Angesichts der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen drängt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Kontrollen in privaten Räumen. Bei der Opposition sorgt der Vorstoß für Kopfschütteln.

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Die gemeldeten Corona-Infektionszahlen haben am Mittwoch einen neuen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Angesichts dessen fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auch Kontrollen in privaten Räumen. "Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann. Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein", sagte Lauterbach der Düsseldorfer Tageszeitung "Rheinischen Post".

"Wenn private Feiern in Wohnungen und Häusern die öffentliche Gesundheit und damit die Sicherheit gefährden, müssen die Behörden einschreiten können." Lauterbach griff in dem Zusammenhang NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an, der sich dagegen ausgesprochen hatte. "Laschet irrt, wenn er solche Superspreading-Events weiterhin tolerieren will", sagte Lauterbach.

FDP-Chef Christian Lindner kritisiert den Vorstoß als "nicht mehr verhältnismäßig". "Die Unverletzlichkeit der Wohnung ist ein "Verfassungsgebot", betont er auf Twitter. Lauterbach schlage Maßnahmen vor, "die schärfer sind als die bei der Terrorismusabwehr".

Der Linken-Abgeordnete Niema Movassat zeigt sich "entsetzt, welches Schindluder hier mit dem Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung betrieben wird". Movassat ist Sprecher für Verfassungspolitik der Linken-Fraktion im Bundestag.

Lauterbach für Wellenbrecher-Shutdown" zur Corona-Eindämmung

Im Kampf gegen die steigenden Infektionszahlen wirbt der Gesundheitsexperte für einen zweiwöchigen "Wellenbrecher-Shutdown". Dabei gehe es um ein Konzept, "bei dem man über zwei Wochen hinweg mit Ankündigung - in der Regel mit einer Woche Vorlauf - bundesweit Einrichtungen schließt: Restaurants, Bars, Kneipen, alle Kulturstätten, Fitnessstudios, Vereine. Offen bleiben aber Schulen, Kitas und essenzielle Geschäfte."

Private Treffen müssten auf ein absolutes Minimum reduziert werden. In Betrieben sollte so viel Homeoffice gemacht werden wie möglich. (mf/dpa)

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