Klassische Hülle, moderner Antrieb: Der Porsche 911 SC Targa von Richard Morgan kommt mit der Karosserie eines coolen Oldtimers und dem Antrieb eines modernen Elektroautos. Tatsächlich nutzt der Erfinder die Batterien eines Tesla Roadster. Die Fahrleistungen des Porsche sind damit mehr als stattlich.

Der Porsche 911 SC Targa von 1979 gehört zu den gefragtesten Klassikern auf dem Oldtimer-Markt. Mit seinem 3,0 Liter großen Boxer-Sechszylindermotor mit Luftkühlung und typischem Sound ist er für viele Sammler ein Objekt der Begierde. Der Targa von Richard Morgan war allerdings mehr als reparaturbedürftig. Und so entschied sich der Tüftler aus England, dem Wagen einen gänzlich neuen Antrieb zu spendieren: mit Akkus, Spannungswandler und Elektromotoren. Das Ergebnis ist nicht nur ziemlich lautlos unterwegs, die Fahrleistungen haben sich sogar verbessert.

Porsche 911E ist ein echter Sportwagen

Der Umbau auf Elektroantrieb gestaltete sich beim Elfer recht aufwendig: Während zwei Elektromotoren Vorder- und Hinterachse antreiben, steckt der Akkupack unter der zuvor als Kofferraum dienenden Fronthaube. Platz für ein wenig Gepäck gibt es stattdessen im ehemaligen Motorraum. 52 Kilowattstunden fassen die zusammengeschalteten Zellen des auf den Namen 911E getauften Renners. Damit soll eine Reichweite von rund 320 Kilometern möglich sein. Das Interessante dabei ist, dass Morgan den gleichen Batterietyp verwendete, der auch im Tesla Roadster zu finden ist.

Und obwohl die Elektrotechnik es nicht fordert, bleibt das originale Fünfganggetriebe des Porsche eingebaut – wer also will, kann weiterhin munter die Fahrstufen durchschalten. Nötig ist es jedoch nicht: Der Erbauer empfiehlt den vierten Gang für alle Lebenslagen. Um dem gestiegenen Gewicht durch die neue Technik Herr zu werden, optimierte Morgan zusätzlich das Fahrwerk: Sportlich und dynamisch, aber dennoch alltagstauglich soll es sein. Immerhin liegen die Fahrleistungen des 911E über denen des Originals: Während der Boxer 6,8 Sekunden für den Standardsprint veranschlagte, sollen die E-Motoren für diese Übung eine halbe Sekunde weniger benötigen. Die Höchstgeschwindigkeit des Wagens? 240 km/h gibt Morgan an – ein durchaus respektabler Wert.

Der Elektro-Oldtimer bleibt eine Einzelanfertigung

Der Elektro-Experte legte allerdings nicht nur an der Antriebstechnik Hand an. Der Innenraum erstrahlt mit neuem Leder, frischen Teppichen und einem besonders liebevoll in das Armaturenbrett eingepassten Kombiinstrument, das den Ladezustand der Batterien anzeigt. Interessenten müssen bis auf Weiteres jedoch enttäuscht werden: Der Porsche 911E ist eine Einzelanfertigung für einen Kunden von Richard Morgan.  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet