• Rund 300.000 Menschen werden jedes Jahr berufsunfähig, aufs ganze Leben gesehen trifft es jeden Vierten. Vom Staat ist dann kaum Hilfe zu erwarten.
  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist existenzsichernd, doch nur 15,2 Millionen Personen leben in einem Haushalt, in dem eine entsprechende Police abgeschlossen wurde.
  • Wir zeigen, was eine BU-Versicherung leistet und wodurch sich ein guter Vertrag auszeichnet.

Alle Bestenlisten hier in der Übersicht

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Berufsunfähigkeit kann jeden treffen. Wenn das passiert, ist es ohne Ersparnisse oder einen Partner mit ausreichendem Einkommen unmöglich, seinen Lebensstandard zu halten, denn die staatliche Erwerbsunfähigkeitsrente reicht kaum zum Leben. Für diesen Fall gibt es die Berufsunfähigkeitsversicherung, die als existenzsichernd gilt. Sie zahlt im Versicherungsfall eine Rente und schließt sie die Lücke, die durch den Ausfall des Einkommens entsteht. Doch der Abschluss ist verzwickt und es gibt einiges zu beachten. In diesem Artikel erklären wir, was eine gute BU-Versicherung auszeichnet, und stellen einige Anbieter vor.

Versicherung

Höhe der BU-Rente

Prognosezeitraum

Nachversicherungs-garantie

Besondere Leistungen

CosmosDirekt

500 bis 5.000 €, max. 60 % des Bruttolohns

36 Monate

ohne erneute Gesundheitsprüfung

Stufentarif für alle unter 30 Jahren

Getsurance

500 bis 2.000 €, max. 60 % des Bruttolohns

6 Monate

ohne erneute Gesundheitsprüfung

Überbrückungshilfe, falls eine priv. Krankentagegeld-versicherung nicht zahlt

Hannoversche

500 bis 5.000 € max. 60 % des Bruttolohns

6 Monate

ohne erneute Gesundheitsprüfung

Überschussbeteiligung,
Kapitalhilfen,
Soforthilfe bei unfallbedingter BU

Savme Gehaltsschutz

bis 2.000 €

-

-

Leistung bei Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder beidem

Swiss Life

500 bis 2.500 €

6 Monate

ohne erneute Gesundheitsprüfung

Akuthilfe bei Diagnose einer schweren Krankheit (z. B. Krebs),
Überschussbeteiligung,
Kapitalhilfen,
Beitragssenkung bei Wechsel in weniger riskanten Beruf

Berufsunfähigkeitsversicherung – was ist das?

Die Arbeitskraft ist für viele ein wichtiges Gut. Wie sollen Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten, wenn sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können – und kein Geld mehr verdienen können? Hier springt die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) ein. Sie ist gemeinsam mit der Haftpflichtversicherung ein absolutes Muss und essenziell für alle, die von ihrem Job leben. Denn sie ist eine Absicherung gegen den Verlust des Gehalts, falls Arbeitskräfte infolge einer Erkrankung oder eines Unfalls nicht mehr imstande sind, ihrer Tätigkeit nachzugehen. Damit gehört sie in die Kategorie der Invaliditätsversicherungen. Wenn das passiert, zahlt sie den Versicherten eine monatliche Rente – die BU-Rente –, und zwar entweder solange, bis diese in ihren Beruf zurückkehren beziehungsweise eine andere Tätigkeit aufnehmen oder in Rente gehen. Auf diese Weise kann der Lebensstandard gehalten werden, die Berufsunfähigkeit stellt dann keinen wirtschaftlichen Abstieg dar.

