Karen Parkin war wegen ihrer Haltung zu Rassismus in die Kritik geraten. Nun räumt sie ihren Posten bei Adidas, um das Unternehmen "zu einen".

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Der Sportartikelhersteller Adidas muss sich einen neuen Personalvorstand suchen. Karen Parkin, verantwortlich für das Ressort Global Human Resources, verlässt das Unternehmen nach 23 Jahren. Dies teilte Adidas am Dienstagabend in Herzogenaurach mit.

Der Aufsichtsrat habe "in gegenseitigem Einvernehmen" zugestimmt, ihr Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung zum 30. Juni zu beenden. Adidas-Chef Kasper Rorsted übernehme übergangsweise ihre Aufgaben.

Kritik an Parkin wegen Haltung zu Rassismus

Parkin wurde zuletzt ein nachlässiger Umgang mit Rassismus-Vorwürfen von Mitarbeitern aus den USA vorgeworfen: Im Zuge des durch Polizeigewalt verstorbenen Afroamerikaners George Floyd wurde der Personalchefin eine Aussage aus dem vergangenen Jahr zum Verhängnis.

Bei einer Mitgliederversammlung der US-Tochter Reebok sprach sie damals davon, dass der Rassismus in den Staaten nichts mit Adidas zu tun habe. Zwar versuchte der Konzern in der Außendarstellung sein Bild aufzupolieren - etwa in Form eines Förderprogramms für Nicht-Weiße -, doch protestierten weiter Mitarbeiter gegen Perkin.

Lob für Adidas-Personalchefin vom Aufsichtsratschef

Trotz ihrer umstrittenen Haltung zu Rassismus lobte Aufsichtsratschef Igor Landau die Verdienste von Parkin, die seit 1997 für Adidas arbeitete. "Ihre Entscheidung, das Unternehmen zu verlassen, unterstreicht dieses Engagement sowie ihre Überzeugung, dass eine neue Leitung an der Spitze des Personalbereichs den beschleunigten Wandel, den Adidas jetzt benötigt, am besten vorantreiben wird."

"Mit Respekt vor ihrer Entscheidung nehmen wir daher ihr Rücktrittsgesuch an", so Landau. Rorsted betonte, Parkin haben in den vergangenen Wochen "eine wesentliche Rolle dabei gespielt, wie wir Rassismus bekämpfen und aus Adidas ein noch vielfältigeres Unternehmen machen wollen".

Parkin: "Um Unternehmen zu einen, ist es besser, wenn ich mich zurückziehe"

Parkin selbst erklärte, sie bekenne sich zu dem Ziel, ein Unternehmen zu schaffen, das "in noch größerem Ausmaß von Vielfalt, Teilhabe und Gleichbehandlung" geprägt ist. Doch es gebe noch sehr viel zu tun.

"Um das Unternehmen zu einen, ist es besser, wenn ich mich zurückziehe und den Weg für einen Wandel bereite", wird sie in einer Pressemitteilung des Unternehmens zitiert. (msc/dpa)

Verwendete Quellen:

  • manager-magazin.de: Mitarbeiter scheuchen Adidas-Vorständin aus dem Amt
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