An einem Gegenstand nahe der sterblichen Überreste der 2001 verschwundenen Peggy wurden DNA-Spuren des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden. Das bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft in Oberfranken. Zuvor hatten die "Bild" und "Spiegel Online" darüber berichtet.

Im Mai 2001 verschwand die damals neunjährige Peggy im oberfränkischen Lichtenberg spurlos. Ein Pilzsammler entdeckte Teile ihres Skeletts im Sommer 2016 in einem Waldstück nahe der bayerischen Stadt.

Nie war bisher eine Verbindung zu der Mordserie der NSU-Terrorgruppe gezogen worden. Uwe Böhnhardt hatte sich mit seinem Komplizen Uwe Mundlos im Sommer 2011 das Leben genommen. In München läuft seit mehr als drei Jahren der Prozess gegen Beate Zschäpe - als einzige Überlebende des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds.

Polizei und Staatsanwaltschaft veröffentlichten am Abend folgende Erklärung zu den Ermittlungen:

"Im Juli 2016 wurde die Leiche der Peggy K. im südlichen Thüringen aufgefunden. Im Rahmen der Spurensuche am Fundort wurden zahlreiche Spurenträger sichergestellt und werden derzeit untersucht. Hierbei wurde jetzt DNA festgestellt, die Uwe Böhnhardt zuzuordnen ist.

In welchem Zusammenhang diese DNA-Spur gesetzt wurde, wo sie entstanden ist und ob sie in Verbindung mit dem Tod von Peggy K. steht, bedarf weiterer umfassender Ermittlungen in alle Richtungen, die derzeit geführt werden und ganz am Anfang stehen.

Neben dem Generalbundesanwalt sind auch das Bundeskriminalamt, das bayerische Landeskriminalamt und die thüringische Polizei über die neuen Erkenntnisse unterrichtet worden und sind in die Ermittlungen eingebunden. Weitere Informationen können derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht erteilt werden."

(fte/dpa)