Was viele Menschen nicht wissen: Neben der wirtschaftlichen Existenz sichert die Berufsunfähigkeitsversicherung auch das soziale Ansehen bzw. die soziale Wertschätzung ab, das aus der beruflichen Tätigkeit entsteht. Einkommen und soziale Wertschätzung werden in den Bedingungen von BU-Versicherungen unter dem Begriff Lebensstellung zusammengefasst. Dieser findet sich meistens in der Definition von Berufsunfähigkeit: Eine Person ist berufsunfähig, wenn sie nicht in der Lage ist einen Beruf auszuüben, der ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht. Das spielt vor allem dann eine Rolle, wenn der Versicherungsnehmer in seinem Job berufsunfähig geworden ist und danach eine andere Tätigkeit aufnimmt. Entspricht diese nicht der bisherigen Lebensstellung (sprich, Einkommen oder soziale Wertschätzung gemindert), muss die BU-Versicherung leisten.

Allerdings ist soziale Wertschätzung nicht messbar und hängt von vielen Faktoren ab, wie moralischen Aspekten, dem Sozialprestige der Tätigkeit oder den dafür erforderlichen Kenntnissen und Qualifikationen. Darum gibt es über diesen Punkt oft Streit bis hin zu gerichtlichen Verfahren. Wird beispielsweise ein Rettungsassistent, der im Notarztwagen Einsätze fährt, berufsunfähig und arbeitet danach als Sachbearbeiter im Rettungsdienst, erfährt er in seiner neuen Tätigkeit geringere soziale Wertschätzung als bei der Behandlung von Patienten. Außerdem entspricht diese Arbeit nicht seiner beruflichen Qualifikation und damit nicht seiner bisherigen Lebensstellung, daher hat er Anspruch auf BU-Rente. So entschied es das KG Berlin.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann als Einzelvertrag oder als Zusatzversicherung zu einer Risikolebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen werden. Dabei ist die erste Variante grundsätzlich zu bevorzugen, weil sie flexibler und günstiger ist. Wer einen Kombivertrag abschließt und die andere Versicherung für einen gewissen Zeitraum beitragsfrei stellt, verliert gleichzeitig seinen Schutz vor Berufsunfähigkeit, bis die Beitragszahlung erneut aufgenommen wird.

Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Fakt ist: Alle Personen, die nach dem 01.01.1961 geboren wurden und berufsunfähig werden, bekommen quasi keine Hilfe vom Staat. Die einzige Möglichkeit ist die sogenannte Erwerbsminderungsrente von der Rentenversicherung, diese steht Personen zu, auf die die folgenden Bedingungen zutreffen:

  • mind. 5 Jahre vor der Erwerbsminderung Mitglied in der Deutschen Rentenversicherung
  • mind. 3 Jahre lang Pflichtbeiträge gezahlt
  • weniger als 3 Std. pro Tag arbeitsfähig (bzw. 6 Std. bei teilweiser Erwerbsunfähigkeit)
  • Arbeitsfähigkeit kann nicht durch Rehabilitationsmaßnahmen regeneriert werden

Die Hürden sind generell sehr hoch, mehr als 40 % der Anträge auf Erwerbsminderungsrente werden abgelehnt. Gleichzeitig reicht sie kaum zum Leben. Im Jahr 2019 erhielten voll erwerbsunfähige Personen im Durchschnitt 882 € in den alten und 842 € in den neuen Bundesländern. Das ist nur knapp über der Armutsgrenze. Wenn man bedankt, dass der Nettolohn in ganz Deutschland im Schnitt momentan rund bei 2075 Euro liegt, ist die Erwerbsminderungsrente ein gewaltiger Einschnitt – den Lebensstandard halten, ist so gut wie unmöglich.

In Deutschland werden jedes Jahr 200.000 bis 300.000 Menschen berufsunfähig, aufs gesamte Arbeitsleben gesehen ist das jede vierte arbeitnehmende Person. Die Chance, selbst betroffen zu sein, ist also relativ hoch. Dabei sind die häufigsten Gründe dafür psychische Erkrankungen (30 %) gefolgt von Krankheiten des Skeletts und Bewegungsapparates (20 %) und Krebs (18 %). Wer sein Geld im Büro statt mit körperlicher Arbeit verdient, ist also nicht unbedingt vor einer Berufsunfähigkeit geschützt. Im Gegenteil, Stress, falsche Sitzhaltung und wenig Bewegung sind ziemlich riskant.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für alle sinnvoll, die ihren Lebensunterhalt mit ihrem Einkommen bestreiten. Sie hilft, das Leben einer Familie mitzufinanzieren, einen Kredit abzuzahlen oder die Ausbildung der Kinder zu finanzieren.

Unterschied zu anderen Versicherungen (EU, Unfall, Leben)

Oft werden die Begriffe berufsunfähig und erwerbsunfähig miteinander verwechselt. Anders als eine Erwerbsunfähigkeit bezieht sich die Berufsunfähigkeit auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit und ist darum nicht zwangsläufig permanent. Eine Handwerkerin, die aufgrund eines Rückenleidens berufsunfähig wird, kann sich in einen anderen Job umschulen lassen. Wer beispielsweise schwer am Chronischen Fatigue-Syndrom erkrankt, ist unter Umständen gar nicht mehr in der Lage zu arbeiten, egal in welchem Beruf. Erst wenn dies eintritt, zahlt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Die stellt eine Alternative für alle dar, denen die BU-Versicherung zu teuer ist oder die aufgrund von Vorerkrankungen keine Versicherung bekommen.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist keine Arbeitsunfähigkeitsversicherung (AU-Versicherung), obwohl der Name so ähnlich klingt und umgangssprachlich als Synonym für die BU-Versicherung dient. Eine Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn sicher ist, dass die Arbeitsfähigkeit einer Person in naher Zukunft wiederhergestellt wird – beispielsweise im Falle einer Risikoschwangerschaft oder bei einem komplizierten Knochenbruch. Die Person bekommt dann Krankengeld von ihrer Krankenversicherung, bis sie genesen ist. Eine eigene Arbeitsunfähigkeitsversicherung kann nicht abgeschlossen werden, wohl aber eine private Krankentagegeldversicherung. Außerdem umfassen manche Premiumtarife zur BU-Versicherung eine Leistung im Falle einer längeren Arbeitsunfähigkeit.

Und dann gibt es noch die Unfallversicherung. Bei dieser handelt es sich ebenfalls um eine Invaliditätsabsicherung, die einmalig einen bestimmten Betrag auszahlt, wenn Gesundheitsschäden infolge eines Unfalls entstehen. Einen Ersatz zur BU-Versicherung bietet sie nicht, denn erstens sind Arbeitsunfälle selten die Ursache für eine Berufsunfähigkeit und zweitens gibt es für diesen Fall bei Arbeitnehmenden schon die Berufsgenossenschaft.

Was sind die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Sobald ein Arzt feststellt, dass die versicherte Person zu mindestens 50 % berufsunfähig ist, erhält sie eine monatliche BU-Rente. Letztendlich zählt der genaue Wortlaut in den Versicherungsbedingungen. Meistens heißt es, dass der Versicherte nach Unfall oder Krankheit seinem Job wahrscheinlich für die nächstens sechs Monate oder länger nicht mehr nachgehen kann.

Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente wurde bei Vertragsabschluss vereinbart, muss also in der Police stehen. Des Weiteren umfasst sie die folgenden Leistungen:

  • Befreiung von der Beitragspflicht während des Rentenbezugs
  • Sofortkapital (falls versichert)
  • Wiedereingliederungshilfe (falls versichert)

In Verträgen mit Arbeitsunfähigkeitsoption erhalten Versicherte schon bei Arbeitsunfähigkeit eine Rente. Wie hoch diese ist, wurde beim Abschluss der Versicherung festgelegt.

