Knapp zwei Wochen sind es noch bis Heiligabend. Für die Meteorologen ist es noch etwas zu früh für verlässliche Wetterprognosen zu Weihnachten, einen ersten Ausblick wagen sie aber dennoch. Wir haben mehrere Meteorologen gefragt, wie wahrscheinlich weiße Weihnachten sind.

Alles ist weiß: Dicke Flocken rieseln vom Himmel. Wie Zuckerguss bedeckt der Schnee Häuser, Bäume und Straßen, während in den Wohnzimmern Kerzen und Weihnachtsbäume leuchten. Sieht so Ihr Bild vom perfekten Weihnachtsfest aus?

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Zuletzt schneite es 2010 an Heiligabend in ganz Deutschland. "Solche traumhaften weißen Weihnachten gibt es bundesweit aber nur alle 20 bis 30 Jahre", sagt Dr. Karsten Brandt vom Wetterportal donnerwetter.de. Nach aktuellem Stand der Dinge sagt der Meteorologe nasskaltes Wetter für den 24. Dezember voraus. Im Flachland könnten die Temperaturen bei 3 bis 6 Grad liegen. Eine höhere Wahrscheinlichkeit für Schnee gibt es erst ab einer Höhenlage von 500 oder 600 Metern.

Weiße Weihnachten sind selten in Deutschland

"Es sieht also eher nach grünen Weihnachten aus. Das kann sich aber noch ändern", tröstet Brandt. Obwohl das Wetter an Heiligabend 2012 und 2013 extrem warm ausfiel, seien weiße Weihnachten nicht seltener geworden. "Schnee an Heiligabend war immer schon selten", erklärt der Wetterexperte. "Die Schneetage haben zwar insgesamt in Deutschland abgenommen, aber nicht zu Weihnachten." In Hamburg gebe es nur alle 10 Jahre eine Schneedecke an den Feiertagen, in Köln alle acht und in München alle drei Jahre.

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Gute Anzeichen für weiße Weihnachten sieht auch Denis Möller von wetteronline.de nicht. "Nach dem kalten Monatsbeginn scheinen sich derzeit bis Mitte Dezember atlantische Tiefs einzuspielen, die Regen, Wind und mildere Luft mitbringen", meint der Meteorologe. "Es ist die wahrscheinlichste Variante, dass es so weitergeht." So sei eben ein typisch mitteleuropäischer Winter.

Schneegarantie gibt es nur in den Alpen

Wer unbedingt eine weiße Pracht vor dem Fenster haben will, muss eben in die Alpen fahren. In Oberstdorf oder Garmisch-Partenkirchen ist die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten am höchsten. Möller kann auch noch den bayerischen Wald und das Erzgebirge empfehlen. Bei 100 Prozent liegt die Schneegarantie aber nur auf der Zugspitze. "Wenn wir öfter Schnee an Weihnachten haben wollen, müssen wir die Feiertage auf Ende Januar oder Anfang Februar verlegen", scherzt Wetterexperte Möller. "Da ist es meist deutlich kälter."

Viel häufiger als weiße Weihnachten sei das sogenannte Weihnachtstauwetter, sagt der Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Dann liege um die Feiertage ein Tiefdruckgebiet über dem Nordmeer zwischen Island und Skandinavien und sorge für eine westliche Strömung mit feucht-milder Luft. Schon gefallener Schnee taut bei solchen Verhältnissen wieder weg. In 70 Prozent der Jahre ist nach der DWD-Statistik mit einer solchen Wetterlage zu Weihnachten zu rechnen.

Genauere Prognosen können die Meteorologen aber erst frühestens zehn Tage vor dem 24. Dezember abgeben.

Mit Material der dpa