Rund 500 Brände und Explosionen gibt es im Schnitt pro Tag in Deutschland. In jedem Haushalt lauern Gefahrenquellen für ein Feuer. Mit den richtigen Vorsorgemaßnahmen können Sie das Risiko jedoch deutlich verringern.

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Die häufigste Brandursache ist Elektrizität: Überlastete Steckdosen, unsachgemäß aufgestellte Elektrogeräte oder defekte Kabel werden oft zur tödlichen Gefahr.

Häufigste Brandursache: Elektrogeräte und Stromleitungen

"Bei Elektrogeräten beginnt die Vorsorge schon beim Kauf", sagt Florian Wöhrl von der Freiwilligen Feuerwehr in Freising . Er empfiehlt, nur qualitativ hochwertige und geprüfte Produkte zu kaufen. Das "CE"-Zeichen beispielsweise bestätigt, dass ein Gerät den EU-Richtlinien entspricht. "Es gibt immer mehr Billigware aus zweifelhafter Herkunft, die oft online bestellt wird. Das ist aus unserer Sicht kritisch", so Wöhrl.

Höchste Vorsicht ist geboten, wenn Geräte beginnen, ungewöhnliche Geräusche zu erzeugen oder einen Brandgeruch abgeben. Auch wenn der Geruch nur leicht ist oder wieder vorübergeht, besteht eine hohe Feuergefahr.

Auch in hochwertigen Elektrogeräten kann sich Hitze stauen. Zusammen mit dem Hausstaub, der sich über die Zeit in den Geräten ansammelt, bildet das ein ernstes Risiko. Darum ist es wichtig, sich immer an die Herstellerhinweise zu ihrer Aufstellung und Verwendung zu halten.

Fernseher, Kühlschränke und andere Geräte müssen so stehen, dass sie immer gut belüftet werden. Wenn sie sich zu nah an der Wand befinden oder so in Möbel integriert sind, dass die Luft nicht frei zirkulieren kann, steigt die Brandgefahr.

My home is my castle! Und dieses Schloss lässt sich mit wenigen Hilfsmitteln in eine Festung verwandeln. Damit die Trutzburg besonders abschreckend auf Einbrecher wirkt, sollten mechanische und digitale Gadgets kombiniert werden.

Standby-Modus: Bequem, aber riskant

Damit Geräte jederzeit einsatzbereit sind, werden sie oft nicht richtig abgeschaltet. Im Standby-Modus fließt jedoch ständig Strom. Das kann eine Überhitzung begünstigen.

Auf Nummer sicher geht, wer ein Gerät gleich ganz vom Stromnetz trennt. Doch dass dieser Rat unpraktikabel ist und von den wenigsten befolgt wird, ist auch Wöhrl bewusst.

"Wichtig ist, dass man den Zustand der Geräte kennt und weiß, dass sie nicht defekt sind und vor allem auch die Kabel unbeschädigt sind", sagt der Experte.

Sehr problematisch seien Steckdosenkaskaden aus Verlängerungskabeln und Mehrfachsteckdosen: "Wenn man mehrere Dreifach- oder Fünffach-Verteiler aneinanderreiht, hat man schnell eine Überlast auf der Steckdose." Das sei eine ernste Brandgefahr.

Menschliches Fehlverhalten löst oft Feuer aus

Angesichts der großen Zahl an Haushaltsbränden appelliert die Feuerwehr an jeden, sich der Gefahr bewusst zu sein und sich entsprechend verantwortungsbewusst zu verhalten.

So sollten Zigaretten nie im Bett geraucht werden. Brennende Zigaretten oder Kippen sollten nur in festen und nicht brennbaren Behältern abgelegt werden. Offenes Feuer – etwa von Kerzen oder Gasherden – darf nur unter Aufsicht brennen. Feuerzeuge und Streichhölzer sollten für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.

Vorsorge für den Ernstfall

Für Privathaushalte besteht zwar keine gesetzliche Pflicht, doch laut Wöhrl ist es für jeden absolut empfehlenswert, einen Feuerlöscher vorzuhalten. Wer ein kleines Feuer sofort erstickt, kann Schlimmeres vermeiden. Jedoch hilft ein Eimer Wasser nicht in allen Situationen.

Brennendes Fett etwa darf auf keinen Fall mit Wasser in Berührung kommen. Sonst droht eine gefährliche Fettexplosion. In Elektrogeräten kann Reststrom vorhanden sein. Beim Löschversuch mit Wasser riskiert man einen Stromschlag. Bei einem Feuerlöscher bestehen diese Gefahren nicht.

Noch wichtiger sind Rauchmelder. Deren Fehlen hat schon viele Menschenleben gekostet. Nur wenn man ein Feuer und den dabei entstehenden hochgiftigen Rauch rechtzeitig bemerkt, hat man eine Chance, sich und andere außer Gefahr zu bringen.

Rauchwarnmelder gehören an die Zimmerdecke. Denn Rauch steigt nach oben und sammelt sich zunächst dort in einer kritischen Konzentration an. Der Melder sollte möglichst mittig an der Decke angebracht werden.

Mindestens sollte jedes Schlaf- und Kinderzimmer sowie der Wohnungs- und Hausflur mit Meldern ausgestattet sein. Dabei ist es wichtig, dass die Geräte nicht übermalt, abgeklebt oder durch Pflanzen oder andere Dekoration verdeckt werden und die Batterien regelmäßig ersetzt werden.

Was tun mit wichtigen Dokumenten?

Wenn ein Feuer im Haushalt ausbricht, das man nicht selbst mit einfachen Maßnahmen schnell löschen kann, sollte man sich sofort in Sicherheit bringen. Der Versuch, irgendwelche Wertgegenstände oder Dokumente zu retten, kann tödlich enden.

Es kursieren Empfehlungen, wichtige Unterlagen stets griffbereit in einer Dokumententasche aufzubewahren. Wöhrl hält diesen Rat nicht für besonders sinnvoll. Man sollte in der Situation nicht darüber nachdenken, irgendetwas mitzunehmen.

Eine Möglichkeit, wichtige Unterlagen aufzubewahren, sind feuersichere Safes. Diese halten je nach Verarbeitung mehrere Stunden lang einem Brand stand. Jedoch sind sie relativ kostspielig. Die in den meisten Fällen wirklich praktikable Lösung ist es laut Wöhrl, Kopien wichtiger Unterlagen bei Freunden oder Verwandten oder in digitaler Form in einem Cloudspeicher zu hinterlegen. Sollen unbedingt die Originale geschützt werden, sei ein brandgeschütztes Schließfach empfehlenswert.

Quellen:

  • Gespräch mit Florian Wöhrl, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Freising
  • Innenministerium Bayerns: Brandschutz-Tipps
  • Innenministerium Baden-Württembergs: Brandrisiko durch Mehrfachsteckdosen
  • Feuerwehr Hallstadt: Rauchwarnmelder retten Leben
  • Freiwillige Feuerwehr Würzburg: Feuerlöscher
  • Feuerwehr Theißen: Brände an Elektrogeräten
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
  • Deutscher Feuerwehrverband: Feuerwehr-Statistik
  • Institut für Schadensverhütung und Schadensforschung: Ursachenstatistik Brandschäden

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