Ab wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Üblicherweise wird die BU-Rente nicht sofort beantragt, sondern ihr geht eine Zeit der Arbeitsunfähigkeit voraus. Während der ersten sechs Wochen bekommen erkrankte Arbeitnehmende ganz normal ihr Gehalt. Können sie danach weiterhin nicht arbeiten, zahlt ihnen ihre gesetzliche Krankenkasse ein Krankentagegeld, dessen Höhe vom Einkommen abhängig ist. Für gewöhnlich beträgt es 70 % des Bruttolohns, darf 90 % des Nettolohns nicht übersteigen und wird höchstens 78 Wochen lang empfangen. Zeichnet sich ab, dass der Versicherte berufsunfähig ist, sollte er den Antrag auf BU-Rente möglichst rasch stellen, weil die Bearbeitung einige Zeit dauern kann und zahlreiche Fallstricke beinhaltet. Der Versicherte muss seiner Versicherung nämlich plausibel nachweisen, dass er berufsunfähig ist, und dazu Formulare ausfüllen und Arztberichte vorlegen. Obwohl ca. 70 % der Leistungsanträge zügig bewilligt werden, ist es ratsam, sich von der Verbraucherzentrale oder in einer Anwaltskanzlei beraten zu lassen – gerade, wenn es einem durch den Grund für die Berufsunfähigkeit ohnehin schlecht geht.

Wie lange wird die Berufsunfähigkeitsrente gezahlt?

Die Zahlung der BU-Rente endet, wenn eines der folgenden Ereignisse eintritt:

  • Versicherter verstirbt.
  • Versicherter erreicht das Rentenalter bzw. die vereinbarte Versicherungsdauer endet (sollte gleichzeitig sein).
  • Versicherter wird berufsfähig – entweder in seinem alten Job oder er schult auf eine neue Tätigkeit um.

Tipp: Wer nach längerer Berufsunfähigkeit auf Stellensuche geht, braucht natürlich professionelle Bewerbungsunterlagen. Und gerade nach einiger Zeit ohne Arbeit fällt es vielen Menschen schwer, passende Formulierungen für Lebenslauf und Anschreiben zu finden. Schwierig wirds vor allem, wenn durch die Berufsunfähigkeit eine Lücke im Lebenslauf entsteht. Die sollte keinesfalls verschwiegen werden, allerdings dürfen Personaler nicht nach dem Grund dafür fragen. Überdies ist es möglich, Bewerbungskosten von der Steuer abzusetzen oder beim Arbeitsamt geltend zu machen.

Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen – worauf achten?

Wer sich dafür entscheidet, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, steht als Nächstes vor der Frage, wodurch sich ein guter Vertrag auszeichnet und was beim Ausfüllen der Unterlagen zu beachten ist. Außerdem haben viele Verbraucher Fragen rund um den idealen Zeitpunkt des Abschlusses und die Höhe der BU-Rente, die hier ebenfalls geklärt werden.

Beim Tarifvergleich

Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung enthält die folgenden Leistungen:

