Burger King steht weiter im Kreuzfeuer: Mitarbeiter beschweren sich über miserable Arbeitsbedingungen. Die Kunden bleiben aus, weil das "Team Wallraff" skandalöse Hygienezustände aufgedeckt hat. Wir haben Burger King Deutschland mit eigenen Recherchen zu den Missständen konfrontiert. Manchen Fragen wich das Unternehmen aber aus.

Vor wenigen Tagen haben wir ein Restaurant von Burger King besucht, das zum massiv kritisierten Franchisepartner Yi-Ko Holding gehört. Dort haben wir aufgebrachte Mitarbeiter vorgefunden. Sie kritisieren unter anderem, dass sie viel zu schlecht bezahlt werden. Manche seien schon über ein Jahrzehnt angestellt, bekämen aber nur etwas mehr als acht Euro die Stunde – ein Lohn weit unter den tariflichen Vorgaben. Im Krankheitsfall bekämen sie gar kein Geld.

Auf Anfrage unseres Portals antwortete Burger King auf die Vorwürfe. Das Unternehmen wolle "faire Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung" sicherstellen, heißt es in der Stellungnahme. Dafür wolle man sich mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zusammensetzen. Auch "Burger King"-Chef Andreas Bork hatte zuvor in der "Welt am Sonntag" angekündigt: "Die Yi-Ko Holding wird künftig nach Tarif bezahlen. Das werden wir rasch umsetzen." Die NGG hatte bereits vor dem Ekelskandal arbeitsrechtliche Schritte gegen Yi-Ko Holding eingeleitet.

Burger King weicht unangenehmer Frage aus

Mitarbeiter werfen dem Unternehmen außerdem vor, sie würden zu sehr unter Stress stehen und oft mit Kopfschmerzen nach Hause gehen. Burger King verweist hier lediglich auf geltende Bestimmungen im Tarifvertrag. Doch darin ist von Sonderfällen wie hohe Stressbelastung nicht die Rede. Außerdem zeigen die Beispiele Lohnausfall bei Krankheit oder Bezahlung unter Tarif, dass der Tarifvertrag bei Yi-Ko Holding oft keine Rolle gespielt hat.

Der frühere Geschäftsführer der Yi-Ko Holding, Ergün Yildiz, ist im Zuge der Aufdeckungen des "Team Wallraff" zurückgetreten. Mitarbeiter, mit denen wir gesprochen haben, befürchten, dass Yildiz weiterhin im Hintergrund die Fäden ziehen wird. Die Furcht der Mitarbeiter ist nicht unbegründet. Yildiz gehört das Unternehmen noch immer. Wenn sich der Wirbel um Burger King gelegt hat, könnte er wieder versuchen, Einfluss auf das operative Geschäft zu nehmen.

Davon will man bei Burger King Deutschland nichts wissen. "Ergün Yildiz ist nur noch passiver Gesellschafter und hat keinerlei operative Verantwortung", heißt es. Alle Entscheidungen von Yi-Ko Holding sollen künftig durch Burger King "geprüft und freigegeben" werden.

Burger King: "Vertrauen schnellstmöglich zurückgewinnen"

Der Skandal um die Burgerkette wirkt sich auch auf den Umsatz aus. Burger King könne als börsennotiertes Unternehmen zwar keine Angaben über Umsatzeinbußen machen, räumt aber ein: "Natürlich hat die Berichterstattung keinen positiven Einfluss auf das Vertrauen unserer Gäste. Wir werden jedoch alles unternehmen, um dieses schnellstmöglich zurückzugewinnen."

Mittlerweile steht nicht nur Burger King, sondern auch der Aufdecker des Skandals, Günter Wallraff, in der Kritik. Laut einem Bericht des "Spiegel" hat er in der Vergangenheit mit McDonald’s, dem schärfsten Konkurrenten von Burger King, zusammengearbeitet. Wallraff habe für ein Schulungsvideo, eine Rede und eine Diskussionsrunde Honorare in Höhe von insgesamt etwa 13.000 Euro von McDonald’s sowie dessen PR-Agentur Burston-Marsteller bekommen. Das Geld sei aber wohltätigen Zwecken gespendet worden. Der Enthüllungsjournalist bestreitet, dass seine Recherche bei Burger King mit seinen Engagements bei McDonald's zusammenhängt.