Sarah Wiener scheut offenbar nicht davor zurück, sich Feinde zu machen. Die Fernsehköchin rechnet mit dem Trend zur veganen Ernährung ab - "denn leider rettet auch sie nicht die Welt".

"Was mich stört, ist die Haltung vieler, die glauben, allein der Verzicht auf alle tierischen Produkte sei die richtige Antwort". In einem Gastbeitrag für das "Enorm Magazin" rechnet Sarah Wiener mit dem Trend zur veganen Ernährung ab.

Attacken gegen Veganismus klingen absurd, aber sind sie das auch?

Die österreichische Köchin lebt selbst überwiegend vegetarisch, Genuss geht für sie Hand in Hand mit Umweltbewusstsein: "Wir verarbeiten erstklassige Zutaten aus saisonalem und regionalem Anbau und Fleisch und Fisch aus artgerechter Zucht", heißt es auf ihrer Homepage.

Der immense Fleischkonsum sei in Industrieländern die größte Ernährungssünde: Er schade der Würde der Tiere und der Umwelt massiv. Die vegane Ernährung sei jedoch auch keine Lösung: "Denn leider rettet auch sie nicht die Welt. Sie garantiert noch nicht einmal eine gesunde und nachhaltige Ernährung." Vegan zu leben fördere weder die Nachfrage nach Produkten aus einer anständigen Tierhaltung noch die nach regionalen, ökologisch erzeugten Lebensmitteln.

"Sojamilch ist in etwa so künstlich wie eine Cola"

Ihr Hauptkritikpunkt: Produkte speziell für Veganer seien oft stark verarbeitet und schadeten der Umwelt damit in ähnlicher Weise wie die von Veganern angeprangerte Nahrungsmittelproduktion: Vegane Industrieprodukte ließen Böden erodieren, versauten das Klima und vergifteten das Wasser. "Das System, in dem sie entstehen, ist ebenso grundlegend falsch wie das System der Fleischproduktion", ereifert sich die 52-Jährige.

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Seitan-Truthahn, Soja-Burger und andere vegane Ersatzprodukte seien ein Tor für die Nahrungsmittelindustrie, um noch mehr künstliche, stark verarbeitete Lebensmittel minderer Qualität auf den Markt zu werfen, Sojamilch sei "in etwa so künstlich wie eine Cola."

Ob Veganer, Vegetarier oder Fleischesser: Laut Wiener sollte man auf saisonale, regionale Produkte zurückgreifen, um naturbewusst zu leben. Auch ein Stückchen Fleisch ab und zu sei kein Problem – "aus artgerechter Tierhaltung." In den sozialen Netzwerken erntet sie überwiegend Lob für ihren Artikel. Ein Shitstorm von Veganern bleibt überraschend aus – zumindest bisher.