• Er hält länger und ist auch leichter zu bekommen: Viele Verbraucherinnen und Verbraucher greifen bei Fisch zur tiefgekühlten Variante.
  • Doch vor dem Essen sollte getestet werden, ob der Fisch noch gut ist. Daran erkennen Sie es.

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Beim Fischkauf greifen viele Verbraucherinnen und Verbraucher zu Produkten aus dem Tiefkühlregal. Das hat schließlich den Vorteil, den Fisch nicht sofort verspeisen zu müssen. Einige Arten werden direkt nach dem Fang eingefroren und eingeschweißt und halten so teilweise jahrelang. Allerdings kann selbst Eingefrorenes schlecht werden und an Geschmack verlieren. Fragen und Antworten rund um eingefrorenen Fisch.

Wie lange hält eingefrorener Fisch?

Nicht selten kommt es vor, dass Fisch bereits mehr als ein Jahr eingefroren ist, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher ihn im Supermarkt aus dem Regal greifen. Einige Exemplare, etwa Wildlachs aus Alaska, haben einen langen Transportweg hinter sich. Wenn das Einfrierdatum schon länger zurückliegt, ist das jedoch kein Grund zur Sorge. Denn Fisch hält sehr lange. "Eine große Zeitspanne ist bei tiefgekühltem Fisch normal", erklärt Sabine Hülsmann, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Denn üblicherweise werde er noch direkt auf dem Schiff fangfrisch eingefroren – und erst später aufgetaut, filetiert, erneut eingefroren und verpackt.

Gefrorener Fisch hat die beste Qualität, wenn er schock- oder schnellgefroren wird, schreibt der Transport-Informations-Service (TIS). Denn dann bilden sich lediglich kleine Eiskristalle. Entscheidend ist, dass der Fisch während des Transports gut durchgefroren ist. Wie der TIS berichtet, sollte der Fisch bei Temperaturen zwischen -28 bis -18 Grad Celsius aufbewahrt werden. Entscheidend ist, dass er vakuumverpackt ist.

Die deutsche Verbraucherzentrale empfiehlt, sich immer am angegebenen Haltbarkeitsdatum auf der Verpackung zu orientieren. Ist der Fisch bereits abgelaufen? Dann sollte man ihn nicht mehr verspeisen. Damit der Fisch aus dem Supermarkt auch im tiefgefrorenen Zustand daheim ankommt, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher ihn in einer Kühltasche zügig nach Hause bringen.

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Woran erkennt man, ob eingefrorener Fisch noch gut ist?

"Solange das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht erreicht wurde, garantieren die Hersteller die optimale Qualität des Fisches", meint Hülsmann. Allerdings kann es vorkommen, dass Fisch während des Transports zwischenzeitlich höheren Temperaturen ausgesetzt war. Ist die Folie luftdicht und sieht der Fisch gut aus und riecht nicht ungut? Dann sollte sich nichts fehlen.

Anders sieht es jedoch aus, wenn er besonders hell oder gräulich verfärbt ist. Viele Eiskristalle sind außerdem ein Zeichen für Gefrierbrand. Dieser entsteht, wenn die Kühlkette beim Transport unterbrochen wurde, wenn der Fisch zu lange gelagert wurde oder wenn Sauerstoff durch die Verpackung gekommen ist, klärt der Fisch-Informationszentrum e.V. auf. Ist der Gefrierbrand bereits großflächig, empfehle es sich, den Fisch zu entsorgen. "In Einzelfällen lässt sich das Produkt noch retten, indem man die betroffenen Stellen vor der Zubereitung abschneidet."

Gehen Nährwerte durch das Einfrieren verloren?

Wird Fisch bei mindestens Minus 18 Grad Celsius gelagert, bleiben die Nährwerte erhalten. Tiefgefroren laufen die Stoffwechselreaktionen viel langsamer ab. Ein positiver Nebeneffekt der Tiefkühlung: Parasiten wie Nematoden werden abgetötet.

Heutzutage sei die Tiefkühlqualität so hervorragend, dass selbst Expertinnen und Experten genau hinschauen müssten, um TK-Produkte von Frischware zu unterscheiden, "wobei es sich hier um zwei vollkommen unterschiedliche Produkte handelt, die qualitativ auch mit unterschiedlichen Kriterien zu bewerten sind", erklärt Dr. Matthias Keller, Geschäftsführer des Fisch-Informationszentrums (FIZ) in Hamburg, dem "Lebensmittelmagazin".

Ändert sich der Geschmack, je länger Fisch eingefroren ist?

Zu lange gelagerter Gefrierfisch entwickelt eine trocken-strohige Konsistenz – verbunden mit Geschmackseinbußen, klärt der TIS auf. Der Fisch werde dann als ausgefroren bezeichnet. Ist er sehr lange eingefroren, können folglich mit der Zeit Aroma und Konsistenz leiden. Deshalb gilt: Auch tiefgefrorener Fisch sollte möglichst bald nach dem Kauf auf den Tisch kommen. Dann lässt er sich kaum von frischem Fisch unterscheiden.

Was sollte man beim Auftauen beachten?

Fisch sollte schonend aufgetaut werden. Es empfiehlt sich, die Folie zu entfernen und ihn langsam – am besten über Nacht – im Kühlschrank aufzutauen. Dabei sollte er gut abgedeckt sein und erst kurz vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank geholt werden. Wichtig: Das Wasser, das beim Auftauen entsteht, sollten Sie nicht mitverwenden, sondern abgießen.

Wem das zu lange dauert, kann alternativ ein Wasserbad machen und den Fisch darin auftauen. Dazu den Fisch in einen Gefrierbeutel geben und in kaltem Wasser liegen lassen. Damit er gleichmäßig auftaut, sollte der Fisch dabei vollständig mit Wasser bedeckt sein. Die Technik im Wasserbad dauert rund eine Stunde.

Verwendete Quellen:

  • Verbraucherzentrale-bayern.de: "Warum ist Tiefkühlfisch oft sehr lange haltbar?"
  • Website des Transport-Informations-Service
  • Verbraucherzentrale.de: "Fisch: Haltbarkeit und Lagerung"
  • Fischinfo.de: "Gefrierbrand bei Fisch"
  • Lebensmittelmagazin.de: "TK-Fisch: Wissenswertes zu Nachhaltigkeit und mehr zum 'Tag der Tiefkühlkost'"

Nachhaltigkeit: Welchen Fisch darf man noch servieren?

Viele Menschen, die sich gesund ernähren möchten, greifen gerne mal zu Fisch. Er enthält hochwertiges Eiweiß und wertvolle Fettsäuren. Doch in den Meeren führt die hohe Nachfrage zu Problemen, viele Fischbestände sind überfischt. Daher sollte beim Kauf möglichst auf Nachhaltigkeit geachtet werden. Aber wie erkennt man Fischarten, die aus ökologischer Sicht empfehlenswert sind?