• Die Kosten für Heizöl dürften 2021 deutlich teurer werden als in den Jahren zuvor.
  • Damit Besitzer einer Ölheizung dabei dennoch sparen können, haben wir die wichtigsten Tipps zusammengestellt.
  • Wann kauft man das Öl am besten? Wie vergleicht man die Preise und lohnen sich Sammelbestellungen?

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Der Sommer ist vorbei, die Temperaturen sinken. Viele Menschen werfen daher langsam die Heizung an. Wer eine Ölheizung im Keller hat, muss die Tanks mit Heizöl befüllen lassen. Und das dürfte 2021 deutlich teurer werden als in den Jahren zuvor.

Das geht aus dem neuen Heizspiegel hervor. Im Schnitt ist das Heizen mit Öl in diesem Jahr um rund 40 Prozent teurer als noch 2020. Mit einigen Tipps und Tricks lässt sich beim Befüllen des heimischen Öltanks aber dennoch Geld sparen.

Wer früh auftankt, kann Geld sparen

Im Jahresverlauf schwanken die Heizölpreise meist stark: Unter anderem sind sie von den Kosten für Rohöl und Transport abhängig, aber auch von der Konjunktur und politischen Unruhen.

Eine wichtige Rolle spielt auch der konkrete Bedarf, wie es beim Bund der Energieverbraucher heißt. "Daher ist das Heizöl immer dann günstiger, wenn es nicht so stark nachgefragt wird. Das ist regelmäßig dann der Fall, wenn es draußen warm ist und niemand an die Heizung denkt", erklärt die Vorsitzende des Interessenverbandes, Leonora Holling.

Deshalb heißt es oft, man soll das jährliche Nachfragetief für den Heizölkauf nutzen. Im Frühjahr und Sommer ist die Nachfrage nach Heizöl meist geringer, der Preis dadurch tendenziell auch, sagt Louis Stahl vom Bund der Energieverbraucher.

Aber allgemeingültig ist diese Regel nicht. Der Grund: Die Börsenpreise für weltweit gehandeltes Rohöl, die maßgeblich für den Heizölpreis sind, hängen nicht am deutschen Bedarf allein. Weltweit beeinflussen Angebot, Nachfrage und Spekulation den Preis. 2014 und 2015 zum Beispiel war das Heizöl im Winter deutlich günstiger als in den Sommermonaten.

Heizöl: Preise beobachten und vergleichen

Idealerweise sollten Hausbesitzer die Preise das ganze Jahr über beobachten – und "mit dem Tanken nicht bis zum letzten Tropfen warten", wie Martin Brandis, Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale, empfiehlt. Er weist darauf hin, dass Lieferfristen manchmal mehrere Wochen betragen können.

Die Preise unterscheiden sich aber nicht nur je nach Jahreszeit, sondern auch bei verschiedenen Lieferanten. "Wir empfehlen grundsätzlich einen Anbietervergleich", sagt Holling. Verschiedene Portale im Internet helfen dabei weiter. Nutzer können dort eingeben, wo sie wohnen und wie viel Liter sie benötigen. Sie erhalten anschließend eine individuelle Liste mit Angeboten inklusive Preisen, Lieferzeit und Bestellmöglichkeit. Um den eigenen Bedarf herauszufinden, nutzen sie am besten einen Peilstab oder die Mengenanzeige des Tanks, rät Brandis.

Heizöl mit Freunden oder Nachbarn bestellen

Günstiger kann der Heizölkauf werden, wenn man sich mit anderen zusammenschließt und eine Sammelbestellung über eine größere Menge Heizöl aufgibt. "Das lohnt sich dann, wenn der Händler dafür einen Rabatt gewährt. Das ist jedoch nicht immer der Fall", erklärt der Experte der Verbraucherzentrale. Bei verschiedenen Internet-Preisrechnern für Heizöl könnten Verbraucher vor der Bestellung eine Einschätzung über eventuelle Rabatte bekommen.

