Vor allem für Besitzer älterer Autos ist die Fahrt zur Hauptuntersuchung oft die Stunde der Wahrheit: Schafft es der Wagen noch? Wer gut vorbereitet ist, kann es beruhigter angehen. Das können Sie vorab tun.

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Jedes Auto muss regelmäßig zum TÜV, wie es umgangssprachlich heißt. Gemeint ist die Hauptuntersuchung (HU). Die kann aber von verschiedenen Prüforganisationen wie Dekra, KÜS, GTÜ oder eben auch TÜV-Organisationen durchgeführt werden.

Ein Neuwagen ist erstmals nach drei Jahren dran, danach steht die HU für Privat-Pkw alle zwei Jahre an. Sie soll sicherstellen, dass kein verkehrsuntaugliches oder nicht vorschriftsgemäßes Kraftfahrzeug am Straßenverkehr teilnimmt, erläutert der ADAC.

Dabei gehe es vor allem um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Zur HU gehört auch eine Abgasuntersuchung (AU), in der überprüft wird, ob das Auto nicht zu viele Abgase ausstößt.

Bevor es zum TÜV geht: Autofahrer können vieles vorbereiten

Wer sich unsicher ist, ob sein Wagen die HU ohne Mängel überstehen wird, kann vorab selbst einige Punkte auf der Prüfliste abhaken. Dazu ist nicht gleich die Fahrt in eine Werkstatt nötig. "Geprüft wird beispielsweise, ob die Nummernschilder gut sichtbar und sicher befestigt sind, ob Innen- und Außenspiegel funktionsfähig sind und ob das Reifenprofil noch bei mindestens 1,6 Millimeter liegt", sagt Melanie Mikulla vom ADAC.

Zubehör an Bord? Wer mit einem E-Auto oder Plug-in-Hybrid zum Prüftermin vorfährt, muss auch das entsprechende Ladekabel dabei haben.

Was oft vergessen wird: Ein Fahrzeug muss mit allen eingetragenen Anbauteilen vorgestellt werden. Dazu zählen etwa auch eine abnehmbare Anhängerkupplung oder Zusatzsitze. "Wer mit einem E-Auto oder einem Plug-in-Hybriden zur Hauptuntersuchung fährt, muss auch das Ladekabel an Bord haben", ergänzt Mikulla.

Geld sparen kann auch, wer die komplette Beleuchtung vorab einem Check unterzieht. Alle lichttechnischen Einrichtungen am Fahrzeug müssen einwandfrei funktionieren, erinnert Thorsten Peter von der Prüforganisation KÜS.

An Papiere denken und banale Mängel vermeiden

Bestimmte Papiere dürfen zum Prüftermin nicht fehlen. "Mit dabei sein muss auf jeden Fall die Zulassungsbescheinigung Teil 1, also der frühere Fahrzeugschein, sowie der AU-Nachweis, falls die Abgasuntersuchung schon vorab in einer Werkstatt durchgeführt wurde", sagt Wolfgang Sigloch von Dekra.

Wurden Veränderungen am Auto durchgeführt, zum Beispiel Räder in Sondergrößen oder ein anderer Schalldämpfer montiert, müssen auch hierfür die entsprechenden Unterlagen vorgelegt werden. Notiert der Prüfer Mängel auf dem Prüfbericht, handelt es sich nicht selten um eher banal scheinende Dinge wie ein fehlendes Warndreieck.

Keine Prüfplakette gibt es, wenn erhebliche Mängel festgestellt werden - dazu zählen etwa ein defekter Gurt oder eine defekte Frontscheibe. Während solche Dinge jeder Autofahrer durch eine einfache Sicht- und Funktionsprüfung vorab überprüfen kann, hilft bei versteckteren Mängeln, etwa an den Bremsen, nur die Werkstatt.

Bei zu vielen Problemen muss eine Extrarunde gedreht werden

Stellt der Prüfer erhebliche oder gefährliche Mängel fest, muss das Auto erneut vorgestellt werden. Wichtig ist, zu dieser Nachuntersuchung alle Papiere mitzubringen, sonst wird es noch teurer. "Dazu gehört auch der Bericht der vorangegangen HU, denn ansonsten wird eine komplett neue Prüfung fällig", sagt Sigloch.

Grundsätzlich müssen alle bei der HU festgestellten Mängel umgehend behoben werden. Das gelte sowohl für geringe Mängel, bei der man die Plakette trotzdem erhält, als auch für schwerwiegende Mängel, wegen derer das Prüfzeichen verweigert wurde. "Im letzteren Fall hat der Fahrzeughalter einen Monat Zeit, um die Behebung der Mängel im Rahmen der Nachuntersuchung zu belegen", sagt Sigloch. Wobei viele Bundesländer diesen Zeitraum aktuell aufgrund der Corona-Pandemie auf zwei Monate ausgedehnt hätten.

Was kostet die HU?

Die HU-Kosten sind nicht bundeseinheitlich festgelegt. Nach Angaben des ADAC geht es bei rund 65 Euro los. Inklusive der AU müsse man für einen durchschnittlichen Pkw zwischen 100 und 120 Euro bezahlen. Je größer und schwerer das Fahrzeug ist, desto teurer wird die HU. Eine Nachuntersuchung wird laut ADAC mit 15 bis 30 Euro berechnet. (mgb/dpa)