Wie wird unser Universum enden? An dieser Frage haben sich schon viele Wissenschaftler, Gurus und Alchemisten die Zähne ausgebissen. Forscher meinen ziemlich sicher zu wissen, dass alles mit dem Urknall begann, für den Schluss gibt es allerdings mehrere Theorien. Am wahrscheinlichsten gilt derzeit der "Big Rip", das Zerreißen des Weltalls.

Der LHC startet bald wieder - die meisten Kritiker sind verstummt.

"Big Rip" ist ein Szenario, dass die Theorie vom Urknall konsequent fortführt. "Das Einzige, was wir genau wissen, ist, dass sich das Universum beschleunigt ausbreitet", sagt der Mathematiker Marcelo Disconzi von der Vanderbilt Universität in Tennessee der britischen Zeitung "The Guardian".

Das Ende des Universums sieht nach dem neuen Modell folgendermaßen aus: Weil das All immer schneller auseinanderdriftet, wird es einen Zeitpunkt geben, bei dem die Atome mit großer Kraft auseinandertreiben, bevor die Mini-Teilchen im Unsichtbaren verschwinden.

Big Rip: Weltenende erst in 22 Milliarden Jahren

Wer sich jetzt große Sorgen macht, sei beruhigt. Das Weltenende soll erst in 22 Milliarden Jahren stattfinden.

Das neue Modell, das die Wissenschaftler gerade im Magazin "Physical Review D" beschrieben haben, entwickelt die bisher bestehenden Theorien weiter. Dazu führten die Forscher den Begriff "Flüssigkeitsgrad der Masse" in ihr Gedankengebäude ein, was sie in diesem Fall auf das ganze All beziehen.

Bisher unterlag der Parameter Flüssigkeitsgrad der Annahme, dass sich Flüssigkeiten unter bestimmten Bedingungen schneller als Licht bewegen könnten. "Das ist katastrophal falsch, weil gut belegt ist, dass sich nichts schneller als Licht ausbreitet", gibt Marcelo Disconzi laut dem "Guardian" zu bedenken.

Die Beschleunigung nimmt ständig zu

Das neue Modell verwirft die Annahme, dass das Universum mit einer bestimmten Rate beschleunigt expandiert. Es ist demnach eher so wie bei einem Sportwagen, der schneller und schneller wird. Zuerst steigert sich das Tempo alle Kilometer um zehn Kilometer pro Stunde, dann passiert das alle 500 Meter und schließlich jeden Meter. Das hätte zur Folge, dass Teile wie die Motorhaube oder die Hinterräder irgendwann fortgerissen würden, bis zum Schluss nichts mehr da ist.

"Im Rip-Szenario wird die Anti-Materie immer stärker, so dass schließlich die Allzeit auseinanderreißt", sagt Disconzi dem "Guardian". "Das Universum verschwindet vor deinen Augen." (cfl)