Autonomes Fahren ist derzeit in aller Munde. Prototypen beweisen: Autos können bereits heute völlig selbstständig von A nach B fahren, ohne dass der Fahrer eingreifen muss. Macht genau das den Führerschein in Zukunft vielleicht überflüssig?

Ob Audi, Mercedes, Apple oder Google - zahlreiche Autohersteller und auch andere Unternehmen arbeiten derzeit mit Hochdruck an autonomen Fahrzeugkonzepten. Die ersten Prototypen sind bereits in der Lage, komplett eigenständig am Straßenverkehr teilzunehmen, ohne dass der Fahrer selbst eingreifen muss. Vom Spurwechsel über die Routenplanung bis hin zum Einparken geht alles vollautomatisch. Da liegt es nahe, dass sich irgendwann die Frage aufdrängt, ob der Führerschein in Zukunft vielleicht nicht mehr nötig sein könnte. Nach dem aktuellen Stand der Dinge ist dieses Szenario allerdings reine Zukunftsmusik und steht in keinster Weise zur Debatte.

Ohne Führerschein keine Fahrt

Bereits 2014 veröffentlichten die Vereinten Nationen in einem Bericht zum Thema "Autonomes Fahren" eine eindeutige Richtlinie. Fahrzeuge, die in der Lage sind autonom zu fahren, dürfen nur von Personen gesteuert werden, die eine gültige Fahrerlaubnis besitzen. Die autonomen Assistenzsysteme müssten darüber hinaus jederzeit vom Fahrer ausgeschaltet werden können und das Fahrzeug manuell fahrbar sein. Allein diese Tatsache schließt aus, dass Autofahrer in Zukunft möglicherweise auf den Führerschein verzichten könnten.

Darüber hinaus wird es noch Jahrzehnte dauern, bis ausschließlich autonome Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein werden - wenn überhaupt. Solange Autofahrer am Straßenverkehr teilnehmen, ist es daher sehr unwahrscheinlich, dass Autofahrer ohne gültige Fahrlizenzen Fahrzeuge im öffentlichen Raum bewegen dürfen.

Auch eine Versicherungsfrage

Während es bereits erste öffentliche Strecken gibt, auf denen autonome Fahrzeuge im normalen Verkehr getestet werden können, stehen die Kfz-Versicherer vor einer neuen Herausforderung. Wer übernimmt die Kosten für Schäden, die der "Computer" verursacht hat? Wie eine solche Schutzpolice aussehen könnte, ist bisher unklar. Eine Möglichkeit bestehe darin, dass nicht mehr der Fahrer, sondern der Hersteller für den Schaden aufkommen muss.

Trend weg vom Führerschein?

Von einem richtigen Trend kann zwar noch nicht die Rede sein, auffällig ist aber, dass vor allem junge Menschen, die in Großstädten leben, oftmals dazu neigen, ihren Führerschein nicht unmittelbar mit Erreichen des 18. Lebensjahres zu machen. Ein Grund dafür liegt darin, dass sich bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Prioritäten weg vom Auto als Statussymbol hin zu Smartphones und anderen gesellschaftlichen Trends orientieren.

Nur wenige junge Leute legen Wert darauf, in der Stadt mit dem eigenen Auto unterwegs zu sein. Der öffentliche Nahverkehr und das Fahrrad nehmen vielerorts einen wesentlich höheren Stellenwert ein.  © 1&1 Mail & Media / CF