Audi hat zusammen mit einem Partner genug künstliches Benzin hergestellt, um es mit Motoren zu testen. Mit synthetisch erzeugtem Diesel und Gas konnten unlängst erste Erfolge erzielt werden. In Ingolstadt sieht man ein großes Potenzial in diesen alternativen Kraftstoffen.

Audi konnte in Zusammenarbeit mit Global Bioenergies (Sachsen-Anhalt) zum ersten Mal in einer Demonstrationsanlage synthetisches Benzin in einer größeren Menge herstellen. Audi will den "E-Benzin" genannten Kraftstoff jetzt an Motoren auf sein Verbrennungs- und Emissionsverhalten testen. Der hochreine Kraftstoff verspricht sehr gute Klopffestigkeit, sodass Audi möglicherweise die Verdichtung anheben und die Effizienz der Motoren mit einem solchen regenerativen Kraftstoff steigern kann.

E-Benzin aus Sachsen-Anhalt

Bei dem E-Benzin handelt es sich um eine Verbindung aus Kohlenstoff und Wasserstoff. In einem zweistufigen Prozess entsteht zuerst Isobuten (C4H8), dann unter Zugabe von weiterem Wasserstoff Isooktan (C8H18). Dieser Brennstoff ist schwefel- und benzolfrei und verbrennt deshalb schadstoffarm.

In der Versuchsanlage in Sachsen-Anhalt entsteht der Brennstoff bisher aus Biomasse. Mittelfristig wollen Audi und Global Bioenergies den Prozess so ändern, dass er ohne Biomasse auskommt. Dann sollen regenerativ hergestellter Wasserstoff und CO2 als Ausgangsstoffe genügen.

Zukünftig ohne Rohstoffe vom Acker

Bei E-Diesel ist Audi ein solcher Herstellungsprozess ohne Biomasse schon gelungen. In Dresden hat Audi zusammen mit einem Partner Ende 2014 bis Oktober 2016 eine Pilotanlage betrieben, die aus Ökostrom, Wasser und CO2 sogenanntes "Blue Crude" produzierte. Dieser Rohstoff lässt sich in einer weiteren Verfahrensstufe in Diesel umwandeln.

Eine Fabrik für E-Diesel soll noch dieses Jahr in Laufenburg im Schweizer Kanton Aargau in Betrieb gehen. Der Ausstoß ist zunächst für 400.000 Liter pro Jahr geplant. Die Anlage soll in der Lage sein, dann besonders viel regenerative Energien zu verarbeiten, wenn diese im Überschuss anfallen. Das verarbeitete CO2 kommt aus der Umgebungsluft oder aus Prozessabgasen.

Ökogas und Ökodiesel ohne Biomasse

Mehrjährige Erfahrung hat Audi mit regenerativ gewonnenem Gas. Seit 2013 erzeugt der Autobauer in Werlte (Emsland) in einer Power-to-Gas-Anlage synthetisches Methan, bei Audi "E-Gas" genannt. Neben Ökostrom werden dabei als Rohstoffe nur Wasser und CO2 verwendet. Die Produktion dieser Anlage soll den Verbrauch der G-tron genannten, gasbetriebenen Varianten von Audi A3, A4 und A5 abdecken. Diese Autos zapfen konventionelles Erdgas (CNG) an der Tankstelle, und Audi speist eine entsprechende Menge Ökogas in das Erdgasnetz ein. Das Verfahren ist somit das gleiche wie beim Ökostrom.  © 1&1 Mail & Media / CF

Der neue Mazda3 für 2019 soll sich optisch stark an der 2017er Studie KAI Concept orientieren. Außerdem haben die Japaner ihr erstes Elektroauto in petto.