Urlaubszeit ist Reisezeit: Für viele geht es auch dieses Jahr wieder im eigenen Fahrzeug über die Autobahn ans gewünschte Reiseziel - und leider auch viel zu oft zum Tankstopp an die Zapfsäule. Doch Sie können mehr aus einer Tankfüllung herausholen: Wer diese Tipps beherzigt, schont Geldbeutel, Nerven und Umwelt.

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Bei voll aufgedrehter Klimaanlage und mit maximaler Zuladung in der Dachbox geht es mit Vollgas dem Urlaubsziel entgegen. Diese Spritsünde haben wohl alle Autofahrer schon einmal begangen. Doch die Buße folgt an der Zapfsäule, wenn der Wagen vom Sparwunder zum Benzinfresser mutiert.

Mit diesen einfachen Tipps halten Sie den Spritverbrauch im Zaum - und haben so mehr Geld in der Reisekasse übrig.

Vor der Fahrt

Auf das Gepäck achten: Urlauber sollten bereits beim Packen darauf achten, was sie in ihrem Wagen transportieren. Denn zusätzliches Gewicht im Fahrzeug wirkt sich negativ auf den Spritverbrauch aus. Als Faustregel gilt: 100 Kilogramm zusätzliches Gewicht steigert den Spritverbrauch um rund 0,3 Liter.

Es lohnt sich also, noch vor einer Reise den Kofferraum zu entrümpeln und überflüssiges Gepäck gar nicht erst mitzunehmen. Gleiches gilt am Urlaubsort vor einem Ausflug, auch hier muss nicht jeder Koffer mit.

Den Reifendruck überprüfen: Wer etwa 0,2 bis 0,3 bar mehr Luft als vom Hersteller angegeben in die Autoreifen füllt, kann Sprit sparen, wie der TÜV Süd mitteilt. Die Experten der Prüforganisation warnen aber vor deutlich höheren Werten: So würden sich die Fahreigenschaften verschlechtern und die Reifen ungleichmäßig abnutzen.

Generell informieren die Innenseite des Tankdeckels und die Betriebsanleitung über die korrekten Werte, die Fahrer auch bei entsprechender Zuladung unbedingt anpassen sollten.

Nichts auf dem Dach transportieren: Reicht der Platz im Kofferraum nicht aus, greifen viele Reisende gerne zur Dachbox - doch sie ist ein wahrer Spritfresser: Bis zu zwei Liter auf 100 Kilometer werden laut ADAC bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h zusätzlich verbraucht.

Ein Umpacken in den Kofferraum - sofern möglich - ist also durchaus lohnenswert. Auch Fahrräder, die stehend auf dem Dach transportiert werden, lassen den Verbrauch deutlich steigen.

Wenn die eigenen Drahtesel unbedingt in den Urlaub mit müssen, sollte hier als alternative einen Heckständer verwenden - oder sich das Bike direkt am Urlaubsort mieten.

Im Stadtverkehr

Höchstmöglicher Gang im Stadtverkehr: Schon auf dem Weg zur Autobahn lässt sich Sprit sparen, vor allem wenn der Verkehr läuft. Der TÜV Süd rät, hier zum rechtzeitigen Hochschalten in einen höheren Gang, denn das senkt den Verbrauch.

Bei modernen Fahrzeugen bietet sich demnach auch bei normaler Geschwindigkeit im Stadtverkehr der fünfte oder sechste Gang an. Das Fahren im unteren Drehzahlbereich schade dem Motor nicht, erklären die Experten.

Heranrollen an eine rote Ampel: Kommt der Verkehr doch einmal an einer roten Ampel zum Stehen, lohnt sich vorausschauendes Fahren. Wer ohne Gas bei eingelegtem Gang an die Ampel heranrollt, spart Sprit.

Die Einspritzaggregate unterbrechen in diesem Fall die Kraftstoffzuguhr, der Verbrauch sinkt so auf null. Autofahrer sollten dann erst so spät wie möglich auskuppeln.

Motor im Stau abstellen: Eine Start-Stopp-Automatik ist heute in modernen Fahrzeugen eigentlich Standard. Doch auch wer in einem älteren Wagen unterwegs ist, kann im Stau Benzin sparen.

Der TÜV Süd rät, den Motor bei mehr als 20 Sekunden Wartezeit abzuschalten. Denn eine Stunde Leerlauf kostet laut den Experten rund einen Liter Kraftstoff.

Auf der Autobahn

Tempo 130 auf der Autobahn ist optimal: Während im Ausland auf Autobahnen meist eine Höchstgeschwindigkeit gilt, dürfen Fahrer in Deutschland noch Vollgas fahren - und treiben damit ihren Verbrauch in die Höhe, wie der TÜV Süd zu bedenken gibt: Wer mit 160 km/h unterwegs ist, habe einen circa viermal so hohen Luftwiderstand wie etwa mit 80 km/h, so ein Rechenbeispiel der Prüforganisation.

Laut den Experten bietet daher Tempo 130 die optimale Mischung, um bei passablem Verbrauch zügig voranzukommen.

Bergab Fuß vom Gas: Auf einer Strecke mit Gefälle können Autofahrer den Wagen einfach mit eingelegtem Gang rollen lassen.

Wie beim Anrollen auf eine rote Ampel, wird in diesem Fall die Kraftstoffzufuhr zum Motor unterbrochen. So verbrennt das Fahrzeug keinen Sprit, der Verbrauch sinkt auf null.

Energiefresser abschalten: Im Freien hat es 35 Grad, im Wagen ist es gut gekühlt. Für viele Autofahrer ist der Einsatz der Klimaanlage im Sommer selbstverständlich - doch sie wirkt sich negativ auf den Verbrauch aus. Der ADAC geht von einem Mehrverbrauch von 10 bis 15 Prozent aus, im Stadtverkehr können es sogar bis zu 20 Prozent sein.

Gleiches gilt im Winter für Sitzheizung, Front- und Heckscheibenheizung sowie ein beheizbares Lenkrad. Der ADAC rechnet vor, dass sie zusammen bis zu einem Liter mehr auf 100 Kilometer verbrauchen. Deswegen raten Experten, die Geräte nur gezielt - also nur so lange wie unbedingt nötig - einzusetzen.

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