Der Schock sitzt tief, die Frage nach dem Warum ist mittlerweile geklärt. Sechs Teenager verstarben am vergangenen Wochenende im bayerischen Arnstein an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Wir fassen für Sie alle Fakten zusammen.

Sie wollten einen Geburtstag feiern, Stunden später sind sie tot. Fünf Männer und eine Frau im Alter zwischen 18 und 19 Jahren wurden in der Nacht von Samstag auf Sonntag im bayerischen Arnstein jäh aus dem Leben gerissen. Mittlerweile gibt es auch das Ergebnis der Obduktion: Sie starben an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung.

Die Teenager feierten in einer Gartenlaube den Geburtstag der 18-jährigen Rebecca. Mit dabei war auch Rebeccas Bruder Florian (19). Der Vater des Geschwisterpaares entdeckte die Leichen seiner beiden Kinder sowie der vier weiteren Teenager am nächsten Tag gegen 11:00 Uhr in dem kleinen Häuschen. Er hatte sich Sorgen gemacht, weil er von seinen Kindern nach der Feier nichts gehört hatte.

Die Leichen wurden seit Montag obduziert. Weitere Ermittlungen laufen parallel weiter, wie Staatsanwalt Thorsten Seebach zuvor im Gespräch mit unserer Redaktion sagte. Es würden "umfangreiche rechtsmedizinische Untersuchungen, u.a. auch die Obduktionen, durchgeführt". Bei der Obduktion wird das Blut der Opfer auch "auf etwaige körperfremde Stoffe" untersucht.

Wie die "Bild"-Zeitung aus Polizei-Kreisen erfahren haben will, sollen Ermittler bei der Begehung der Gartenlaube Drogen gefunden haben. Seebach wollte sich dazu bei uns nicht äußern: "Die Ermittlungen dauern an. Zu etwaigen Funden in dem Gartenhaus werden derzeit keine Angaben gemacht", sagt der Staatsanwalt.

Wahrscheinlichste Theorie bestätigt sich

Schon kurz nach Beginn der Ermittlungen galt es am wahrscheinlichsten, dass die jungen Menschen durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung ums Leben kamen. "Im Haus befand sich ein Holzofen, der auch eingeschürt wurde", hatte ein Polizeisprecher am Tatort der "Bild"-Zeitung gesagt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag herrschten in Arnstein Temperaturen im zweistelligen Minusbereich.

Möglicherweise strömte durch einen Defekt das giftige und geruchlose Gas aus, das die Jugendlichen in Ohnmacht fielen ließ und woran die Opfer letztlich erstickten. Am Sonntag trugen Kriminaltechniker Beweismittel aus der Gartenlaube, laut "Bild"-Zeitung war darunter offenbar auch ein Ofenrohr.