Eine Sicherheitslücke bei Keyless-Funkschlüsseln erleichtert Langfingern das Handwerk. Der neue Land Rover Discovery ist das erste Modell, das sich nach Tests des ADAC nicht durch eine Funkbrücke öffnen lässt. Die Lösung liegt in einem neuen Funkmodul.

Seit 2015 die Sicherheitslücke bei Keyless-Systemen bekannt wurde, führt der ADAC Prüfungen der Schließsysteme durch. Bei über 180 seither getesteten Automodellen ist es möglich, die Systeme durch eine Funkverlängerung zu überwinden. Die Sicherheitslücke betrifft alle Marken, seien es Ford oder VW, Fiat oder Kia, BMW oder Mercedes. Das Modell 2018 des Land Rover Discovery lässt sich als erstes Auto nicht mehr mit dem bekannten Funktrick öffnen. Laut Hersteller sollen die 2018er-Modelle von Range Rover, Range Rover Sport und Jaguar E-Pace mit der gleichen Technik ausgestattet sein.

Einfacher Diebstahl mit der Funkbrücke

Bei Keyless-Systemen sendet der Schlüssel ein Funksignal an das Auto, welches daraufhin die Türen entriegelt. Erkennt das Auto nach dem Einsteigen des Fahrers die Anwesenheit des Funkschlüssels, entriegelt es die Wegfahrsperre und erlaubt das Starten des Autos. Dieses System lässt sich austricksen, wenn zwei Gauner mit dem passenden Equipment zusammenarbeiten.

Davor muss sich ein Komplize des Autodiebs mit einem Funkrelais in der Nähe des Autoschlüssels aufhalten. Das funktioniert auch, wenn sich der Schlüssel in der Tasche des Besitzers oder sogar hinter einer Hauswand befindet. Das Funkrelais verlängert die Funksignale des Schlüssels auf eine Reichweite von mehreren Hundert Metern. Dadurch kann der Autodieb, der neben dem Fahrzeug steht, einfach die Tür öffnen und den Motor anlassen. Laut ADAC lassen sich solche Funkrelais aus einfachen Standardteilen herstellen.

Neues Verfahren verhindert das Überbrücken

Beim neuen Land Rover Discovery funktioniert diese Methode nicht mehr. Grund dafür ist die Verwendung eines Funkmoduls, das mit „Ultra Wide Band“ (UWB) arbeitet. Das dabei genutzte Verfahren ermöglicht es, die Laufzeit der Funksignale – und damit die Entfernung des Schlüssels zum Auto – genau zu ermitteln. Dadurch funktionieren Funkbrücken nicht mehr.

Mehr Sicherheit bei weniger Komfort

Der ADAC fordert die Autohersteller auf, durch solche Verfahren für mehr Sicherheit bei Funkschlüsseln zu sorgen. Bis dahin helfen Hausmittel, etwa den Schlüssel mit Alufolie zu umwickeln oder in eine Blechdose einzulegen. Ob die Blechdose die Funkwellen wirklich abschirmt, zeigt sich, wenn die Dose mit dem Schlüssel direkt vor das Auto gehalten wird.  © 1&1 Mail & Media / CF