Nicht jeder Mensch hat einen grünen Daumen. Wer es trotzdem mal mit ein paar Pflanzen auf dem Balkon und im Garten versuchen möchte, kann sich an diese Tipps zur Vermehrung von Gemüse, Kräutern und Zierpflanzen halten.

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Manche Pflanzen möchte man am liebsten jedes Jahr im Garten wissen - weil sie so schön blühen oder eine reiche Ernte bringen. Um Nachschub für Beet und Balkonkasten zu sichern, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wie eine Expertin weiß.

Die geschlechtliche und ungeschlechtliche Vermehrung

Bei der geschlechtlichen Vermehrung müssen Blüten bestäubt werden, damit sie Samen bilden - sei es durch Insekten oder Wind. Die ungeschlechtliche Vermehrung erfolgt ohne solche Hilfe.

Der Unterschied: "Bei der vegetativen Vermehrung durch Stecklinge oder Teilung entstehen identische Kopien einer Pflanze. Bei einer generativen Vermehrung durch Samen mischen sich die Erbanlagen und es kann Neues entstehen", erklärt Heidi Lorey, im Bereich Pflanzenzüchtung promovierte Gartenbauwissenschaftlerin und Gartenbuchautorin aus Steinhagen.

Saatgut lässt sich laut Lorey am einfachsten von einjährigen Sommerblumen wie Ringelblumen, Tagetes und Kornblumen sowie Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen gewinnen. Die Samenstände und Hülsen werden geerntet, wenn sie braun und eingetrocknet sind. Bevor die Samen kühl und trocken in beschrifteten Schraubgläsern oder Papiertütchen aufbewahrt werden, ist es ratsam, sie zu reinigen, also sie aus den Hülsen zu pulen und den Samenständen zu klopfen.

Tomatensamen müssen zunächst aus dem Fruchtfleisch gelöffelt und zwei bis drei Tage lang in einem Glas mit Wasser und etwas Zucker gären, damit sich die gallertartige Hülle um die Samen auflöst. Anschließend werden sie getrocknet und gelagert. "Wer Samen von Kürbisgewächsen wie Zucchini, Gurke oder Kürbis gewinnen will, muss die Blüten isolieren und eine Bestäubung von Hand durchführen, um bei den Fremdbefruchtern Einkreuzung einer anderen Sorte zu vermeiden", so Lorey.

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Pflanze vermehren - Wurzelstock teilen

Eine schnelle Methode, um aus einer Pflanze viele zu machen, ist das Teilen des Wurzelstocks. Das eignet sich für die überwiegende Mehrzahl der Gartenstauden, die jedes Jahr neu austreiben und sich nach der Blühsaison im Spätherbst wieder zurückziehen.

"Stauden lassen sich beliebig durch Teilung vermehren, wenn sie sich mit eigenem Wurzelwerk und Seitentrieben willig zu den Seiten gleichmäßig ausbreiten. Bei Pflanzen mit nur einer Austriebsbasis oder einer Pfahlwurzel wie Pfingstrosen, einige Storchschnabelarten, Stockrosen oder Fingerhut klappt es nicht", erklärt Mechtild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie.

Die Teilung erfolgt im Herbst oder Frühjahr

Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist ihrer Ansicht nach im Spätherbst, wenn die Pflanzen verblüht, die Blütenstiele eingetrocknet und die Blätter eingezogen sind. Das zeitige Frühjahr ist hingegen gut geeignet für die Teilung der Stauden, die ab dem Sommer blühen oder sich schnell ausbreiten.

Ob Frühjahr oder Herbst - die Vorgehensweise ist identisch: Robuste Stauden werden ausgegraben und mit einem scharfen Spaten beherzt, aber vorsichtig halbiert, damit Triebe nicht verletzt werden.Ist das Wurzelgeflecht weniger stark oder kompakt, können die Wurzeln auch mit einem scharfen Messer zerschnitten oder auseinandergezogen werden. (dpa/tmn)