Diese Satellitenbilder zeigen dramatische Veränderungen auf der Erde, die oft genug auf Menschen zurückgehen.

Brasilianische Provinz Rondonia 1975: Die Behörde "US Geological Survey" schickt den Erdbeobachtungs-Satelliten Landsat 5 nach knapp 30 Jahren in Rente. Für uns Grund genug, einige dramatische Veränderungen aufzuzeigen, die Forschungsflieger wie Landsat festgehalten haben. Ein Erdtrabant nahm 1975 dieses Bild vom brasilianischen Regenwald auf. Es zeigt den nahezu unberührten Wald in der Provinz Rondonia.
Brasilianische Stadt Ariquemes 2011: 2011 bot sich aus dem All ein ganzes anderes Bild. In der Provinz Rondonia verschwand zwischen 1978 und 2003 eine Waldfläche von 67.764 Quadratkilometer Größe, das entspricht fast der Ausdehnung von Bayern. Die rosafarbenen Einfärbungen zeigen das mittlerweile weitverzweigte Straßennetz um die Stadt Ariquemes.
Kilimandscharo 2010: 34 Jahre später ergibt sich ein ganz anderes Bild: Schnee und Eis sind 2010 auf dem Gipfel des Kilimandscharos fast komplett verschwunden. Der weiße Schleier um den Berg stellt eine Wolkendecke dar.
Peking 1977: Satelliten halten aber nicht nur Veränderungen in der Natur fest, auch die städtische Ausbreitung können die Aufnahmen belegen. Im Jahr 1977 wohnten in der chinesischen Hauptstadt Peking gut fünf Millionen Menschen. Die roten Flächen stellen auf dem Falschfarbenbild die Grünzonen dar.
Pekinger Stadtteil Fangzhuang 2011: 2011 wohnten in der Mega-Metropole bereits knapp 20 Millionen Menschen. Das Detailfoto vom Stadtviertel Fangzhuang zeigt, wie wenige Grünflächen es noch gibt.
Der Aralsee 1977: Auf kasachischem und usbekischem Staatsgebiet gelegen, war der Aralsee 1977 bereits geschrumpft, bedeckte aber noch eine Fläche von gut 55.000 Quadratkilometern, was ungefähr der Fläche von Hessen und Baden-Württemberg zusammen entspricht.
Südlicher Teil des Aralsees 2010: 2010 gab es keine einheitliche Fläche mehr, insgesamt waren noch 13.900 Quadratkilometer mit Wasser bedeckt. Kältere Winter, heißere Sommer, Pesitizidverschmutzung, Sandstürme und Salzablagerungen sind nur einige Gründe für die Verlandung.
Tschernobyl Ende April 1986: Nur drei Tage nach dem Supergau in Tschernobyl nahm ein Statellit von "US Geological Survey" am 29. April 1986 dieses Bild auf. Die hellen Farbtöne bei der am See gelegenen Atomanlage zeigen die hohen Temperaturen. Bis zur Katastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 war der Vorfall das größte Nuklearunglück.
Tschernobyl 2011: Aus dem All sieht das Kraftwerk im Juni 2011 um einiges besser aus. Für die Situation der Menschen gilt das leider nicht: Seit dem Reaktorunfall haben Krebserkrankungen wie Leukämie oder Befall der Schilddrüse stark zugenommen.
Tschadsee 1973: Den Tschadsee hat ein ähnliches Schicksal wie den Aralsee ereilt. Im Grenzgebiet der afrikanischen Staaten Nigeria, Niger, Tschad und Kamerun gelegen, bedeckte der See 1963 noch über 25.000 Quadratkilometer (etwas größer als Hessen). Seitdem ist das Wasserreservoir stark geschrumpft.
Tschadsee 2003: Heute ist der Tschadsee nach Angaben von "US Geological Survey" lediglich noch 2.000 Quadratkilometer groß. Die Experten der US-Behörde geben intensiver Landwirtschaft und der damit verbundenen Wasserentnahme die Hauptschuld an der enormen Verlandung.
Mount St. Helens 1973: Am 18. Mai 1980 brach der Vulkan Mount St. Helens im US-Bundesstaat Washington aus. Das Bild von 1973 zeigt eine üppige Vegetation (rot), die nahe an den Berg heranreicht.
Mount St. Helens 1983: In nur wenigen Minuten wurden durch den Ausbrauch 180 Quadratkilometer Wald zerstört. Der riesige Krater sah aus dem All im Mai 1983 wie eine offene Wunde aus. Die Vegetation (rot) ist auf einige Entfernung zu dem Berg zurückgedrängt. Die Erhebung verlor durch die Eruption 401 Meter an Höhe auf jetzt 2.549 Meter.