In Hamburg geht VW mit dem neuen Fahrdienst Moia an den Start. Der „Ride Pooling“ genannte Service wird ein Zwitter aus Öffis und Taxi und macht somit beiden Konkurrenz. Die Taxifahrer protestieren schon.

In Hamburg werden ab dem vierten Quartal die ersten Elektrobusse des VW-Fahrdienstes Moia den Betrieb aufnehmen. Der Hamburger Senat hat den Start von Moia kürzlich genehmigt. Nach dem Probebetrieb im kleinen Maßstab soll ab 2019 das groß angelegte Testprogramm beginnen. In Hannover läuft ein ähnlicher Testbetrieb von Moia seit Ende 2017.

Elektrobusse mit Komfort

Als Fahrzeuge dienen elektrisch angetriebene Kleinbusse auf Basis des Transporters VW Crafter. Die Busse bieten sechs Fahrgästen Platz und sind für den Nahverkehr ungewöhnlich komfortabel. Eine Schiebetür ermöglicht bequemen Zustieg, jeder Fahrgast hat einen frei stehenden Einzelsitz mit viel Beinfreiheit. An jedem Platz befinden sich eine Leselampe und ein USB-Port zum Aufladen von Geräten.

Smartphone statt Haltestelle

Der eigentliche Clou von Moia ist der „Ride Pooling“ genannte Service. Mit einer mobilen App können die Fahrgäste den Bus dort herbeirufen, wo sie sich gerade befinden. Im Unterschied zum Taxi oder dem Fahrdienst von Uber fährt nicht das nächste freie Fahrzeug den Fahrgast direkt an. Stattdessen berechnet ein Algorithmus, welcher Bus die Fahrt am günstigsten übernehmen kann, weil die Fahrstrecke zu den Zielen der anderen Fahrgäste passt.

Der passende Bus fährt bei nächster Gelegenheit vorbei und nimmt den Fahrgast mit. Weil die Route nie feststeht, ist die Ankunftszeit weniger vorhersehbar als bei anderen Verkehrsmitteln.

Kosten stehen noch nicht fest

Wie teuer die Fahrt bei Moia wird, verrät das Unternehmen noch nicht. Ein Sprecher lässt lediglich verlauten, dass der Fahrdienst teurer wird als der ÖPNV, aber günstiger als ein Taxi. Das Hamburger Taxigewerbe protestierte unlängst gegen die Zulassung eines neuen Konkurrenten – zuletzt sogar mit einem Autokorso durch die Innenstadt. Der Senat erlaubte den Start von Moia dennoch.

Ganz hat der Senat die Bedenken der Taxler aber nicht ignoriert. Denn von den eigentlich beantragten 1000 Bussen hat die Stadtregierung Moia zunächst nur 500 Busse genehmigt. Mit der Entscheidung über die weiteren 500 Busse will Hamburg abwarten, wie sich das Sammeltaxi auf den übrigen Nahverkehr auswirkt. Auch dürfen Moia-Busse Anfragen von Fahrgästen ausschließlich per App entgegennehmen. Spontanes Winken und Zusteigen ist den Taxis vorbehalten.  © 1&1 Mail & Media / CF