  • Der Verzicht auf abstrakte Verweisung ist eines der wichtigsten Kriterien. Abstrakte Verweisung bedeutet, dass die Versicherung nicht zahlt, wenn der Versicherte nicht mehr in seinem, jedoch in einem ähnlichen Beruf arbeiten kann (z. B. nicht mehr als Gärtner, aber in der Gartenabteilung im Baumarkt), unabhängig davon, ob er da eine Anstellung findet. Stattdessen steht in den Versicherungsbedingungen oft der Begriff der konkreten Verweisung. Das heißt, die BU zahlt die Rente solange, bis die versicherte Person einen Job gefunden hat, in dem sie ähnliche Vergütung bekommt wie in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf.
  • Der Prognosezeitraum sollte höchstens sechs Monate betragen und ist es im Großteil der Tarife auch. Besteht der Verdacht, dass die versicherte Person berufsunfähig ist, erhält sie eine ärztliche Prognose über die voraussichtliche Dauer der Berufsunfähigkeit. Ab sechs Monaten hat sie Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente. Sollte der Versicherungsnehmer wider Erwarten schon vorher an seinen Arbeitsplatz zurückkehren, muss er bereits erhaltene Renten bei einigen Versicherungsgesellschaften erstatten.
  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung besitzt weltweite Gültigkeit.
  • Gut ist zudem ein Tarif mit Nachversicherungsgarantie ohne erneute Risikoprüfung. Denn dann kann die Versicherungssumme nachträglich erhöht werden, Anlass dazu sind bestimmte Lebensereignisse wie Hochzeit, Geburt eines Kindes, Beförderung oder Erwerb einer Immobilie. Meistens ist dies innerhalb einer bestimmten Frist zu beantragen, Genaueres steht im Kleingedruckten. Und natürlich erhöht sich dadurch gleichermaßen der Versicherungsbeitrag.
  • Beitragsdynamik und Leistungsdynamik sind zwei weitere Möglichkeiten, um die Versicherungssumme anzupassen. Erstere meint, dass der zu zahlende Beitrag jährlich um einen geringen Prozentsatz steigt (und mit ihm die Versicherungssumme). Zweitere tritt erst ein, wenn die Versicherung die BU-Rente zahlt und diese jedes Jahr um einen kleinen Anteil aufstockt.
  • Zinslose Stundung statt Beitragsfreistellung. In finanziellen Ausnahmesituationen wie Arbeitslosigkeit, während der Leistungsprüfung oder in Elternzeit sollte es möglich sein, die Beiträge zu stunden, also ihre Zahlung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Das ist der Beitragsfreistellung vorzuziehen, weil der Versicherungsschutz erhalten bleibt.
  • Rückwirkende Leistung bei verspäteter Meldung. Nicht immer ist es versicherten Personen möglich, die Berufsunfähigkeit sofort anzuzeigen, weil sie schleichend eintritt und eine Prognose nicht möglich ist oder die Person gesundheitlich dazu nicht in der Lage ist. Es ist sinnvoll, wenn es keine oder eine mehrjährige Meldefrist für die Berufsunfähigkeit gibt und die Rente rückwirkend ab dem ersten Monat ihres Bestehens gezahlt wird.

Wann soll ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Grundsätzlich sollte die BU-Versicherung so früh wie möglich beantragt werden. Denn jüngere Menschen sind statistisch gesehen gesünder und hatten in der Vergangenheit noch nicht so viele Behandlungen, sodass sie einen niedrigeren Beitrag zahlen. Bei einer Versicherungsdauer bis zum 67. Lebensjahr zahlen sie zwar länger in die Versicherung ein, sind hingegen sofort abgesichert und haben im Schadensfall keine Mehrkosten. Vor allem, wenn Kinder einen riskanten Beruf ergreifen wollen (z. B. im handwerklichen oder sozialen Bereich), lohnt es sich, für sie schon während der Schulzeit eine BU-Versicherung abzuschließen, denn dann fällt die Risikoprüfung günstiger aus.

Wer sich hingegen erst im fortgeschrittenen Alter oder bei absehbarer Berufsunfähigkeit nach einer Versicherung umsieht, hat schlechte Karten. Entweder muss er sehr viel dafür bezahlen oder wird abgelehnt.

Wo kann ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

BU-Versicherungen können unkompliziert im Internet abgeschlossen werden. Da es sich jedoch um eine komplexe Versicherung handelt, die Versicherte ihr ganzes Arbeitsleben lang begleitet, ist es anzuraten, sich professionell beraten zu lassen. Am besten sollten Interessierte sich nach einem Versicherungsmakler oder -vertreter umschauen, der sich auf Berufsunfähigkeitsversicherungen spezialisiert hat und über Kenntnisse im medizinischen Bereich verfügt. Noch besser sind Honorarberater, weil sie unabhängig von Versicherungsgesellschaften agieren und ihre Kundschaft dadurch unvoreingenommen beraten. Allerdings muss ihre Hilfe aus eigener Tasche bezahlt werden.

