Der Kopenhagener Zoo ist in der Vergangenheit mit irritierenden Aktionen in die Kritik geraten. So wurde etwa eine kerngesunde Giraffe geschlachtet und an Löwen verfüttert. Ebenso fielen gesunde Löwen dem Zuchtprogramm des Zoos zum Opfer. Nun droht neuer Ärger.

Der Schock war groß, als der Kopenhagener Zoo im Jahr 2014 Giraffe Marius tötete und an Raubtiere verfütterte. Damit wollte man in einem Zuchtprogramm die genetische Vielfalt erhalten.

Das Vorgehen sorgte bereits im Vorfeld für massive Kritik – konnte dem jungen Bullen allerdings nicht das Leben retten. Wenig später wurden auch vier Löwen Opfer des Zuchtprogramms – was für noch mehr Hysterie sorgte.

Zwei Jahre später steht der Kopenhagener Zoo erneut in der Kritik. Nach Berichten dänischer, englischer und russischer Medien soll der Zoo seine Besucher dazu eingeladen haben, Kleintiere abzugeben – um diese an Raubtiere zu verfüttern. Kleinere Nagetiere wie Hamster oder Meerschweinchen werden in der Regel als Lebendfutter an Löwen oder Tiger verfüttert, schreiben die Zeitungen.

Der TV-Sender TV2 Lorry berichtet unter anderem, dass im Monat fünf bis sechs Nagetiere aufgenommen würden und zitiert die Zoo-Mitarbeiterin Anne-Sophie Eller: "Es ist gut, wenn die Tiere etwas Abwechslung bekommen". Hunde und Katzen seien aber nicht erlaubt, da diese nicht zum natürlichen Nahrungsangebot der Raubtiere passen.

Nur: Ganz so stimmt die Geschichte offenbar nicht. Wie uns der Zoo auf Nachfrage mitteilte, wird in den Medien fälschlicherweise von Haustieren berichtet. Es handele sich allerdings ausschließlich um Kaninchen. Außerdem würden diese nicht lebend verfüttert, wie es einige Medien behaupten.

Ein Zoo-Sprecher teilte unserer Redaktion mit, dass der Zoo "in den letzten sechs Monaten drei bis vier Kaninchen" erhalten habe. Diese seien tot an Raubtiere verfüttert worden. Da es sich in der Praxis um einen sehr bürokratischen Aufwand handele, nehme man nun wieder Abstand von dieser Praxis.

(fab)

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