• In vielen Haushalten wird mindestens einmal am Tag warmes Essen aufgetischt. Aber warum eigentlich?
  • Einige Menschen glauben, warme Mahlzeiten seien gesünder als kalte - andere sind sich sogar sicher, dass die Uhrzeit, zu der gegessen wird, dabei eine Rolle spielt.
  • Ob und an welchen Mythen rund um warme Gerichte ernährungswissenschaftlich wirklich was dran ist, erklärt eine Expertin.

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Wie wichtig ist eine warme Mahlzeit am Tag wirklich? Viele Menschen glauben, es sollte mindestens ein warmes Gericht täglich auf dem Speiseplan stehen - zum Wohle der Gesundheit. Doch selbst, wenn das so sein sollte: Zu welcher Tageszeit esse ich sie am besten - mittags oder abends? Und ist es schlimm, wenn es mal nur kaltes Essen gibt?

Mit den Antworten auf diese essenziellen Essensfragen beschäftigt sich Expertin Monika Bischoff und weiß, warum es weder auf die Temperatur des Gerichts ankommt noch auf die Uhrzeit der Nahrungsaufnahme.

Spätes Abendessen ist nicht ungesund

Gerade die Uhrzeit der Nahrungsaufnahme ist immer wieder ein Thema, wenn es gilt zu entscheiden, ob Essen gesünder oder weniger gesund ist, je nachdem zu welcher Tageszeit man es zu sich nimmt. Diese Überlegungen sind jedoch überflüssig, denn: "Die Bekömmlichkeit ist bei jeder Person unterschiedlich. Darum gibt es auch nicht die eine richtige Tageszeit für eine warme Mahlzeit", sagt Bischoff.

Wie viele Kalorien am Tag benötigt werden, um ein ausreichendes Energielevel zu haben, hängt stark vom jeweiligen Lebenswandel und Alltag ab. Wer körperlich fordernder Arbeit nachgeht, hat einen anderen Kalorienbedarf als jemand, der die meiste Zeit des Tages am Schreibtisch sitzt. Zu welcher Tageszeit dieser Bedarf gedeckt wird, ist dabei zweitrangig.

Ist warmes Essen gesünder als kaltes?

Auch spielt es dahingehend erst mal keine Rolle, ob die Mahlzeiten des Tages warm oder kalt serviert werden. Dieser Aspekt wird erst dann interessant, wenn man sich die Zusammensetzung des Essens und dessen Bekömmlichkeit für den Körper genauer anschaut. Warme Mahlzeiten muss der Körper nicht mehr für die Verarbeitung erwärmen.

"Es lässt sich daher vermuten, dass bei der Verdauung der Speisen so weniger Energie aufgewendet werden muss", weiß Bischoff. Außerdem wird für die Zubereitung von warmen Mahlzeiten bei bestimmten Zubereitungsarbeiten oftmals viel Fett benötigt, was sich wiederum in den Kalorien bemerkbar macht. Ob das Essen, das diese Kalorien beinhaltet, warm oder kalt war, interessiert unseren Körper nicht. Erst dann, wenn es um die Verarbeitung eben jener Speisen geht.

Nimmt man durch kaltes Essen weniger Kalorien auf?

"Wer jetzt auf die Idee kommt, eiskaltes Wasser zu trinken, um mehr Kalorien zu verbrennen: So hoch ist die Energieaufwendung dafür nicht, dass man deshalb mehr essen könnte", sagt Bischoff. "Natürlich ist es auch möglich, bei kalten Mahlzeiten viel Energie aufzunehmen - zum Beispiel wenn man dick Butter auf seine Brote schmiert. Darum kann man nicht sagen, was generell gesünder oder ungesünder ist." Es komme also immer auf die Zusammensetzung der Gerichte an - unabhängig davon, ob sie kalt oder warm sind.

Was macht eine gesunde Mahlzeit aus?

Gesundes Essen ist nicht gleich gesundes Essen. Auch die Art der Zubereitung spielt eine wichtige Rolle. Beim Schmoren und Dämpfen von Lebensmitteln bleiben Nährstoffe und Vitamine besonders gut erhalten. Ein großer Vorteil hierbei ist zudem, dass das Gericht nicht mit unnötig viel Fett zubereitet wird - denn auch hochwertige Fette sind nur dann gesünder als andere, wenn man sie sparsam einsetzt. "Grundsätzlich gilt: alles in Maßen", so Bischoff.

Hierbei kann es helfen, sich für die Zusammensetzung gesunder Mahlzeiten an der Teller-Regel zu orientieren: "Auf der Hälfte des Tellers sollte Salat oder Gemüse liegen. Ein Viertel sollte Eiweiß-Beilage sein, zum Beispiel Hülsenfrüchte oder Fisch, ein Viertel Kohlenhydrat-Beilage, zum Beispiel Kartoffeln oder Vollkornnudeln", sagt die Ernährungsexpertin.

Wer seine Mahlzeiten außerdem abwechslungsreich und bunt gestaltet und dennoch darauf achtet, dass sie auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt sind, macht eigentlich alles richtig. (ncs/dpa)

Über die Expertin: Monika Bischoff ist Diplom-Ökotrophologin, Ernährungsberaterin und Leiterin des Zentrums für Ernährungsmedizin und Prävention (ZEP) im Krankenhaus Barmherzige Brüder in München.
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