So eine Gelegenheit bietet sich nur selten. Bei der Auktion von RM Sotheby's in Paris kommt mit dem Porsche 901 Cabriolet Prototyp von Karmann ein exklusives Einzelstück unter den Hammer. Der Vorgänger des Porsche 911 Cabriolets könnte für bis zu eine Million Euro den Besitzer wechseln.

Oldtimer-Sammler werden bei vier Worten besonders hellhörig: erste, letzte, nur und Original. Auf den Porsche 901 Cabriolet Prototyp von Karmann aus dem Jahr 1964 treffen gleich alle vier Beschreibungen zu. Das historisch wertvolle Exponat wird am kommenden Mittwoch, den 8. Februar 2017, in Paris bei RM Sotheby's versteigert. Den Wert für das exklusive Einzelstück geben die Verantwortlichen mit 850.000 bis 1.000.000 Euro an.

Der zweitälteste Porsche 901 überhaupt

Laut RM Sotheby's handelt es sich bei dem angebotenen Fahrzeug mit der Chassisnummer 13360 um den einzigen jemals gebauten Open-Top 910 Cabriolet Prototyp der Welt und darüber hinaus den zweitältesten überlebenden 901 überhaupt. Dieser Fakt ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass nahezu alle 13 ursprünglich von Karmann gebauten 901 Prototyp Coupés aus den Jahren 1963 bis 1964 inzwischen nicht mehr existieren.

Exklusivität und Wert des Porsche begünstigen außerdem die Tatsachen, dass es sich beim 901 Cabriolet Prototyp um das älteste 901-Exemplar in einem komplett unrestaurierten Originalzustand handelt - seine Geschichte vom ursprünglichen Zustand bis heute ist durchgängig dokumentiert worden. Welche Chance sich mit der Versteigerung offenbart, zeigt auch der Fakt, dass das Cabriolet bisher noch nie öffentlich zum Kauf angeboten wurde.

Sportwagen mit einzigartiger Geschichte

1964 entschied sich Porsche dazu, den Zulieferer Karmann mit dem Umbau eines 901 Prototyp zum Cabriolet zu beauftragen. Schnell stellte sich aber heraus, dass vor allem das Verdeck den Ingenieuren bis zur Serienreifen zu große Probleme bereiten würde. Vor diesem Hintergrund wurde damals der Targa-Konstruktion auf Basis des 901 Coupé der Vorzug gegeben. Der 901 Cabriolet Prototyp verschwand bis 1967 wieder im Lager. In diesem Jahr wurde das Fahrzeug dann an den deutschen Sammler und Rennfahrer Manfred Freisinger verkauft, der sich für den Erhalt des Prototyps einsetzte. 2001 weckte das Einzelstück dann die Aufmerksamkeit des amerikanischen Sammlers Myron Vernis, der das Fahrzeug gegen einen Porsche 356 B Carrera GS eintauschte. Als letzter Besitzer wird ein britischer Sammler angegeben.

Angetrieben wird der 901 Cabriolet Prototyp übrigens von einem luftgekühlten 2,0-Liter-Sechzylinder-Boxer mit immerhin 130 PS. Geschaltet wird per manuellem Fünfgang-Getriebe. Daneben verfügt der Porsche über Einzelradaufhängungen und Scheibenbremsen hinten wie vorne.  © 1&1 Mail & Media / CF