Anibal Automotive gehört noch zu den Underdogs in der Supersportwagen-Szene, doch das kanadische Unternehmen entwickelt Großes: Der Anibal Icon RR nutzt einen Porsche 911 als Basis, setzt jedoch auf eine komplett andere Optik und eine extreme Motorleistung.

Mit Umbau-Kits auf Basis von Porsche-Modellen kennt man sich bei Anibal Automotive aus dem kanadischen Montreal bestens aus. Schon seit vielen Jahren kreieren die Tüftler fette Porsche-Bodykits oder verpassen den Stuttgarter Sportwagen einen ganz eigenständigen Look. Doch das ist Anibal Harfouche, dem Gründer von Anibal Automotive, nun offenbar nicht mehr genug. Mit dem Anibal Icon RR plant er den ersten hauseigenen Supersportwagen. Die Basis für das Projekt kommt selbstverständlich wieder aus Zuffenhausen.

Anibal Icon RR: Mit dem Porsche 911 Turbo S als Spender

Die Wahl fiel dabei nicht auf einen serienmäßigen Carrera: Ein Porsche 911 Turbo S der neuesten Generation (991.2) soll es sein. Der kommt bereits in der Serie mit satten 580 PS, doch Anibal will dem 3,8-Liter-Boxer-Sechsyzlinder eine besondere Behandlung verpassen. Angepeilt ist eine Maximalleistung von 920 PS, womit das Supercar ein Beschleunigungsvermögen von unter drei Sekunden auf Tempo 100 erreichen soll. Allradantrieb sowie die Allradlenkung des Porsche werden genauso übernommen wie die Carbon-Keramik-Bremsanlage. Selbst bei der adaptiven Fahrwerksregelung wollen die Kanadier auf die Technik aus Schwaben vertrauen.

Komplett eigenständig wird allerdings die Optik des Icon RR: Auf den verwendeten Gitterrohrrahmen kommen Karosserieelemente aus Kohlefaserlaminat. Eine deutlich niedrigere Silhouette, aktive Luftleitelemente sowie eine massive Verspoilerung sollen dem Supersportler ein perfektes Handling verleihen. Das geht einher mit einer Optik, die sich irgendwo zwischen Honda NSX und Porsche 918 Spyder bewegt – also eher nach Mittelmotorkonzept aussieht als nach Heckmotor. Die vorderen Radläufe erheben sich hoch über die Haube, zwischen dieser und den Radläufen öffnen sich breite Luftkanäle. Die Fahrgastzelle für zwei Personen kauert tief über dem Boden. Das Heck ist mit Entlüftungsöffnungen durchzogen. Die Rückleuchten des Porsche werden eins zu eins übernommen.

50 Exemplare sollen gebaut werden

Es gehört quasi zum guten Ton, dass man ein solch radikales Fahrzeug in einer nur limitierten Serie anbietet. Anibal Automotive will aber immerhin 50 Stück des Icon RR bauen, zusätzlich sollen fünf weitere Exemplare als "Drastic Edition" entstehen – hinter diesem Begriff könnte sich eine Variante für den Rundkurs verbergen. Informationen zu Preisen oder dem Datum der ersten Auslieferungen sind noch nicht bekannt.  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet