Wie US-amerikanische Medien berichten, handelt es sich bei dem Amokläufer von Roseburg im US-Bundesstaat Oregon um den 26-jährigen Chris Harper-Mercer. Was bereits über ihn bekannt ist.

An einem College im US-Westküstenstaat Oregon wurden bei einem Amoklauf am Donnerstag zehn Menschen getötet und mindestens sieben weitere verletzt – drei davon schwer. US-amerikanische Medien berichten nun, dass es sich bei dem von Polizisten erschossenen Täter um den 26-jährigen Chris Harper-Mercer handelt.

Was ist über ihn bekannt?

Der Londoner "Guardian" berichtet, Mercer sei Brite gewesen und als Kind in die USA gekommen. Wie die Nachrichtenplattform "Buzzfeed" recherchierte, hatte der Täter dort zunächst im kalifornischen Torrance gewohnt und war dann nach Winchester in Oregon gezogen. Er soll bei seiner Mutter gelebt haben. Die Eltern waren geschieden. Der 26-jährige Amokläufer soll weder getrunken, noch geraucht haben, wie die "Bild" schreibt.

Laut "Buzzfeed" war er Student. Auf Web-Communities soll er sich als "anfänglich schüchtern, aber schnell zugänglich" charakterisiert haben. Mercers Motiv ist noch unklar. Möglicherweise hat seine Tat religiöse Hintergründe. Von sich selbst soll er laut "Buzzfeed" im Internet behauptet haben, "nicht religiös, aber spirituell" zu sein. Doch was hatte den 26-Jährigen zu seiner Tat getrieben?

"Je mehr Leute du tötest, umso mehr stehst du im Rampenlicht."

Der "Bild" zufolge soll er ein Anhänger von "Black Lives Matter" gewesen sein, einer Gruppe, die sich nach dem Tod des Teenagers Michael Brown gegründet hatte und sich gegen Polizeigewalt richtet. Brown war von einem Polizisten erschossen worden. Hat Harper-Mercers aktuelle Tat also einen politischen Hintergrund? Darüber kann im Moment nur spekuliert werden.

Ein weiteres potentielles Motiv ist Geltungssucht: Auf einem Video-Portal soll der 26-Jährige der "Bild" zufolge vor drei Tagen eine BBC-Dokumentation über das Massaker in der Sandy-Hook-Schule in Connecticut vor drei Jahren hochgeladen haben. Der damalige Täter hatte dort 27 Menschen und dann sich selbst erschossen. Harper-Mercers Kommentar dazu laut "Bild": "Mir ist aufgefallen, dass Menschen wie er allein und unbedeutend sind – und sobald sie etwas Blut vergießen die ganze Welt sie kennt."

Doch damit nicht genug: "Ein vorher Unbekannter ist jetzt bekannt, sein Foto überall im Fernsehen, jeder spricht über ihn. Es scheint: Je mehr Leute du tötest, umso mehr stehst du im Rampenlicht." Auf dem Onlineportal "MySpace" hatte Harper-Mercer ein Foto von sich gepostet, auf dem er mit einem Gewehr posiert. Bei seinen Amoklauf soll er der "Bild" zufolge drei Waffen bei sich getragen haben.

"Weil ihr Christen seid, werdet ihr Gott sehn"

Vor den Schüssen soll er Augenzeugenberichten zufolge die Opfer erst nach ihrer Religion befragt haben. Der Vater einer verletzten Studentin erzählte "CNN", der Täter habe vor den Schüssen gesagt: "Gut, weil ihr Christen seid, werdet ihr in einer Sekunde Gott sehen." Das ist ein mögliches Indiz dafür, dass der gezielt Christen im Fokus hatte.

Einsatzkräfte hatten den Amokläufer noch am Tatort erschossen. Die tragische Bilanz des Amoklaufs: Nun Todesopfer, dazu der erschossene Täter. Auf Seiten der Einsatzkräfte wurde niemand verletzt.