Der Dax erreichte am Donnerstag ein Rekordhoch, während die Zinsen derzeit gegen Null tendieren. Lohnt es sich überhaupt noch, in den Aktienmarkt zu investieren? Experten sagen ja, raten aber zu einem zeitlich gestaffelten Einstieg.

Was bedeutet ein hoher Aktienindex?

Der Dax liegt derzeit bei rund 9600 Punkten in schwindelerregenden Höhen, selten waren auch die Zinsen so niedrig wie heute. "Der langfristige Trend des Aktienmarktes ist aufwärts gerichtet", fasst Roland Aulitzky, Experte bei der Zeitschrift "Finanztest" der Stiftung Warentest zusammen. Der Experte warnt aber auch: Wenn die Aktienmärkte bis auf kleine Rücksetzer über Jahre hinweg stiegen, sei das Verhältnis zwischen dem, was eine Firma erwirtschafte und dem was sie an der Börse kostet, nicht mehr günstig.

Was muss man deshalb beachten?

Finanztest-Experte Aulitzky rät deshalb, zeitlich zu streuen: "Wenn man jetzt Geld am Aktienmarkt anlegen möchte, sollte man nicht die ganze Summe sofort investieren." Vielmehr solle man erst einen Teil, etwa ein Viertel oder ein Drittel gleich anlegen. Aulitzky empfiehlt dann, zu beobachten, ob die Kursentwicklung weiter hoch laufe, um dann möglicherweise günstige Kurse zum Nachkaufen zu nutzen.

Welche Anlageformen eignen sich am meisten?

Verbraucherschützer raten von Aktien ab und empfehlen, besser auf sogenannte Indexfonds zu setzen. Sandra Klug, Expertin für Geldanlagen bei der Verbraucherzentrale in Hamburg erklärt, warum: "Bei Indexfonds sind Kosten sehr günstig und man schneidet immer so gut ab wie der Markt, den der Index abbildet." Auch Finanztest-Experte Aulitzky empfiehlt diese Anlage: "Die vernünftigste Alternative sind Indexfonds. Wir raten speziell zu Fonds auf den MSCI World, die den weltweiten Aktienmarkt abdecken." Hier seien in der Vergangenheit acht bis neun Prozent Rendite pro Jahr eingefahren worden.

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Gut ist es zunächst, sich vor dem Kauf gründlich über das Thema zu informieren, etwa bei der örtlichen Verbraucherzentrale oder über die Veröffentlichungen der Stiftung Warentest wie die Zeitschrift "Finanztest". Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt zudem eine möglichst große Autonomie zu behalten und verweist auf freie Fondsvermittlerportale im Internet oder Angebote von Banken zur kostengünstigen Depoteröffnung. Laut Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg sollte man sich dabei aber keinem Berater "ausliefern", Banken verfolgten wirtschaftliche Interessen und könnten nicht unabhängig beraten.

Was gibt es für Alternativen?

Sowohl die Verbraucherzentrale Hamburg als auch die Stiftung Warentest können zusätzlich gemanagte Fonds empfehlen. "Das gilt allerdings nur mit Abstrichen", schränkt Finanzexperte Aulitzky ein. Man könne so ein Produkt nämlich nicht einfach kaufen und es dann unbeobachtet liegen lassen. Allgemein gelte, je spezieller man werde, desto höher sei das Risiko. Weitere Alternativen seien laut dem Experten Festgeld und Tagesgeld und Bundesanleihen, hier liegen die höchsten Renditen bekannterweise zurzeit bei mageren ein bis zwei Prozent pro Jahr.

Welche allgemeinen Regeln gelten noch?

Wichtig ist es, die Besteuerung der Aktien und Aktienfonds nicht zu vergessen. Die Möglichkeit der Steuerbefreiung gibt es für neue Aktien nicht mehr. Allgemein sollte man auch die Grundregel nicht vergessen, nach der man das Geld, was man investieren will, nicht für den täglichen Bedarf benötigen darf. Finanzexpertin Klug fasst es so zusammen: "Man muss es auch verkraften können, wenn das Geld weniger wird."