Der Absturz des russischen A321 auf dem Sinai in Ägypten wirft viele Fragen zur Ursache auf. Knapp eine halbe Stunde nach dem Start in Sharm El-Sheikh verschwand Flug 7K9268 auf seinem Weg nach St-Petersburg vom Radar. Bei dem Flugzeugabsturz kamen alle 224 Insassen ums Leben.

Den ersten der beiden Flugdatenschreiber, die sogenannten "Black Boxes", hatten Einsatzkräfte des ägyptischen Militärs bereits kurz nach der Ankunft an der Absturzstelle entdeckt. Die Geräte sollen helfen, den Absturzhergang zu rekonstruieren.

Bis Experten aus diesen Daten Antworten liefern können, häufen sich die Theorien über die Absturzursache. Aktuell wird von einem mechanischen Defekt ausgegangen. Bisherige Spekulationen berücksichtigen allerdings auch einen Abschuss durch die Terrormiliz IS.

Diese möglichen Szenarien rund um die Absturzursache werden diskutiert:


Gab es einen mechanischen Defekt?

Neuesten Berichten zufolge liegt die Unglücksursache in einem mechanischen Defekt. Demnach schließt die Fluggesellschaft einen technischen Defekt aus. Vielmehr sollen mechanische Einwirkungen von Außen zum Absturz geführt haben. Das russische Newsportal "ria.ru" bestätigt, dass beide Triebwerke am 26. Oktober nach einem Test in einwandfreiem Zustand waren.

Brach die Maschine in der Luft auseinander?

Moskauer Behörden vermuten, dass das Flugzeug bereits in der Luft auseinandergebrochen ist. Dafür spricht auch das Bild an der Absturzstelle, wo die Trümmerteile über ein sehr großes Gebiet verstreut sind. Dennoch sei es zu früh, um daraus konkrete Schlüsse zu ziehen, so die russische Nachrichtenagentur "RIA-Nowosti".

Ein Anschlag der Terrormiliz IS?

Am Samstag hatte der ägyptische Ableger der Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) über eine Internetbotschaft behauptet, die Maschine abgeschossen zu haben. Zum Zeitpunkt des Absturzes war der A312 jedoch schon auf 9.000 Meter Höhe gestiegen, was gegen den Abschuss durch eine reguläre Boden-Luft-Rakete spricht.

Der russische Militärexperte Igor Korotschenko sagte, für den Abschuss einer Maschine in rund 10.000 Metern Höhe verfüge der IS wohl nicht über die nötigen Waffen. "Was höher fliegt als etwa 4.500 Meter, ist für sie ziemlich sicher nicht erreichbar", erläuterte er. Dennoch ist das Flugzeug auf dem Sinai in einer Unruhe-Region zerschellt, in der auch Anhänger des IS operieren.

Was war da mit dem Unfall im November 2001?

Aus Datenbanken geht hervor, dass es im November 2001 in Kairo zu einem Zwischenfall mit dem Airbus A321 gekommen war. "Welt.de" berichtet von einem sogenannten "Tailstrike". Dabei schleift der Rumpf des Flugzeuges während der Landung über die Landebahn.

Zwar wurde die Maschine danach repariert, doch bei nachlässigen Ausbesserungen könnten Schwachstellen übersehen worden sein. Im Jahr 2002 wurden 225 Menschen Opfer einer solchen unsachgemäßen Reparatur. Damals stürzte eine Boeing 747 von China Airlines ab – 22 Jahre nach einem "Tailstrike".

Wie reagieren Fluganbieter auf das Unglück?

Bis die Absturzursache endgültig geklärt ist, umfliegen verschiedene Airlines den Luftraum über der Halbinsel Sinai - so etwa Lufthansa, Emirates und Air France.