Insbesondere Personen mit Vorerkrankungen sei empfohlen, eine fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen. In deren Rahmen ist es möglich, dass der Berater oder Makler sich mit einer anonymen Risikovoranfrage bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften danach erkundigt, zu welchen Bedingungen diese seinen Klienten dort gegen Berufsunfähigkeit versichern könnten. Dabei gibt er keine persönlichen Daten weiter, sodass Verbraucher nicht befürchten müssen, in die Risikowagnisdatei HIS aufgenommen zu werden.

Antrag richtig ausfüllen

Ist die Entscheidung getroffen, folgt das Ausfüllen des Antragsformulars. Dafür sollte man sich genug Zeit nehmen und sorgfältig vorgehen, denn Fehler kann die Versicherung später als Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht auslegen, was unter Umständen zur Kündigung des Vertrags führt. Von Bedeutung sind vor allem die folgenden drei Punkte.

  • Ausreichend hohe Berufsunfähigkeitsrente, um die Lebenshaltung zu bestreiten. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Versicherungssumme bei 80 % des derzeitigen Nettolohns anzusetzen. Hinzu kommen individuelle Einschränkungen der entsprechenden Versicherung.
  • Außerdem sollte der Vertrag bis zum gesetzlichen Rentenalter laufen. Endet er etwas früher, sind die Beiträge insgesamt niedriger, jedoch ist das Risiko einer Berufsunfähigkeit kurz vor der Pensionierung höher. Und eine nachträgliche Verlängerung ist nicht möglich.

Im Rahmen der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung werden zudem Gesundheitsfragen gestellt. Diese sind wahrheitsgemäß zu beantworten, weil die Versicherung sonst später die Zahlung verweigert. Meistens geht es um die Erkrankungen und Behandlungen der letzten fünf bis zehn Jahre. Hierbei kommt es vor allem auf schwerwiegende Krankheiten an, eine nicht aufgelistete Erkältung wird keine Konsequenzen haben. Um nichts zu vergessen, ist es sinnvoll, bei seiner Krankenkasse oder der kassenärztlichen Vereinigung seines Bundeslandes seine Krankenakte anzufordern.

Hinweis: Eine symptomlos verlaufene Erkrankung – zum Beispiel eine Infektion mit dem neuen Coronavirus – muss ebenfalls angegeben werden, weil die Spätfolgen momentan noch nicht absehbar sind.

Welche Kosten sind mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung verbunden?

Keine Frage, die BU-Versicherung ist eine der teuersten Versicherungen. Gleichzeitig deckt sie ein hohes Risiko ab und ist unabhängig von dem Grund der Berufsunfähigkeit, was sie von Unfall- oder Dread-Disease-Versicherungen unterscheidet.

Die Höhe des Beitrags wird von vielen Faktoren bestimmt, weshalb es nicht möglich ist, eine pauschale Aussage über die zu erwartenden Kosten zu treffen. Zum einen kommt es dabei auf das Versicherungsunternehmen und auf den Tarif an. Da jeder Anbieter eine eigene Risikobewertung vornimmt, kann es hierbei starke Unterschiede geben. Und Versicherungen mit Zusatzleistungen wie einer AU-Rente oder Sofortkapital kosten mehr. Dann wirken sich Vertragslaufzeit und Höhe der Versicherungssumme auf den Monatsbeitrag aus. Weitere wichtige Faktoren sind:

  • Einstiegsalter
  • Nikotinkonsum
  • Beruf
  • Gesundheitszustand
  • Hobbys (z. B. Extremsportarten)

Betrachten wir zwei verschiedene Personen, die beide eine BU-Versicherung über 2.000 Euro und bis zum 67. Lebensjahr abschließen (Vergleich mit Check24). Die rauchende, 35-jährige Physikerin zahlt wenigstens 76 Euro monatlich für ihre Versicherung, während eine Person im selben Alter, die nicht raucht und in der Landwirtschaft arbeitet, mindestens 159 Euro im Monat für ihre BU-Versicherung einplanen muss. Diese Beispiele sind abstrakt und dienen hier lediglich als Orientierung.

