Weniger drin, aber der Preis bleibt derselbe: Im vergangenen Jahr haben die Hersteller bei ihren Produkten im Supermarkt wieder kräftig geschummelt. Fünf besonders dreiste Mogelpackungen hat die Verbraucherzentrale Hamburg zur Wahl gestellt. "Mirácoli" von Mars hat dabei das Rennen gemacht.

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Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) wird immer wieder auf Mogelpackungen im Supermarkt aufmerksam. Im vergangenen Jahr sind insgesamt 2.500 Beschwerden bei den Verbraucherschützern eingegangen. Dabei schrumpft bei den meisten Produkten der Inhalt, der Preis bleibt allerdings derselbe - oder wird sogar noch erhöht.

Die Verbraucherschützer haben fünf Produkte nominiert, bei denen im vergangenen Jahr besonders auffällig getrickst wurde. "Mirácoli" von Mars wurde nun von der VZHH zur "Mogelpackung des Jahres 2019" gekürt. Mehr als ein Drittel von insgesamt 43.044 abgegebenen Stimmen ging an das Nudelfertiggericht.

1. Platz: "Mirácoli" von Mars

Seit 2019 gibt es das Nudelgericht "Mirácoli" von Mars nur noch ohne Käse im Handel zu kaufen. Laut der VZHH ist das 10-Gramm-Tütchen aus der Verpackung verschwunden. Ein entsprechender Hinweis findet sich nicht. Zusätzlich beinhaltet das Produkt weniger Tomatensauce und Gewürze. Dadurch sind etwa 20 Gramm weniger in der Verpackung enthalten, der Preis hat sich nicht verändert.

Der Hersteller erklärt den Schritt auf der Seite des Unternehmens wie folgt: "Aus einer Umfrage (…) konnten wir ableiten, dass unsere Konsumenten den Pamesello-Käse (…) häufig nicht nutzten."

2. Platz: "Bio Direktsaft Karotte" von Hipp

Der "100 % Bio Direktsaft Karotte" von Hipp wurde früher in einer 500-Milliliter-Flasche verkauft, jetzt sind es nur noch 330 Milliliter Inhalt. Zusätzlich ist das Produkt im Handel teurer geworden. Das entspricht laut der VZHH einer Preiserhöhung von 115 Prozent.

Die Rezeptur hat sich dabei kaum verändert. Jetzt sind es statt 100 Prozent Karottensaft nur noch 99 Prozent und ein Schuss Zitronensaft. In einer Stellungnahme erklärt der Hersteller die Verkleinerung der Flasche damit, dass die Verbraucher die Füllmenge früher als zu groß empfunden haben.

3. Platz: "Rama Unser Meisterstück" von Upfield

Die neue Variante "Rama Unser Meisterstück" von Upfield kostet genauso viel wie die klassische Margarine des Herstellers, beinhaltet aber nur 350 statt 500 Gramm. Damit ist das Produkt laut der VZHH 43 Prozent teurer als das Original.

Der Hersteller begründet den Preisunterschied mit einer "hochwertigeren Rezeptur". Allerdings beinhaltet die Margarine einen hohen Anteil an Palmfett und im Vergleich nur wenig Rapsöl.

Außerdem ist die VZHH der Meinung, dass der Hersteller einer alten Rama-Sorte nur einen neuen Namen und eine neue Verpackung gegeben hat. "Rama mit Buttermilch" sei seit einiger Zeit aus den Kühlregalen verschwunden. Die Zutatenlisten der alten und der neuen Sorte seien allerdings beinahe identisch.

Der Trend geht auch beim Essen zurück zum Selbermachen, denn Fertigprodukte sind in Zeiten von Clean Eating und Healthy Food ohnehin verpönt. Wer jetzt denkt, Selbermachen sei doch viel zu aufwändig, der sollte sich die folgenden Produkte einmal anschauen.

4. Platz: "Darkmilk" von Milka

Die Schokoladensorten "Darkmilk" von Milka wiegen nur 85 Gramm, sehen allerdings wie normale 100-Gramm-Tafeln aus. Die Füllmenge ist auf der Vorderseite der Verpackung nicht eindeutig gekennzeichnet. Der Preis bleibt dabei derselbe, was die neuen Tafeln laut der VZHH etwa 18 Prozent teurer macht.

Der Hersteller wirbt damit, dass die neuen Schokoladensorten "extra Kakao" enthalten. Aber dem ist nicht so. Der Kakaoanteil der Sorte "Milka Darkmilk Dunkle Alpenmilch" beträgt "mindestens 40 Prozent", während in der 100-Gramm-Tafel "Milka Zartherb" "mindestens 45 Prozent Kakao" enthalten ist.

5. Platz: "Frosties" von Kellogg‘s

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen Kellogg’s bei mehreren Cerealien-Produkten den Inhalt reduziert. In den meisten Fällen schrumpfte die Füllmenge von 375 auf 330 Gramm, der Preis bleibt der VZHH zufolge dabei in der Regel gleich. Die versteckte Preiserhöhung beträgt bis zu 14 Prozent.

Betroffen sind die Sorten "Frosties", "Choco Krispies", "Toppas", "Honey Loops", "Crunchy Nut", "Smacks" und "Cornflakes". In der Übergangszeit sahen die Verpackungen identisch aus, nur die Anzahl der Portionen auf der Vorderseite hatte sich verringert. Mittlerweile wurde das Design bei den meisten Sorten verändert. (ff)

Verwendete Quellen:

  • Verbraucherzentrale Hamburg: "Wer soll die "Mogelpackung des Jahres 2019" werden?"
  • Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Hamburg

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