Die Prognosen für die kommenden Tage machen Hoffnung auf eine Entspannung der Hochwasserlage. Das Ende des Dauerregens ist endlich in Sicht. Hoch Sabine bringt in den nächsten Tagen viel Sonnenschein und spürbar steigende Temperaturen.

Die Hochwasserlage ist im Norden Deutschlands immer noch dramatisch. Die Überschwemmungen legen nach wie vor zahlreiche Verkehrsverbindungen lahm. In zunehmendem Maße ist jetzt auch der Bahnverkehr betroffen. Wir informieren Sie über die aktuelle Lage auf Autobahnen und Schienen.

Von Dienstag bis einschließlich Mittwoch gibt es nördlich des Mains kaum noch Schauer. Nur im Süden können sich nachmittags einzelne teils kräftige Gewitter bilden. Dort muss man lokal mit Starkregen rechnen, der kleine Bäche schnell zum Anschwellen bringen kann.

Erstes Sommer-Wochenende

Die Temperaturen steigen in den nächsten Tagen langsam an. Am Dienstag und Mittwoch erreicht das Thermometer 17 bis 23 Grad Celsius. Von Donnerstag bis Sonntag wird es kontinuierlich wärmer. Am kommenden Wochenende klettern die Temperaturen auf über 22 bis 28 Grad. Mit sieben bis zwölf Sonnenstunden gibt es vielerorts Sonne satt.

Zwischenbilanz der Flut

Das Ausmaß des Hochwassers scheint die offiziellen Behörden überrascht zu haben. Im Vorfeld war meist nur von "steigenden Pegeln" die Rede, so könne in Passau beispielsweise die 9-Meter-Marke erreicht werden, hieß es. Erst spät wurden Krisenstäbe gebildet. Am Montagvormittag überschritt die Donau den Pegelstand von 12,20 Metern und hat damit die Marke der historischen Flut von 1954 überboten.

Auch zahlreiche Seen sind wie eine übervolle Badewanne übergelaufen. Der Chiemsee hat die Bundesautobahn A8 überschwemmt, der Tegernsee hat weite Teile des gleichnamigen Ortes geflutet. Auch hier wurde ein Rekordhöchststand erreicht, der so noch nie gemessen wurde.

In einigen Regionen im südlichen Bayern fielen vom vergangenen Donnerstag bis in die Nacht zum Montag hinein fast 400 Liter Regen pro Quadratmeter. "Das sind in der Tat fast schon unvorstellbare Mengen für unsere Breiten. Zum Vergleich: Der jährliche Gesamtniederschlag liegt in Südbayern bei rund 1.000 Liter pro Quadratmeter. Damit fielen 40 Prozent des gesamten Jahresniederschlags in der Region in weniger als vier Tagen. Das war meteorologisch gesehen der Super-Gau und für die Flüsse und Bäche deutlich zu viel", erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Lage bleibt angespannt

In Südbayern hat sich der Regen mittlerweile gelegt. Dafür regnet es derzeit noch von Sachsen bis Nordbayern. Dort ist die Hochwasserlage weiter angespannt. Durch den neuen Regen in der vergangenen Nacht steigen die Pegel stellenweise wieder an. Das Hochwasser bleibt wohl noch die gesamte kommende Woche bestehen. Am Oberlauf der Elbe rollt eine große Hochwasserwelle heran, die sich langsam flussabwärts bewegt.

Juni-Trend: warm, aber wechselhaft

Der Monat geht den aktuellen Trends zufolge weiterhin warm weiter. Es wird aber nicht durchgängig trocken und schön. Besonders im Süden und Osten zeigt sich der Monat häufig recht wechselhaft mit teils kräftigen Schauern und Gewittern. (ake)