Welche Berufsunfähigkeitsversicherungen gibt es?

Clark

Clark ist ein digitaler Versicherungsmanager in App-Form, dessen Nutzung kostenlos ist. Mit ihm verschaffen sich Versicherte einen Überblick über alle ihre Versicherungsverträge und haben einen zentralen Ort, an dem sie wichtige Details nachschlagen können – etwa, wenn ein Schaden gemeldet werden muss. Gleichzeitig erinnert sie Clark an ablaufende Kündigungsfristen, falls sie eine Police nicht mehr benötigen oder beispielsweise ihre Autoversicherung wechseln wollen. Und Clark kann noch mehr. Das Unternehmen vermittelt Versicherungen und hilft beim Tarifvergleich. Bei der Anmeldung erteilen User ihm ein Maklermandat, sodass Clark in ihrem Namen Verträge kündigen oder neu abschließen kann.

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CosmosDirekt

Die Berufsunfähigkeitsversicherung der CosmosDirekt ist modular aufgebaut, ein Basistarif kann um verschiedene Bausteine ergänzt werden, um so die Versicherung zu individualisieren. Möglich ist eine Versicherungssumme zwischen 500 und 5.000 Euro, höchstens 60 % des Bruttoeinkommens, darüber hinaus sind folgende Leistungen im Basistarif enthalten:

  • Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung
  • Verzicht auf abstrakte Verweisung
  • Rückwirkende Leistung bei verspäteter Meldung

Außerdem wird die BU-Rente unter Umständen ohne Prüfung ausgezahlt, wenn die versicherte Person bereits eine volle Erwerbsminderungsrente bekommt und bei bestimmten Anlässen ist eine Beitragsstundung möglich. Allerdings beträgt der Prognosezeitraum 36 Monate, der verkürzte Prognosezeitraum ist lediglich im optionalen Premium-Schutz enthalten. Weitere Zusatzbausteine umfassen eine Sofortleistung bei schwerer Krankheit oder eine AU-Rente.

Wer noch nicht 30 ist, kann bei CosmosDirekt eine BU-Versicherung als Startervariante abschließen. Dabei ist der Beitrag die ersten fünf Jahre reduziert, erst danach ist er in voller Höhe zu zahlen. Ideal für alle, die noch in der Ausbildung sind oder am Anfang ihrer Karriere stehen.

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Getsurance

Getsurance bietet die nach eigenen Angaben einfachste Berufsunfähigkeitsversicherung Deutschlands an. Das liegt an der digitalen Abwicklung und der einfachen Antragstellung mit neun Gesundheitsfragen, wobei die Rente mit höchstens 60 % des aktuellen Nettoeinkommens recht knapp kalkuliert ist. Es gibt drei Tarife, die sich in den Ursachen der Berufsunfähigkeit unterscheiden:

  • Job Start (nur Unfall)
  • Job Comfort (keine psychischen Erkrankungen)
  • Job Premium (alle Gründe)

Durch diese Trennung können bei Getsurance Menschen mit psychischer Vorerkrankung ebenfalls eine BU-Versicherung erhalten. Sie schließen zunächst den Tarif Job Comfort ab, der wichtige Leistungen wie Verzicht auf abstrakte Verweisung, rückwirkende Rentenzahlung bei verspäteter Meldung oder Nachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung umfasst. Frühestens zehn Jahre nach der letzten Behandlung oder Beratung haben sie dann die Möglichkeit, in den höheren Tarif zu wechseln.

