Meist beginnt die Weihnachtsfeier mit dem großen Schlemmen. Eine sahnige Suppe, dann Gans mit Klößen und zum Abschluss eine reichhaltige Zuckerbombe. Was eigentlich Genuss bedeuten sollte, hält für viele Völlegefühl, Sodbrennen und Unwohlsein bereit. Wir verraten, wie Sie nach dem Festessen unbeschwert weiterfeiern.

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Natürlich wäre es gut, nur zu einer leichten Variante des Weihnachtsmenüs zu greifen. Vorneweg ein Salat, dann etwas Pute und zum Abschluss ein Sorbet aus püriertem Obst.

Die meisten aber freuen sich das ganze Jahr auf traditionelle Speisen wie Braten, Raclette und all die anderen ungesunden, verführerischen Köstlichkeiten. Mit einigen Tipps lassen sich Völlegefühl, Blähungen und Sodbrennen vermeiden.

Wenig reden und gründlich kauen

Zuerst empfiehlt es sich, den Teller nicht vollzuladen. Wer viel darauf hat, isst auch mehr. Ratsam ist es zudem, während des Speisens möglichst wenig zu reden. Wer nämlich die ganze Zeit spricht, schluckt dabei viel Luft. Zu viel davon in Magen und Darm kann zu Völlegefühl und Blähungen führen.

Luft im Bauch lässt sich auch vermeiden, indem Sie auf kohlensäurehaltige Getränke verzichten. Die Säure reizt die Magenschleimhaut und fördert Sodbrennen. Softdrinks wie Cola und Limonaden liefern zusätzlich viel Zucker und verändern so den Speisebrei ungünstig.

Am besten ist es, das Essen mit stillem Wasser hinunterzuspülen. Ausreichend Flüssigkeit ist wichtig, damit sich der Darm bewegt und sich die Nahrung gut verteilen kann. Zudem setzt das Sättigungsgefühl früher ein und man isst nicht über die Maßen.

Von Vorteil ist es außerdem, die Nahrung gründlich zu kauen. Ist sie gut zerkleinert, hat der Magen weniger Arbeit. Zudem werden durch die Kaubewegungen die Magensäfte angeregt, sodass die Verdauung insgesamt erleichtert wird.

Besonders Weißwein kann zu Sodbrennen führen

Noch etwas zu den Getränken: Erlesene Weine und Bier zum Essen finden sich in fast jeder weihnachtlichen Stube. Jedoch strengt der Alkoholabbau den Körper zusätzlich an und macht deshalb müde.

Zudem kann Alkohol weiteres Unwohlsein begünstigen: "Er kann Sodbrennen fördern, da der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre erschlafft und damit Magensäure in die Speiseröhre laufen kann. Landläufig scheint Weißwein häufiger als Rotwein Sodbrennen zu verursachen", sagt Birgit Terjung, Chefärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie.

Schnaps bremst die Verdauung aus

Ein Digestif in Form von Grappa, Magenbitter oder Whisky zur Förderung der Verdauung ist keine gute Idee: "Alkohol bewirkt, dass sich die Muskulatur des Magens und des Darmtraktes entspannt. Es verringert sich daher zwar das Völlegefühl, gleichzeitig wird durch Alkohol während oder nach dem Essen der Weitertransport des Speisebreis aus dem Magen verzögert", erklärt die Expertin. Die Verdauung wird also gelähmt statt angekurbelt.

Wer seinem Magen und der Verdauung nach dem Essen etwas Gutes tun will, greift besser zu einem warmen Tee mit Kräutern wie Anis, Fenchel und Kümmel. Die darin enthaltenen ätherischen Öle lindern Völlegefühl und Blähungen. Aber Achtung: Auf Pfefferminztee sollte bei Sodbrennen verzichtet werden.

Um nach dem Essen nicht dem Fresskoma zu verfallen, freuen sich viele auf einen Kaffee. Das enthaltene Koffein macht wach. Zudem fördert das Heißgetränk die Bewegung im Darm. Jedoch kann Kaffee auch zu Sodbrennen führen. "Filterkaffee ist am schlechtesten geeignet", sagt Terjung. In ihm seien viele Gerbstoffe enthalten, die Sodbrennen begünstigen.

Espresso hingegen gilt als deutlich magenfreundlicher, da er weniger dieser Stoffe beinhaltet. "Eine Studie hat gezeigt, dass nicht das enthaltene Koffein für die Verdauung entscheidend ist. Sie lässt sich auch mit koffeinfreiem Kaffee fördern", ergänzt die Gastroenterologin.

Was ist dran am Sprichwort?

"Nach dem Essen sollst du ruh'n oder 1000 Schritte tun", besagt ein altes Sprichwort. Was von beidem ist aber nun richtig? "Man sollte einen Spaziergang machen, um die Durchblutung im Bauch anzuregen, wenn man nicht zu viel gegessen hat", empfiehlt Terjung.

"Wenn man aber ein üppiges Weihnachtsmenü zu sich genommen hat, sollte man besser ruhen. Dann ist der Körper so mit der Durchblutung des Bauches und der Verdauung beschäftigt, dass nicht mehr viel Kraft für die Muskeln übrig ist."

Hausmittel hilft gegen Sodbrennen und Völlegefühl

Haben all die Tipps nichts gebracht, kann ein einfaches Hausmittel lästiges Sodbrennen lindern. "Magerquark ist super, da er reich an Eiweiß und Stärke ist", sagt Terjung. "Das gilt auch für Haferflocken. Mit etwas Wasser vermischt binden sie die Säure im Magen." Zudem liefern sie wertvolle Ballaststoffe und fördern die Verdauung.

Aus der Apotheke können Säure bindende Mittel mit Calcium- und Magnesiumcarbonat – zum Beispiel "Rennie" – helfen. "Empfehlenswert sind gegen Sodbrennen zudem Alginate (zum Beispiel enthalten in "Gaviscon", Anmerkung der Redaktion)", sagt die Fachärztin für Ernährungsmedizin. "Das Mittel schwimmt dann wie eine Luftmatratze auf dem Speisebrei und dichtet den Magen zur Speiseröhre ab. Damit erzielt man einen guten Effekt."

Was für den Akutfall nicht geeignet ist

Säureblocker wie Pantoprazol oder Omeprazol hingegen können aufgrund ihres Wirkmechanismus Beschwerden erst nach 24 Stunden lindern und sind daher für den Akutfall weniger geeignet.

Verwendete Quellen:

  • Gespräch mit Dr. Birgit Terjung, Chefärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie an den GFO Kliniken Bonn
  • Gastro-Liga e.V. Ratgeber Sodbrennen
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