Bund und Länder werden Deutschlands Bauern mit Nothilfen unterstützen: Agrarministerin Julia Klöckner sagt den Landwirten mindestens 150 Millionen Euro vom Bund zu. Dazu kommen Hilfen aus den Ländern. Der Bauernverband hatte zuvor eine drastische Bilanz des Dürresommers gezogen.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Die deutschen Bauern bekommen wegen des anhaltenden Dürresommers Unterstützung vom Staat: Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat Hilfen in Höhe von insgesamt 340 Millionen Euro zugesagt.

Angesichts von Ernteschäden "nationalen Ausmaßes" will der Bund 150 Millionen bis 170 Millionen Euro ergänzend zu Länderprogrammen geben

Zuletzt hatte es 2003 Nothilfen gegeben. Damals stellten der Bund und mehrere Länder insgesamt 72 Millionen Euro an Hilfen bereit. Für 2018 hat der Bauernverband Hilfen von bis zu einer Milliarde Euro gefordert.

Aktuelle Zahlen übertreffen bisherige Prognosen

Zuvor hatte der Bauernverband aktuelle Zahlen zu den Ernteeinbußen vorgelegt. Die Zahlen fallen allerdings noch dramatischer aus als bisher prognostiziert.

Bei Getreide ergebe sich in diesem Jahr eine Menge von 35,6 Millionen Tonnen und damit ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte der Deutsche Bauernverband in seiner Erntebilanz am Mittwoch in Berlin mit.

Hinzu kämen Einbußen bei Kartoffeln, Zuckerrüben und vor allem beim Anbau von Tierfutter.

Vielerorts 50 bis 70 Prozent Einbußen - bis hin zu Totalausfällen

In einigen Regionen lägen die Ernteverluste zwischen 50 und 70 Prozent bis hin zu Totalausfällen. Besonders stark betroffen seien der Norden und Osten Deutschlands.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sprach von einem "katastrophalen Ausmaß der Dürreschäden". Viele Bauern bräuchten jetzt schnelle Unterstützung. Die Voraussetzungen dafür seien erfüllt: "Die aus unserer Sicht eindeutigen Zahlen lassen eine grundsätzliche Entscheidung über Dürrehilfen schon jetzt zu."

Rückläufige Erntemengen bei Getreide in Europa und weltweit hätten zu Preissteigerungen geführt. Damit seien auch die Erzeugerpreise gestiegen.

So erziele ein Landwirt im Bundesdurchschnitt derzeit 187 Euro für eine Tonne Brotweizen. Im August 2017 lag der Brotweizenpreis bei 150 Euro pro Tonne. Der Erzeugerpreis für Futtergerste stiegt von von 133 Euro pro Tonne im August 2017 auf aktuell 180 Euro pro Tonne.

Weil die Getreidepreise in den vergangenen Jahren viel zu niedrig gewesen seien, brauche es diese Steigerungen dringend, hieß es vonseiten des Verbands. Ackerbauern mit großen Einbußen profitierten jedoch nur begrenzt, wenn sie keine nennenswerten Mengen zu höheren Preisen absetzen könnten.

Die Zahlen des Bauernverbands basieren auf Meldungen aus den 18 Landesbauernverbänden über die tatsächlich geernteten Flächen und erzielten Erträge. (ank)

Verwendete Quellen: