Da hatte RM Sotheby's mal wieder eine einmalige Autosammlung zur Versteigerung aufgetan. 240 Autos und unzählige weitere Erinnerungsstücke sind am 23. und 24. Oktober 2020 veräußert worden. Auch ohne den Hintergrund, den RM Sotheby's diskret verschwieg, war das Interesse an der Auktion groß: Laut Auktionshaus nahmen mehr als 2.500 Bieter aus 53 Ländern teil. Versteigert wurde ohne Mindestpreis; jedes Auto konnte also verkauft werden, sofern es mindestens ein Gebot gab. Insgesamt brachte die Sammlung 44,4 Millionen US-Dollar ein. Das waren zum Auktionszeitpunkt umgerechnet 37,62 Millionen Euro. Jedes der 240 Autos wurde im Durchschnitt also für rund 156.750 Euro verkauft.

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Betrugsverdacht und riesige Verbindlichkeiten

Die Sammlung war nach dem Ort Elkhart im US-Bundesstaat Indiana benannt. Dort wurde sie einst zusammengetragen und dort fand auch die Auktion statt. Man hätte die Sammlung auch "Khan Collection" nennen können, schließlich gehörten all diese Autos einst Najeeb Khan. Der Unternehmer wurde inzwischen wegen Betrugs in Höhe von 150 Millionen US-Dollar (aktuell umgerechnet gut 140 Millionen Euro) zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Hinweis seiner Anwälte, dass für den heute 70-Jährigen Haftstrafen über fünf Jahren einer Todesstrafe gleichkämen, hatten offenbar nichts genützt.

Najeeb Khan betrieb in Elkhart eine inzwischen insolvente Firma, die für andere Unternehmen lästige Dinge wie Lohnbuchhaltung, Steuerberatung, Personaldienstleistungen, Arbeitszeiterfassung und Ähnliches abwickelte. Wie lokale Medien berichteten, wurde Khan von einigen seiner Kunden des Betrugs beschuldigt. Da er offenbar mit Scheckreiterei parallel Verbindlichkeiten in Höhe von besagten 150 Millionen Dollar angehäuft hatte, beschlagnahmte ein Gericht den Großteil seines Vermögens.

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Schmuckstücke ohne Mindestpreise

Dessen Herzstück war die hier vorgestellte Autosammlung. Und die Bieterinnen und Bieter waren bei einigen Autos durchaus bereit, hohe Summen zu zahlen: Allein acht Mal lag der Preis über einer Million US-Dollar. Star der Auktion war ein Ferrari 225 S Berlinetta by Vignale von 1952, der für 2,81 Millionen US-Dollar versteigert wurde (umgerechnet 2,38 Millionen Euro).

Weitere Beispiele gefällig? Ein 1964er Aston Martin DB5 Vantage – das ist der 007-Aston – ging für 852.000 US-Dollar weg (721.000 Euro). Ein Toyota 2000 GT von 1967 war sogar noch etwas teurer: 912.500 US-Dollar (772.200 Euro) kostete der japanische Sportwagen inklusive Aufgeld. Ein 1966er Shelby GT350 H war ebenso dabei wie eine Rennwagen-Bande, die unter anderem den erwähnten Ferrari 225 S Berlinetta Vignale von 1952, einen Cooper-Jaguar T38 Mk II von 1955 und ein Toyota-Nascar von 2014 umfasst. Moderne Supercars à la Jaguar XJ220 oder ein 2006er Ford GT in der Heritage Edition, der früher dem ehemaligen Eishockey-Superstar Wayne Gretzky gehörte, waren ebenfalls dabei. Der Gretzky-GT brachte 511.000 US-Dollar (432.480 Euro). Hinzu kamen automobile Süßigkeiten wie dieses Subaru 360 Polizeiauto und dieser Mini Pick-up – und viele Autoschätze mehr.  © auto motor und sport

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