Tee gilt als gesund, wohltuend und förderlich bei manch gesundheitlichem Leiden. Eine Studie der Universität Peking fand nun heraus, dass zu heiß getrunkener Tee mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergeht.

Weitere Gesundheitsthemen finden Sie hier

Seit Jahrhunderten schätzen Menschen Tee aufgrund seiner wohltuenden Wirkung. Gerade der in China populäre grüne Tee gilt aufgrund seiner Polyphenole und anderer bioaktiver Substanzen als Schutz der Körperzellen vor Stress.

Jedoch gaben epidemiologische Studien in der Vergangenheit keine Hinweise darauf, dass Teetrinker seltener an Krebs erkranken. Eine neue Studie der China Kadoorie Biobank zeigt sogar Hinweise darauf, dass Teetrinker häufiger an Krebs leiden. Die Wissenschaftler stellen ihre Studie in der Fachpublikation "Annals of Internal Medicine" vor.

Für die Studie beobachteten die Forscher seit 2004 über 450.000 erwachsene Chinesen aus zehn Regionen. In der Untersuchungszeit erkrankten mehr als 1.700 Personen an Speiseröhrenkrebs.

Täglicher Teekonsum begünstigt Speiseröhrenkrebs

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass Männer, die angaben, täglich Tee zu trinken, ein leichtes, aber signifikant erhöhtes Risiko haben, an einem Plattenepithel­karzinom des Ösophagus zu erkranken. Dabei handelt es sich um einen bösartigen Tumor in der Speiseröhre.

Ein Grund für die erhöhte Krebsgefahr kann laut den Forschern die Temperatur sein, mit der der Tee getrunken wird. Heiße Getränke stehen bereits seit längerem im Verdacht, krebsfördernd zu sein. Die Internationale Agentur für Krebsforschung stufte 2016 Getränke über 65 Grad Celsius als "wahrscheinlich karzinogen" ein.

Rauchen und Alkohol erhöhen Krebsrisiko

Besonders betroffen waren der Studie zufolge Raucher und Alkoholtrinker. Raucher, die gerne Tee trinken, haben demnach ein doppelt so hohes Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken als Nichtraucher, die keinen Tee konsumieren.

Wer zusätzlich zu seinem Teekonsum noch mindestens 15 Gramm Alkohol (entspricht etwa einem Glas Wein) pro Tag zu sich nimmt, dem attestieren die Forscher ein fünffach erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs. (arg)

Krebs-Risiko kann durch falsche Arbeitszeit erhöht werden

In einer großangelegten Studie aus China sind Wissenschaftler um den Onkologen Xuelei Ma auf ein überraschendes Krebsrisiko gestoßen. Das Ergebnis: Frauen, die nachts arbeiten, erhöhen das Krebsrisiko um 19 Prozent. © ProSiebenSat.1