung und Schlaf lassen sich manche Krankheiten, beispielsweise Diabetes, in vielen Fällen vorbeugen.