Der Winter 2012/2013 war dunkel, lang und teuer. Nach den Zahlen von "Wetter.net" liegen die Kosten für die deutsche Wirtschaft fast bei zehn Milliarden Euro. Besonders die Krankenstände und die Schäden am Straßennetz machen sich demnach negativ bemerkbar.

Nach einem kühlen und im Süden auch sehr nassen Wochenende rollt kommende Woche schon die nächste Wärmewelle auf Deutschland zu.

Mit einer durchschnittlichen Temperatur von nur 0,2 Grad war der März besonders kalt. Der Monat gehört somit zu den sechs kältesten seit 1881. Insgesamt war die gerade vergangene Kälteperiode um 0,6 Grad kühler als das langjährige Mittel der letzten 30 Jahre. Mit nur 97 Stunden Sonnenscheindauer waren Dezember, Januar und Februar zudem so dunkel wie noch nie seit 1951.

Die aktuellen Kosten für die Unternehmen durch den höheren Krankenstand schätzt "Wetter.net" auf 4,8 Milliarden Euro ein. Auf Anfrage bei Krankenkassen ermittelte das Portal einen starken Zuwachs bei den Fehltagen. "Die Krankheitsfälle sind im Vergleich zum Vorjahr für den Januar und Februar um 60 Prozent angestiegen", sagt Dominik Jung von "Wetter.net".

Winter kostet mindestens 9,7 Milliarden Euro

Für die Nebenkosten bei Privathaushalten konnte das Wetterportal noch keine Werte ermitteln, aber im kalten März hätten die Verbraucher durchheizen müssen, weshalb ebenso für die Heizkosten ein kräftiger Anstieg zu erwarten sei. Die allgemeinen Kosten für die deutsche Wirtschaft beziffert Jung auf zwei Milliarden Euro. Die Bauwirtschaft habe durch die Kälte zum Beispiel zehn Prozent weniger Aufträge bearbeiten können.

Auch für Gärtnereien und Baumärkte war der lange Winter verlustreich, weil sie "auf ihrer Blumen-Frühlingskollektion sitzen geblieben sind". Zu Ostern gab es demnach Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent.

Durch Eis und Schnee entstand "Wetter.net" zufolge auf den Straßen ein Schaden von 2,9 Milliarden. Die Zahlen dazu stammen laut Dominik Jung "von entsprechenden Ministerien". Insgesamt kommt der "Mainzer Wetterfrosch" damit auf eine Schadenssumme von mindestens 9,7 Milliarden Euro.

Trend: Frühling wird noch schön

Bei all den hohen Winterkosten kann Dominik Jung aber auch positive Zeichen setzen. Für den aktuellen Frühling macht der Meteorologe Mut: "Die Temperaturen im Mai werden wahrscheinlich über dem langjährigen Mittel liegen."