• So gemütlich Stubentiger zu Hause auch sein mögen, im Freien werden sie zu erbarmungslosen Raubtieren.
  • Vögel, Mäuse, Libellen und Frösche stehen dann auf ihrer Speisekarte.
  • Naturschützer bangen dabei vor allem um die Vögel.
  • Forscher haben nun einige Tricks getestet, um Katzen vom Jagen abzuhalten.

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Auf Bauernhöfen sind Katzen beliebt, weil sie Mäuse jagen. Manche Städter sind dagegen weniger begeistert von einer heimgeschleppten Beute. In vielen Siedlungen sei die Katze der bei weitem häufigste Beutegreifer für Säugetiere und Vögel, schreibt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Das größere Problem für die Vögel seien dabei verwilderte Hauskatzen. Nun haben Forscher versucht, zumindest Katzen mit einem Zuhause ein wenig vom Jagen abzuhalten.

Katzen (Felis catus) im Haus einzuschließen sei der einzige sichere Weg, sie vom Jagen abzuhalten, doch viele Besitzer hätten Bedenken dabei, erklärt Studienleiter Robbie McDonald in einer Mitteilung der britischen Uni Exeter.

"Unsere Studie zeigt, dass die Besitzer mit nicht invasiven und nicht einschränkenden Methoden ändern können, was die Katzen selbst tun möchten."

1. Versuch: Eine bunte Halskrause

Mit einer Reduktion von 42 Prozent hatte eine bunte Halskrause einen recht großen Effekt auf die Zahl der nach Hause gebrachten Vögel - berechnet im Vergleich zur Zeit vor dem Test und zur Kontrollgruppe. Auf die Zahl kleiner Säugetiere hatte die Halskrause keine gemessene Wirkung.

Diese Produkte, die man kaufen oder selbst anfertigen kann, warnen Vögel optisch und stören die Katzen selbst weniger als ein Glöckchen, wie auch der Nabu feststellt. Die Halskrause ging den Katzen in der Studie jedoch schon mal verloren.

2. Versuch: Glöckchen um den Hals

Ein Glöckchen um den Hals zum Warnen der Tiere vor Hauskatzen habe in der Studie bei keiner der Beutegruppen einen messbaren Effekt gehabt, berichtet das Team im Journal "Current Biology".

Vermutlich könnten Katzen lernen, damit zu jagen. Auch der Nabu sieht dies eher negativ: Es nütze dem noch hilflosen Vogelnachwuchs nichts. Zudem sei das Klingeln anfänglich "eine Tortur für die empfindlichen Katzenohren".

3. Versuch: Nahrungsumstellung

Besonders stark sank die gesamte Fangrate in der Gruppe mit der Nahrungsumstellung. Bekamen Katzen statt ihrer gewöhnlichen Nahrung solche, die hauptsächlich aus Fleisch bestand und weder Getreide noch Tiermehl enthielt, so brachten sie im Kontrollvergleich 33 Prozent weniger Kleinsäuger und 44 Prozent weniger Vögel heim.

Es könne sein, dass der Katze bei pflanzlicher oder anderer Nahrung eine bestimmte Aminosäure oder ein anderer Mikronährstoffe fehle, vermuten die Forscher auch aufgrund früherer Studienergebnisse. Da die Fleischproduktion für das Futter aber das Klima und die Umwelt schädige, will das Team nun herauszufinden, ob auch der Zusatz bestimmter Mikronährstoffe die Katzen vom Jagen abhalten kann.

4. Versuch: Katzenangel mit Feder

In der Studie sollten einige Besitzer ihre Katzen zudem mit einer Art Angel, an der ein Spielzeug aus Federn hing, täglich fünf bis zehn Minuten beschäftigen.

Katze spielt mit Katzenangel.

In dieser Gruppe sank die Rate der heimgebrachten Kleinsäuger um 35 Prozent im Kontrollvergleich. Warum dies auf den Vogelfang keinen messbaren Effekt hatte, bleibt unklar.

Katzen nicht nach draußen lassen

Was auch immer die Forscher sich für den Versuch ausdachten, nichts wirkte zu 100 Prozent - und einige Ergebnisse können sie nicht erklären. Es bleibt damit wohl jedem Katzenbesitzer selbst überlassen, Tests mit dem eigenen Haustier zu machen.

Der Nabu hat weitere Vorschläge für Katzen- und zugleich Vogelfreunde: Wenn im Mai und Juni Jungvögel zu beobachten seien, sollten Katzen nicht nach draußen gelassen werden.

Besitzer sollten Kater kastrieren lassen, weil sie dann weniger umherstreunen. Die Sterilisierung von Katzenweibchen wirke einer "Bevölkerungsexplosion" entgegen.

2.940 Kleinsäuger und 771 Vögel gefangen

Für die Studie sollten Haushalte in England mit jagenden Katzen ab März 2019 für sieben Kontrollwochen heimgebrachte Beutetiere registrieren. Es folgte eine Woche der Umstellung auf die jeweils neue Situation und dann eine fünfwöchige Versuchszeit.

Zudem gab es noch eine Kontrollgruppe, die anzeigen sollte, wie sich die Zahl der angeschleppten Tiere während der Monate allein aufgrund des jahreszeitlich veränderten Beuteangebots entwickelte.

Studienteilnehmer waren 355 jagende Tiere aus 219 Haushalten. Sie brachten während der drei Monate 2.940 Kleinsäuger, 771 Vögel sowie einige Reptilien, Amphibien und Insekten heim. (ff/dpa)

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