Autofahrer müssen sich auf härtere Strafen für Verkehrssünden einstellen: Das Handy am Steuer kostet künftig bis zu 200 Euro plus Fahrverbot. Das Blockieren der Rettungsgasse wird zehn Mal so teuer wie bisher.

In der letzten Sitzung vor der Bundestagswahl hat der Bundesrat eine Reihe von Neuregelungen auf den Weg gebracht, die vor allem höhere Bußgelder für Vergehen im Straßenverkehr vorsehen. So müssen Vieltelefonierer am Steuer wie auch Rettungsgassen-Blockierer mit deutlich empfindlicheren Strafen rechnen. Auch Raser und Veranstalter wie Teilnehmer von illegalen Autorennen müssen sich auf eine härtere Gangart des Gesetzgebers einstellen. Sicherheitsexperten begrüßten die Verschärfungen, mahnten aber zugleich mehr Polizeikontrollen an, um die Sanktionen auch wirklich durchführen zu können.

200 Euro und Fahrverbot: So teuer wird das Handy am Steuer

Das Hantieren mit Handys oder Smartphones während des Autofahrens ist schon seit jeher verboten. Doch jetzt klettert das Bußgeld: Für Verstöße werden künftig 100 Euro statt 60 Euro fällig, grundsätzlich verbunden mit einem Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg. Wer sich durch die Mobilgeräte ablenken lässt und dadurch eine Sachbeschädigung verursacht, muss mit bis zu 200 Euro, zwei Punkten sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.

Darüber hinaus sind im neuen Gesetzestext nicht mehr nur Mobil- und Autotelefone genannt, sondern auch alle anderen Kommunikationsgeräte wie Tablets und Laptops. Aufgestockt wird das Bußgeld zudem für Radfahrer, die sich mit dem Handy erwischen lassen: 55 statt der bisherigen 25 Euro stehen hier auf der Rechnung.

320 Euro und Fahrverbot: Das kostet das Blockieren der Rettungsgasse

Ähnliche Abschreckung soll auch die Bußgelderhöhung für Rettungsgassen-Blockierer bringen: Wer etwa künftig bei stockendem Verkehr auf einer Autobahn keine Notgasse bildet, muss statt bisher 20 Euro mindestens 200 Euro bezahlen. In besonders schweren Fällen sieht das Gesetz Strafen von bis zu 320 Euro und einem Monat Fahrverbot vor. Schnelle Reaktionen sind außerdem bei Blaulicht generell gefordert: Wenigstens 240 Euro und ein Monat Fahrverbot drohen, wenn Autofahrer Einsatzwagen mit Blaulicht und Einsatzhorn nicht sofort freie Bahn verschaffen – diese Regelung gilt sogar unabhängig von einer Rettungsgasse.

Zehn Jahre Haft möglich: So hart werden Raser bestraft

Teilnehmer von illegalen Straßenrennen müssen bislang mit einer Geldstrafe von bis zu 400 Euro und einem Monat Fahrverbot rechnen, wenn sie erwischt werden. Künftig können derartige Rasereien aber noch deutlich härter bestraft werden: Bis zu zehn Jahre Haft sind möglich, wenn dabei jemand schwer verletzt oder getötet wird. Außerdem wird schon der Versuch, ein Rennen zu organisieren, strafbar. Bundesjustizminister Heiko Maas von der SPD nannte die Verschärfung der Strafen dringend erforderlich. Illegale Rennen seien mit "russischem Roulette" zu vergleichen, bei dem die Täter das Leben anderer aufs Spiel setzten.  © 1&1 Mail & Media / CF