• Im Winter leiden viele Menschen unter kalten Fingern und eisigen Füßen.
  • Wärmflaschen helfen gegen die Kälte - sofern sie richtig benutzt werden.
  • Doch dabei gibt es einige Fallstricke: Wir erklären, worauf Sie achten müssen.

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Darf die Wärmflasche ganz mit Wasser befüllt werden?

Je heißer, desto besser - was für Frostbeulen im ersten Moment sinnvoll klingen mag, ist ein Irrglaube. Denn ist die Temperatur des Wärmflaschenwassers zu hoch, kann es gefährlich werden. Der Grund: die physikalischen Eigenschaften von Wasser verändern sich mit steigender Temperatur. Je höher sie ist, desto mehr Wasserdampf entsteht. Und Dampf braucht mehr Platz als Wasser in seiner flüssigen Form.

Die Füllmenge sollte also der Wassertemperatur angepasst werden, damit genug Platz für den Dampf vorhanden ist. Es gibt Richtwerte für die Füllmenge:

  • Hat das Wasser eine Temperatur von 40 bis 50 Grad Celsius, kann eine Wärmflasche damit bis zu zwei Dritteln aufgefüllt werden.
  • 50 bis 60 Grad warmes Wasser dehnt sich mehr aus, deshalb sollte die Wärmflasche damit bis zu drei Fünfteln aufgefüllt werden, das entspricht 60 Prozent.
  • Nur bis zur Hälfte sollten Wärmflaschen mit Wasser aufgefüllt werden, das 60 bis 70 Grad Celsius heiß ist.
  • Bei einer Temperatur ab 70 Grad wird empfohlen, das Wasser vor dem Einfüllen abkühlen zu lassen.

Wie heiß darf das Wasser in der Wärmflasche also sein?

Weil sich Wasser mit einer Temperatur von mehr als 60 Grad stark ausdehnt, sollte es für Wärmflaschen möglichst nicht heißer sein. Damit Menschen sie als angenehm empfinden, genügen 40 bis 65 Grad Celsius.

Ist das Wasser in einer Wärmflasche zu heiß, kann es gefährlich werden. Denn wenn sich Wasserdampf ausdehnt, kann Überdruck entstehen. Dieser wird sichtbar: Eine Wärmflasche aus Gummi oder Kunststoff bläht sich dann zum Beispiel auf.

Damit sie nicht platzt und dadurch schlimmstenfalls schwere Verbrennungen auf der Haut verursacht, sollte die Luft vor dem Verschließen ausgestrichen werden. So bleibt kein Hohlraum, in dem sich der Dampf ausdehnen kann.

Bei Wärmflaschen aus Metall ist das aufgrund des unnachgiebigen Materials nicht möglich, hier wirkt der Druck auf die schwächste Stelle: den Deckel. Hier hilft ein Überdruckventil, das überschüssigen Druck ablassen kann.

Welche Wärmflaschenmaterialen wärmen wie stark und wie lang?

Die richtige Temperatur für eine Wärmflasche hängt auch mit dem Material zusammen, aus dem die Flasche besteht. Metall leitet Wärme beispielsweise stärker als PVC-Kunststoff oder Gummi und Schutzhüllen aus Stoff senken die äußere Temperatur noch einmal.

Während Metall die Wassertemperatur anfänglich nahezu zu hundert Prozent weitergibt, leitet Gummi die Wassertemperatur zu etwa 80 Prozent nach außen. Gelkissen, die Wärme speichern, verlangsamen das Auskühlen der Wärmflasche.

Welche Temperatur sich für welchen Wärmflaschentyp eignet, erfahren Verbraucher bei einem Blick in die Gebrauchsanweisung. Dort kann ist manchmal auch vermerkt, ob die Wärmflasche ein Qualitätssiegel wie beispielsweise ein Zertifikat vom TÜV hat.

Wie macht man am besten eine Wärmflasche für Kinder?

Wärmflaschen für Kinder dürfen weder zu schwer noch zu heiß sein. Eltern sollten deswegen entweder eine kleine Wärmflasche für den Nachwuchs nutzen oder ein Modell mit normaler Größe mit etwas weniger Wasser befüllen.

Eine zu schwere Wärmflasche ist für Kinder beispielsweise unangenehm, wenn sie auf ihren Bauch liegt. Außerdem genügt für die Kleinen bereits eine Wassertemperatur von rund 40 Grad. Das schützt vor hitzebedingten Hautschäden.

Ab welcher Temperatur ist heißes Wasser gefährlich?

Ab Temperaturen von 50 Grad Celsius verbrüht Wasser die Haut. Deshalb ist beim Befüllen der Wärmflasche Vorsicht geboten.

Was ist beim Befüllen zu beachten?

Damit es beim Befüllen zu keinen Verbrühungen kommt, sollte der Einfüllstutzen der Wärmflasche möglichst weit geöffnet werden. So fließt das Wasser schnell in die Flasche und ein Rückstau im Stutzen oder das Überlaufen wird verhindert.

Damit das heiße Wasser gezielt in die Wärmflasche gegossen werden kann, ist eine schmale Ausgussöffnung hilfreich wie sie etwa Wasserkocher besitzen. Als Alternative können auch Gießkannen oder Trichter dienen.

