Die Ampel wird am Dienstag 100 Jahre alt! Zum Jubiläum haben wir die kuriosesten Fakten zur wohl mächtigsten Lichtanlage der Welt zusammengestellt.

Sie ist Fluch und Segen zugleich: die Ampel. Am 5. August feiert die Lichtsignalanlage, die einst den Verkehr revolutionierte und seitdem für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgt, ganze 100 Jahre alt. Grund genug, ein paar kuriose Fakten aus den Archiven hervorzuholen.

Woher kommt der Name "Ampel"?

Der Begriff "Ampel" stammt von dem lateinischen Wort "ampula". Der Begriff lässt sich mit "Ölflasche" übersetzen. Der offizielle beziehungsweise behördliche Begriff lautet in Deutschland "Lichtzeichenanlage" oder auch "Wechsellichtzeichenanlage".

Wann wurde die Ampel erfunden?

Die erste Ampel kam 1868 im überfüllten London zum Einsatz. Dabei handelte es sich um eine Gaslaterne, die über rote und grüne Lichtsignale verfügte und den Verkehr von Pferdekutschen regeln sollte. Diese erste Konstruktion war allerdings nicht von Erfolg gekrönt – die Laterne explodierte nach drei Wochen.

Wo und wann kam die erste funktionierende Ampel zum Einsatz?

Es sollte 46 Jahre dauern, bis die erste elektrische Ampel, wie wir sie im Prinzip heute kennen, in Cleveland, Ohio in den USA in Betrieb genommen wurde. Das war im Jahre 1914, genau genommen am 5. August – bis auf den Tag genau also vor 100 Jahren. Die Anlage verfügte allerdings nur über die Farben Rot und Grün. Die ersten dreifarbigen Ampeln wurden 1920 in New York und Detroit aufgestellt.

Wann kam die Ampel nach Deutschland?

In Deutschland erhielt die Ampel 1922 zuerst in Hamburg am Stephansplatz Einzug. Berühmtheit erlangte allerdings der 1924 von Siemens in Betrieb genommene Ampelturm am Potsdamer Platz – damals laut Siemens der verkehrsreichste Platz in ganz Europa. Die Signalsteuerung in dem drei Meter hohen Ampelturm erfolgte durch einen Polizisten, der in einer Kabine Platz nahm.

Wie wurde der Verkehr in Deutschland ohne Ampeln geregelt?

Bevor die Ampel in Deutschland und in anderen Ländern etabliert wurde, übernahmen in verkehrsreichen Städten Polizisten die Steuerung des Verkehrs. Auch heute noch müssen die Ordnungshüter hin und wieder für defekte Ampeln einspringen und den Verkehrsfluss per Handzeichen und Verkehrskelle regeln.

Wie viele Ampeln gibt es mittlerweile in Deutschland?

Schätzungen des Ampelherstellers Siemens zufolge gibt es hierzulande rund 1,5 Millionen Anlagen. Jede zweite Lichtsignalanlage stammt von dem Hersteller. Jeder deutsche Autofahrer verbringt in seinem Leben rund zwei Wochen mit dem Warten vor roten Ampeln.

Sind alle Ampeln auf der Welt gleich?

Alle Ampeln auf diese Welt funktionieren bis auf einige Ausnahmen nach dem gleichen Prinzip: Rot bedeutet, anhalten zu müssen, Grün signalisiert die Weiterfahrt. Gelb kündigt einen Signalwechsel an. Allerdings wird in einigen Ländern auf das gelbe Licht nach dem Wechsel von Rot auf Grün verzichtet – beispielsweise in Frankreich, den Niederlanden, Italien oder den USA. Zudem gibt es in einigen Ländern Blinklichtphasen, die auf einen Signalwechsel hindeuten. Neben den senkrechten Ampelanlagen existieren weiterhin auch waagerechte Ampeln für Autofahrer, beispielsweise in Japan.

Weltweite Unterschiede gibt es darüber hinaus vor allem bei den Fußgängerampeln. Man denke nur an die legendären ostdeutschen Ampelmännchen oder die Aufforderungen "Walk" und "Don't Walk" in den USA.

Darf man eine rote Ampel im Sonderfall überqueren?

Die Antwort lautet: ja. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Ampel offensichtlich defekt ist, also keine verschiedenen Ampelphasen mehr angezeigt werden. Ebenfalls ist es zulässig, eine rote Ampel zu überqueren, um Einsatzfahrzeugen Platz zu schaffen. Beides darf allerdings nur mit äußerster Vorsicht passieren. Eine dritte Ausnahme betrifft Ampeln, unter denen ein Schild mit einem grünen Pfeil angebracht ist. Rechtsabbieger dürfen auch bei Rot in die Kreuzung einfahren, sofern es der Verkehr zulässt, müssen aber in jedem Fall vorher stoppen, um sich zu vergewissern.  © 1&1 Mail & Media / CF

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