Es ist ein schrecklicher Verdacht: Bei einer Razzia in New Mexico gefundene Kinder sollen von einem ihrer Entführer gezielt für das Verüben von Schulmassakern trainiert worden sein. Die insgesamt zwei Männer und drei Frauen hielten die 1- bis 15-Jährigen in einem abgelegenen Versteck gefangen. Die Polizei zeigt sich schockiert über den Zustand der Kinder.

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Im US-Bundesstaat New Mexico könnte ein mutmaßlicher Kindesentführer Medienberichten zufolge Kinder für Schulmassaker ausgebildet haben.

Die Behörden gingen diesem Verdacht nach, hieß es in regionalen Medien. Der örtliche Sender KOB4 berichtete, der Verdacht gehe aus Unterlagen des Gerichts in der Gemeinde Taos hervor.

Die Pflegemutter eines der befreiten Kinder habe angegeben, einer der Festgenommenen, dessen Name von den Behörden mit Siraj Ibn Wahhaj angegeben wird, habe "das Kind im Umgang mit einem Sturmgewehr zur Vorbereitung für künftige Schulschießereien trainiert".

Bei einem der Festgenommenen handelt es sich um den Imam-Sohn Siraj Ibn Wahhaj aus Georgia.

Der Mann, bei dem es sich laut der "New York Times" um den Sohn eines Imams aus Brooklyn handelt, stelle eine "große Gefahr für die auf dem Grundstück gefundenen Kinder sowie für die Allgemeinheit als Ganzes dar", heißt es in der Akte der Staatsanwaltschaft.

Bei einer Razzia auf einem Grundstück nördlich von Taos hatte die Polizei am vergangenen Freitag elf verwahrloste und hungernde Kinder zwischen einem und 15 Jahren entdeckt. Fünf Menschen wurden festgenommen.

Bei den Festgenommenen habe es sich neben Wahhaj noch um einen weiteren Mann und drei Frauen gehandelt. Die Frauen seien womöglich die Mütter der Kinder, bei allen Festgenommenen handelt es sich den Berichten zufolge um Mitglieder einer Familie.

Den Beschuldigten wird Kindesmissbrauch vorgeworfen. Der Richter ordnete an, dass die fünf Verdächtigen in Haft bleiben müssen. Eine weitere Anhörung wurde für Montag angesetzt, wie der Sender CNN berichtete.

Siraj Ibn Wahhaj wurde wegen der Entführung seines drei Jahre alten Sohnes im Dezember gesucht. Der kleine Junge litt nach Angaben seiner Mutter gegenüber Lokalmedien an einer Gehirnerkrankung.

Auf dem Gelände sei die Leiche eines Kindes gefunden worden. Dabei handelt es sich mutmaßlich um den Sohn, die Identifizierung läuft aber noch.

Tunnel und Stolperfallen mit Nägeln

Taos' Bezirkssheriff Jerry Hogrefe beschrieb die furchtbaren Umstände, unter denen die Kinder leben mussten. "Die einzigen Lebensmittel, die wir sahen, waren ein paar Kartoffeln und eine Kiste mit Reis in einem dreckigen Wohnwagen", sagte der Sheriff.

"Aber am überraschendsten und herzzerreißendsten war, als das Team insgesamt fünf Erwachsene und elf Kinder fand, die aussahen wie Flüchtlinge aus einem Dritte-Welt-Land, nicht nur ohne Essen oder Trinkwasser, sondern auch ohne Schuhe, schmutzig und mit dreckigen Lumpen als Kleidung."

Auf dem Grundstück gab es den Beschreibungen zufolge Tunnel, Stolperfallen mit herausstehenden Nägeln und Glassplittern sowie Barrikaden aus alten Autoreifen. (szu/dpa/afp)

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