Falls doch ein Spritzer heißes Wasser auf die Haut gelangt, erschrecken manche Menschen, rutschen ab und lassen die Wärmflasche möglicherweise fallen. Deshalb ist es empfehlenswert, sie über einem Wasserbecken zu befüllen. Sollte die Wärmflasche in einem Schreckmoment dort hineinfallen, müssen Verbraucher sie nur erneut befüllen und nicht den Boden trocken wischen.

Ist es eklig, das gebrauchte Wärmflaschenwasser noch mal zu erhitzen?

Das Wasser einer ausgekühlten Wärmflasche kann problemlos wiederverwendet und erneut erhitzt werden – allerdings nur für eine begrenzte Zeit. Nach mehreren Durchgängen kann es muffig werden und unangenehm riechen. Damit das nicht passiert, ist es ratsam, das Wasser nach drei bis fünf Durchgängen auszuwechseln und die Wärmflasche mit klarem Wasser auszuspülen.

Kann man das Wasser der Wärmflasche wiederverwenden? Wofür zum Beispiel?

Wenn Wärmflaschenwasser bereits drei- bis fünfmal verwendet wurde, sollte die Wärmflasche mit frischem Wasser befüllt werden. Das benutzte Wasser muss jedoch nicht zwangsläufig weggeschüttet werden. Stattdessen kann es als Gießwasser für Grünpflanzen dienen. Dafür kann es auch in einer Gießkanne gesammelt werden bis die Blumenerde wieder befeuchtet werden muss.

Wie werden Wärmflaschen innen gereinigt? Genügt das Ausspülen mit sauberem Wasser?

Kurzfristig genügt es, die Wärmflasche beim Wechseln des Wassers – also nach drei- bis fünfmaligem Wiedererhitzen des Wassers – mit klarem Wasser auszuwaschen. Wird die Wärmflasche häufig verwendet, können sich mit der Zeit jedoch Ablagerungen bilden, vor allem bei kalkhaltigem Wasser.

Dem Kalk im Inneren der Wärmflasche sollten Verbraucher jedoch nicht mit aggressiven Reinigern auf Basis von Essig oder Zitronensäure zu Leibe rücken. Sie können Kunststoffe und Gummi angreifen und spröde machen. Metall-Wärmflaschen können von innen rosten.

Für eine sanfte Reinigung eignen sich ungekochter Reis oder Vogelsand. Dazu am besten einen Teelöffel davon in die zu einem Drittel mit Wasser gefüllte Wärmflasche geben. Anschließend wird die Wärmflasche in alle Richtungen geschüttelt.

Die Bewegungen sorgen dafür, dass die Reis- oder Sandkörner die Oberfläche im Inneren sanft abschleifen. Danach wird das Wasser ausgeschüttet und der Vorgang kann bei Bedarf bis zu fünfmal wiederholt werden. Bei hartnäckigem Kalt können Entkalkertabletten für Kaffeemaschinen helfen, weil sie ebenfalls schonend wirken.

Wie oft sollte die Wärmflasche gegen eine neue ausgetauscht werden?

Grundsätzlich sollten Verbraucher ihre Wärmflasche gegen eine neue austauschen, wenn sie leckt. Austretendes heißes Wasser kann zu gefährlichen Verbrennungen führen, deshalb ist es ratsam, die Wärmflasche vor der Benutzung auf Löcher und undichte Stellen zu überprüfen.

Darüber hinaus hängt ihre Haltbarkeit davon ab, wie häufig sie benutzt wird. Modelle aus PVC-Kunststoff sind unter Umständen mehrere Jahre in gutem Zustand. Gummi hingegen kann mit der Zeit porös und durchlässig werden. Wärmflaschen aus diesem Material sollten deswegen schneller ausgetauscht werden. Als Richtwert gilt für alle Wärmflaschen: Sie sollten etwa nach fünf Jahren ersetzt werden.

Frauen oder Männer - wer benutzt Wärmflaschen häufiger?

Jeder Mensch friert gelegentlich, allerdings leiden Frauen durchschnittlich öfter unter Kälte als Männer. Das hat biologische Ursachen: Weil das männliche Sexualhormon Testosteron das Muskelwachstum fördert, haben Männer rund ein Viertel mehr Muskelmasse als Frauen.

Einen Teil der zugeführten Energie setzen die Muskelzellen frei, damit die Muskulatur arbeiten kann. Ein großer Teil der Energie wird aber in Wärme umgewandelt. Weil Frauen weniger wärmeproduzierende Muskeln haben, frieren sie schneller.

Hinzu kommt, dass die Haut von Männern etwas dicker ist, damit sind ihre Körper besser isoliert. Durch ihre höhere Kälteempfindlichkeit greifen Frauen häufiger zu Hilfsmitteln wie Wärmflaschen, Heizdecken oder Kuschelsocken.

Verwendete Quellen:

  • Hausjournal.net: Die ideale Wassertemperatur in der Wärmflasche
  • Hausjournal.net: Wie heiß sollte eine Wärmflasche sein
  • Hausjournal.net: Eine Wärmflasche richtig und sicher füllen
  • Hausjournal.net: Wenig Aufwand erforderlich, um eine Wärmflasche zu reinigen
  • NDR.de: Wärmflaschen: Tipps zum Kauf
  • Quarks.de: Darum frieren Frauen schneller als Männer
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