Wer zum Essen eingeladen ist und einen Wein mitbringen möchte, steht oft ratlos vor dem riesigen Weinregal im Supermarkt. Wie viel muss ein guter Wein mindestens kosten und welcher passt am besten zum Essen? Lesen Sie hier, wie Sie schnell zu einem echten Weinkenner werden können.

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Wie wähle ich den richtigen Wein aus?

Suchen Sie den Wein im Supermarkt nicht nur nach der Optik aus, sondern nehmen Sie das Etikett genauer unter die Lupe. Bei einigen Weinen ist darauf vermerkt, ob sie süß, trocken oder herb sind und zu welchem Gericht sie passen.

Bei anderen Weinen können Sie sich auf Auszeichnungen und Gütesiegel verlassen. Immerhin hat hier ein Fachkundiger das Getränk für Sie vorprobiert und für gut befunden. Auf der Webseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft finden Sie eine Liste anerkannter Auszeichnungen und Siegel. Das heißt zwar nicht, dass Ihnen der Wein zwingend schmeckt, doch er ist qualitativ geprüft.

Profitipp: Stefanie Hehn, die vom Restaurantführer Gault-Millau zur Sommelière des Jahres 2019 gekürt wurde, rät allerdings, den Wein nicht im Supermarkt zu kaufen: "Suchen Sie sich lieber einen Weinhändler Ihres Vertrauens. Hier hat man meist die Möglichkeit, den Wein zu probieren und er kostet dort auch nicht gleich eine Unsumme."

Nach oben gibt es preislich bei Wein kaum eine Grenze, nach unten aber laut der Expertin sehr wohl. Fünf Euro, so Stefanie Hehn, solle man für einen Wein mindestens ausgeben. Man müsse bedenken, "was alleine die Flasche selbst, das Etikett und der Verschluss kosten".

Bei welcher Temperatur trinkt man Wein?

Bedenken Sie immer, dass sich der Wein beim Einschenken, aber vor allem beim Stehen im Glas erwärmt. Um das zu vermeiden und die optimale Temperatur zu halten, sollten Sie das Glas nie zu voll schenken, sondern lieber öfter nachfüllen.

Wer das Weinglas außerdem an der bauchigen Stelle statt am Stiel anfasst, trägt dazu bei, dass der Wein schneller warm wird.

Einen leichten Weißwein genießen Sie am besten bei fünf bis sieben Grad, ein etwas kräftigerer entfaltet sich am besten, wenn er zwischen sieben und elf Grad hat.

Profitipp: Die Faustregel, dass ein Rotwein bei Zimmertemperatur getrunken wird, stimmt nicht mehr, erklärt Stefanie Hehn. Dieser Spruch komme aus einer Zeit, in der es in Räumen durchschnittlich kühler war. Demnach sollte auch ein Rotwein nur etwa 16 Grad haben.

Darf man den Wein ins Gefrierfach legen?

Manchmal steht man vor der Herausforderung, einen Wein möglichst schnell kühlen zu müssen. Das Gefrierfach scheint die perfekte Lösung - aber ist das überhaupt gut für den Wein?

Nein, denn wenn man einen Wein zu schnell herunterkühlt, kann er einen "Schock" bekommen, macht die Expertin klar. Generell sei ein rascher Temperaturwechsel nicht ratsam.

Profitipp: Stefanie Hehn verrät für Notfallsituationen eine andere Methode: "Füllen Sie einen Kühler - alternativ das Waschbecken oder einen Eimer - mit Eiswürfeln, kaltem Wasser und Salz und drehen darin die Flasche." So sollte der Wein bald die gewünschte Temperatur haben.

Bauchig oder schmal – wie sieht das optimale Weinglas aus?

Allgemein gilt: Die meisten Rotweine brauchen vor dem Trinken etwas Luft, daher genießt man sie aus breiteren, bauchigen Gläsern. Hierbei sollte man diese nicht allzu voll füllen, damit sich die Aromen des Rotweins im Glas entfalten können.

Bei leichten, frischen Weißweinen gilt es, die Kälte möglichst lange zu bewahren, weshalb das Glas schmaler und eventuell kleiner ist.

