Wale als touristische Attraktion ja. Walfang nein. So lässt sich die Neuorientierung der Internationalen Walfangkommission zusammenfassen.

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Die Internationale Walfangkommission (IWC) hat eine Neuorientierung von der Jagdkontrolle zum Schutz der Meeressäugetiere angebahnt. Die IWC hat am Donnerstag in diesem Sinn die sogenannte "Florianópolis-Deklaration" mit 40 gegen 27 Stimmen angenommen und sich somit zu einer Neuausrichtung der 72 Jahre alten Institution bekannt.

Die von Brasilien vorgetragene Initiative wurde von der Europäischen Union mitgetragen. Einige Befürworter des Walschutzes wie die Schweiz und Südafrika enthielten sich.

Umfassender Schutz der weltweiten Walbestände

Ziel der Deklaration ist der umfassende Schutz der weltweiten Walbestände, so dass sich diese auf den Status der Zeit vorindustrieller Bejagung erholen können. Ökonomische Nutzung von Walbeständen soll ausschließlich in dem touristisch ausgerichteten "Whale-Watching" möglich sein.

"Statt der archaischen und völlig unnötigen Jagd auf Wale soll nun der Schutz und die friedliche und rein touristische Nutzung dieser Tiere im Mittelpunkt der Bemühungen stehen", erklärte Nicolas Entrup von der Meeresschutzorganisation OceanCare.

Japan hat sich der Deklaration widersetzt und die Wiedereinführung des kommerziellen Walfangs vorgeschlagen. Über die Aufhebung des 1986 beschlossenen Moratoriums der Waljagd muss noch abgestimmt werden.

Die japanische Delegation hat die Umwandlung der IWC hart kritisiert. "Die IWC hat sich in eine intolerante Organisation umgewandelt, die keine Meinungsverschiedenheiten respektiert", hieß es in einer Stellungnahme Japans auf der Tagung, die bis Freitag im brasilianischen Florianópolis stattfindet.  © dpa

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