Zur richtigen Tageszeit zu tanken, spart Geld. Das hat der ADAC vergangenes Jahr in einer Studie herausgefunden. Auch wenn die Preisbildung an den Zapfsäulen vielen Autofahrern rätselhaft erscheint: Es gibt Muster im Tagesverlauf und wer sie kennt, kann die günstigsten Spritpreise abwarten.

Mehr Ratgeber-Themen finden Sie hier

Die Benzinpreise an den Tankstellen ändern sich mehrmals täglich. Für viele Autofahrer sind die Schwankungen unüberschaubar und verwirrend. Eine Analyse des ADAC bringt Licht ins Dunkel.

Macht der Tag beim Tanken einen Unterschied?

Nein, sagt Andreas Hölzel, Unternehmenssprecher des ADAC. Es gibt weder teure, noch günstige Tage zum Tanken. Die Preise ändern sich vielmehr im Tagesverlauf.

Um welche Uhrzeit ist Tanken am günstigsten, wann am teuersten?

Im Durchschnitt sind die Spritpreise am Morgen sieben bis acht Cent höher als am Abend. "Der Tag fängt teuer an, zwischen 6 und 9 Uhr ist Tanken am teuersten", sagt Hölzel. Danach sinken die Preise bis zur nächsten Preisspitze am Mittag und frühen Nachmittag. Wer um diese Uhrzeit Feierabend hat und unterwegs ist, sollte laut Hölzel aber möglichst nicht an der Tankstelle halten, sondern auf den Abend warten. Dann sinken die Preise wieder und von 18 bis 22 Uhr sind sie am niedrigsten.

Sind freie Tankstellen oder Tankstellen von Firmen günstiger?

Autofahrer, die Geld sparen wollen, sollten an freien Tankstellen anhalten, empfiehlt Andreas Hölzel. An ihren Zapfsäulen kostet Treibstoff im Durchschnitt weniger als an Firmen-Tankstellen. Das sorgt auch für Preisdruck unter den Betreibern.

E10-Biosprit war bisher günstiger als Super-Kraftstoff. Nun gleichen sich die Preise an. Für Autofahrer heißt das: Preise vergleichen.

Lohnt es sich, von der Autobahn abzufahren und Tankstellen weiter abseits zu benutzen?

Wenn die Tankanzeige auf der Autobahn aufleuchtet, rät Hölzel dazu, bei der nächsten Gelegenheit abzufahren und eine Ortschaft in der Nähe aufzusuchen. "Das lohnt sich, weil die Preise der Autobahntankstellen gesalzen sind", sagt er.

Ein Liter Treibstoff kann dort bis zu 20 Cent teurer sein als an einer Zapfsäule ein Stück abseits der Autobahn. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern bedeutet das spürbare Mehrkosten. Außerdem: Für die Strecke zur nächsten Ortschaft, die meist nicht weit entfernt ist, genügt oft noch die Reservefüllung im Tank.

Gibt es Unterschiede zwischen Tankstellen in der Stadt und auf dem Land?

Die größere Zahl von Tankstellen in Städten im Vergleich zu ländlichen Gegenden sorgt für einen anderen Wettbewerb. Die Tankstellen-Betreiber in der Stadt passen ihre Preise ihren Mitbewerbern viel stärker an, sagt Hölzel.

"Und ein guter Wettbewerb sorgt dafür, dass Preise nicht in die Höhe schießen." Damit sind die Preissprünge zwischen den Tankstellen niedriger. Das bringt Autofahrern in Städten einen kleinen Vorteil.

Wann lohnt es sich, im Ausland zu tanken - und wo?

In Ländern wie Großbritannien oder den Niederlanden sind die Benzinpreise traditionell teuer, sagt Hölzel. In Polen und Kroatien hingegen tanken Autofahrer günstiger, manchmal auch in Österreich. Damit sich das Tanken im Ausland lohnt, müssen die Kraftstoffpreise dort aber deutlich günstiger sein. Andernfalls übersteigen die Kosten für die Fahrt ins Ausland das Gesparte.

Warum sind die Preise so unterschiedlich?

Manche Anbieter sind traditionell teurer als andere. Das liegt unter anderem an Stammkunden, die aus Gewohnheit immer dieselbe Tankstelle aufsuchen und ihr auch bei höheren Preisen treu bleiben, sagt Hölzel. Ein anderer Grund seien die unterschiedlichen Marktstrategien der Konzerne. Bietet eine Tankstelle ihren Kunden beispielsweise die Möglichkeit, Lebensmittel oder Drogerieartikel einkaufen zu können, schlägt sich dieser Mehraufwand des Betreibers mitunter in höheren Kraftstoffpreisen nieder. Tankstellen, an denen Kunden nur digital mit EC- oder Kreditkarte an einem Automaten bezahlen können, verursachen deutlich weniger Personalkosten. Entsprechend werden Benzin und Diesel dort günstiger angeboten.

Wo sehen Autofahrer, wo Kraftstoff derzeit am günstigsten ist?

Weil sich die Spritpreise so häufig am Tag ändern, ist es für Autofahrer interessant zu erfahren, an welcher Zapfsäule Kraftstoff zu einer bestimmten Uhrzeit am wenigsten kostet. Damit sie nicht umherfahren und mehrere Tankstellen miteinander vergleichen müssen, rät Andreas Hölzel dazu, die Spritpreise-App des ADAC auf dem Smartphone zu installieren.

Der ADAC füttert das Programm mit den Preisen, die die Tankstellen-Betreiber ans Bundeskartellamt weitergeben müssen. Wer die App öffnet, kann in Echtzeit sehen, wie teuer Benzin und Diesel an den umliegenden Zapfsäulen sind. Auch andere Programme zeigen die Kraftstoffpreise an. Wenn sie ebenfalls mit den Daten des Bundeskartellamts gespeist werden, ist auf sie genauso Verlass.

Wie erkenne ich, auf welcher Seite der Tankdeckel ist?

Rechts oder links? Wer vor dem Tanken immer überlegt, von welcher Seite er sich der Zapfsäule nähern muss, kann sich einen einfachen Trick merken. Um herauszufinden, auf welcher Seite des Wagens sich der Tankdeckel befindet, genügt bei den meisten Fahrzeugen ein Blick auf die Tankanzeige, sagt Hölzel. Neben dem Tanksymbol befindet sich oft ein kleiner Pfeil. Er weist in Richtung der Seiten, auf der sich der Tankdeckel befindet.

Welche Tipps zum Tanken gibt es noch?

Autofahrer sollten mit dem Tanken nicht so lange warten, bis der Kraftstoff aufgebraucht ist, sagt Hölzel. Stattdessen rät er dazu, auch mit gut gefülltem Tank auf die Preise zu achten und Sprit günstig nachzufüllen, wenn es gute Angebote gibt.

Verwendete Quellen:

  • Interview mit Andreas Hölzel, Unternehmenssprecher des ADAC

Sind Elektro-Autos tatsächlich umweltfreundlich?

Das Elektro-Auto soll die Luft in Städten rein halten. Doch es gibt Probleme beim Laden und Zweifel, ob sie tatsächlich so umweltschonend sind. Vor allem die Produktion der Batterien ist eine schmutzige Angelegenheit. © BR
Teaserbild: © imago/PPE