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Hannoversche

Bei der Hannoverschen gibt es eine Berufsunfähigkeitsversicherung in vier Tarifen, Basis, Plus, Comfort und Exklusiv. In allen ist Folgendes enthalten:

  • Rente ab 50 % Berufsunfähigkeit
  • vorläufiger Versicherungsschutz ab Antragseingang bis zu 1000 Euro
  • Verzicht auf abstrakte Verweisung
  • sechsmonatiger Prognosezeitraum
  • Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsprüfung, entweder alle fünf Jahre oder zu bestimmten Anlässen
  • gilt weltweit
  • Überschussbeteiligung
  • Kapitalhilfen
  • Soforthilfe bei unfallbedingter BU

Wem dies genügt, der ist mit dem Basistarif gut bedient. Falls Extras wie eine AU-Rente, Sofortleistungen bei Diagnose einer schweren Erkrankung oder Anwartschaft auf eine Risikolebensversicherung gewünscht sind, muss einer der höheren Tarife abgeschlossen werden. Zudem bietet die Hannoversche eine Ergänzung um die Zusatzbausteine Beitragsdynamik und Familienrabatt an. Personen mit Vorerkrankungen können überdies den anonymen Gesundheitscheck online nutzen.

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Savme Gehaltsschutz

Der Gehaltsschutz-Schutzbrief von Savme richtet sich ausschließlich an Erwerbstätige mit sozialversicherungspflichtigem Einkommen. Er soll bei Arbeitslosigkeit und/oder unfall-bzw. krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit die Lücke schließen, die zwischen dem derzeitigen Einkommen und dem Arbeitslosengeld I bzw. dem Krankentagegeld entsteht. In dem Fall wird nach einer Karenzzeit von 42 Tagen (Krankengeld) oder 60 Tagen (ALG I) eine monatliche Zahlung von höchstens 2000 Euro geleistet, der exakte Betrag richtet sich nach dem Nettoeinkommen. Bei Arbeitslosigkeit zahlt Savme die Leistung sogar rückwirkend.

Es ist möglich, den Gehaltsschutz für Arbeitslosigkeit, für Arbeitsunfähigkeit oder beide Ereignisse abzuschließen. Bei Antragstellung darf noch keine Kenntnis über eine betriebsbedingte Kündigung vorliegen, zudem gilt eine Wartezeit von 90 Tagen. Diese entfällt, wenn die versicherte Person durch einen Unfall arbeitsunfähig wird. Ferner ist zu beachten, dass in den Versicherungsbedingungen eine Arbeitsunfähigkeit durch Pandemien ausgeschlossen ist. Es ist daher fraglich, ob Savme eine Covid-19-Erkrankung als Leistungsgrund anerkennt.

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Swiss Life

Bei der Swiss Life kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung über 500 bis 2500 Euro abgeschlossen werden. Des Weiteren gibt es dort Sondertarife für Lernende, Studierende und Auszubildende mit einem ermäßigten Anfangsbeitrag bei voller Leistung. Überdies bietet Swiss Life BU-Versicherungen für Angehörige spezieller Branchen an, diese laufen über die entsprechenden Versorgungswerke (z. B. MetallRente oder KlinikRente). Im Grundtarif enthalten sind die Nachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung bei bestimmten Anlässen, ein Verzicht auf abstrakte Verweisung und Akuthilfe bei Diagnose einer schweren Erkrankung in Form einer zwölfmonatigen Rentenzahlung. Außerdem besteht bereits während des Versicherungsabschlusses ein vorläufiger Schutz. Versicherte, die in einen weniger riskanten Beruf wechseln, melden dies der Swiss Life und zahlen dann einen geringeren Beitrag. Optional können weitere Bausteine hinzugebucht werden, unter anderem eine AU-Rente, Krankentagegeld sowie die dynamische Leistungs- oder Beitragssteigerung.

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In diesem Artikel berichten wir über verschiedene Produkte. Diese Produkte sind teilweise mit sogenannten Partner-Links versehen: Wenn Sie über einen solchen Link ein Produkt bestellen, bekommen wir in einigen Fällen eine Provision. Der Preis für Sie bleibt dabei unverändert. Um Provisionen zuordnen zu können, nutzen unsere Partner erforderliche Cookies, die bei Klick auf die Partner-Links gesetzt werden. Die Provisionen haben keine Auswirkung auf unsere Beurteilungen oder Testergebnisse.

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