Kunden müssen aber noch weitere Punkte bedenken, bevor sie sich mit anderen zusammentun. Brandis: "Händler stellen Bedingungen, zum Beispiel, dass alle Lieferstellen dieselbe Postleitzahl haben und/oder eine maximale Entfernung voneinander haben."

Außerdem lohnt sich die gemeinsame Bestellung für den Hauptkäufer nur, wenn nicht alle anderen weniger Öl ordern als er. Denn der Gesamtpreis orientiert sich an der durchschnittlichen Abnahmemenge aller Käufer. Sinkt der Schnitt, wird es teurer. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass alle Sammelbesteller haften, falls einer nicht zahlt. Sie müssen dann für ihn aufkommen. Es gibt eine Ausnahme: Manche Lieferanten stellen auf Nachfrage allen Sammelbestellern eine eigene Rechnung aus – dann haftet niemand für die anderen.

Keine Scheu vor Kleinmengenaufpreis

Oft nehmen Heizöllieferanten bei kleinen Bestellmengen bis 1.500 Liter einen Aufpreis. Der ist aber geringer, als man annimmt, sagt Experte Stahl. Die Aufteilung einer Betankung in zwei kleinere Extrabestellungen koste im Schnitt 50 bis 80 Euro.

Sinken die Preise, lohnen sich die Mehrkosten für die zweite Anfahrt schnell. Das Ganze ist aber ein wenig Glücksspiel: Steigen die Preise weiter, wird es zum späteren Zeitpunkt noch teurer.

Serviceleistungen und Ruf überprüfen

Die Kosten allein sollten aber nicht über den Kauf entscheiden. Mit einbezogen werden müssen laut Holling auch die Serviceleistungen – zum Beispiel: Wie lange dauert es, bis das Öl geliefert wird? Welche Mengen sind möglich und wie lange gilt der Preis?

Ein Anbieter muss außerdem unbedingt seriös sein, wie Holling sagt. Den Ruf eines Lieferanten können Käufer meist bei den Vergleichsportalen prüfen: Die Nutzer haben dort oft die Möglichkeit, den Verkäufer zu bewerten.

Trotzdem kann bei der Anlieferung einiges schiefgehen. "Leider berichten Verbraucher immer wieder von falsch laufenden Tankuhren", erklärt die Expertin vom Interessenverband. Kunden sollten deshalb dabei sein, wenn der Tanklaster vorfährt und die Abnahme kontrollieren.

Wichtig: Der Zählerstand am Tankwagen sollte unbedingt auf Null stehen, wenn der Tankvorgang beginnt. Käufer können das verlangen – und andernfalls die Annahme des Öls verweigern. Sie beobachten am besten den Zählerstand während des Tankvorgangs – dabei sollten zudem im Schauglas keine Luftblasen zu sehen sein. Am Ende muss die Summe auf dem Zähler genauso auch auf dem Lieferschein erfasst sein. (aktualisiert von thp)

Hinweis: Hierbei handelt es sich um einen Artikel aus unserem Archiv, den wir aktualisiert haben. Dabei haben wir auch eine irreführende Information entfernt: In einer früheren Version stand, dass ab 2026 keine neuen Ölheizungen mehr erlaubt seien. Dies stimmt so nicht. Wie die Wettbewerbszentrale mitteilt, dürfen nach dem 01.01.2026 Ölheizungen dann noch eingebaut werden, wenn sie erneuerbare Energien mit einbinden. Es können ab 2026 auch noch reine Ölheizungen eingebaut werden, wenn kein Gas- oder Fernwärmenetz vorhanden ist und keine erneuerbaren Energien anteilig eingebunden werden können.

Verwendete Quellen:

  • Deutsche Presse-Agentur
  • Gespräch mit Leonora Holling, Vorsitzende "Bund der Energieverbraucher"
  • Gespräch mit Martin Brandis, Energieberatung "Verbraucherzentrale Bundesverband"
  • Strom-Magazin.de: Wann ist der beste Zeitpunkt zum Heizöl kaufen?
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