Wie trinke ich Wein richtig?

Um sich nicht gleich als absoluter Weinbanause zu outen, trinken Sie den Wein, wie es die Kenner tun. Der Profi begutachtet zunächst die Farbe des Weines. Im zweiten Schritt riechen Sie an dem Wein. Danach wird der Wein kurz geschwenkt, denn so können sich noch weitere Aromen entfalten und es wird erneut daran gerochen.

Erst nach diesem Prozess probieren Sie den Wein. Schlucken Sie diesen nicht sofort runter, sondern schieben Sie ihn im Mund kurz herum, um mehr Geschmacksnerven zu erreichen.

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Wie lange hält sich ein Wein, wenn er offen ist?

Rotwein hält sich für gewöhnlich länger als Weißwein, da er mehr Tannine (Gerbstoffe) aufweist, die hier wie ein Konservierungsmittel wirken. Außerdem gilt: Je weniger in der Flasche ist, desto kürzer hält sich der Inhalt. Fehlt in der Flasche fast nichts, ist auch kaum Luft enthalten, mit der der Wein oxidieren könnte.

Wer den angebrochenen Wein nach ein paar Tagen noch genießen möchte, sollte die Flasche nie im Liegen lagern. Denn dann vergrößert sich die Fläche des Weines, die mit Sauerstoff in Kontakt gerät, erheblich.

Ist eine Flasche Rotwein halb voll, hält sie etwa vier bis sieben Tage, bei einem Weißwein beträgt die Haltbarkeit nur zwei bis drei Tage.

Der Wein sollte außerdem so luftdicht wie möglich verschlossen sein. In den meisten Fällen ist dies leicht mit dem Drehverschluss erledigt. Bei Flaschen mit einem Korken, kann man diesen problemlos wieder in den Flaschenhals stecken.

Eine Alternative dazu sind Vakuumpumpen, mit denen man die Luft aus der Flasche bekommt. Kritiker führen allerdings an, dass diese Methode dem Wein Aromen entzieht.

Wann ist der Wein "gekippt" und wie erkenne ich das?

Die Farbe ist ein wichtiger Indikator bei der Frage, ob der Wein noch gut ist. Denn wenn er ausflockt oder die Farbe extrem ins Siegelrote geht und am Glas ein sehr breiter, heller, öliger Rand zu sehen ist, kann es sein, dass der Wein nicht mehr genießbar ist, klärt Stefanie Hehn auf. In diesem Fall schmeckt der Wein auch nach Essig und sollte nicht mehr getrunken werden.

Ein weiteres Indiz für einen nicht mehr genießbaren Wein ist, wenn ein stiller Wein plötzlich Kohlensäure aufweist.

Welcher Wein zu welchem Essen?

Zum Abschluss die alte Frage: Welcher Wein passt zu welchem Essen? Pauschal ist das nicht zu beantworten, denn es hängt auch von persönlichen Vorlieben ab. Wer sich trotzdem an "Regeln" halten möchte, kann sich daran orientieren, dass Weißwein für gewöhnlich leichter ist und somit auch eher zu leichteren Gerichten passt als Rotwein. Dieser gilt als schwerer und ist laut Stefanie Hehn komplizierter zu kombinieren, da er mehr Gerbstoffe als Weißwein enthält. Erlaubt ist jedoch, was schmeckt.

Zu rotem Fleisch und Braten passt eher ein Rotwein, zu Fisch und Geflügel greifen Sie lieber zu einem Weißen.

Verwendete Quellen:

  • Gespräch mit Stefanie Hehn, Sommelière im Fünf-Sterne-Hotel The Fontenay, Hamburg
  • Wein.de
  • Deutsches Weininstitut
  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Weinbau

Woran erkennt man guten Wein?

Diese Situation kennt fast jeder: Im Supermarkt vor dem Regal oder im Restaurant über der Weinkarte gebeugt. Man stellt sich die Frage: Welcher Wein ist der richtige für mich? Die richtige Wahl zu treffen, scheint eine Wissenschaft für sich. Damit Sie künftig den richtigen Tropfen für sich aussuchen, hier ein kurzer Leitfaden.