Nach einer Welle von schweren Lungenerkrankungen in den USA, bei denen die Behörden einen Zusammenhang zu E-Zigaretten vermuten, wurde jetzt auch ein Mann in Kanada wegen des Konsums von E-Zigaretten im Krankenhaus behandelt.

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Ein junger Mann in Kanada zog sich wegen des täglichen Rauchens von E-Zigaretten eine schwere Atemwegserkrankung zu. Er musste im Krankenhaus medizinisch behandelt werden. Das teilten die Behörden in Ontario mit.

"Nach unseren Informationen ist es der erste in Kanada gemeldete Krankheitsfall in Verbindung mit E-Zigaretten", sagte der Vertreter einer regionalen Gesundheitsbehörde.

Bei der Person, die das Krankenhaus nach einer Behandlung auf der Intensivstation wieder verlassen konnte, handle es sich um eine Schülerin oder einen Schüler.

Kein Mundgeruch mehr, keine Zahnverfärbungen, kein Husten, bessere Haut, mehr Geld in der Tasche - nur ein paar Argumente, sich das Rauchen abzugewöhnen.

E-Zigarette: Regierung zieht weitere Werbe-Restriktionen in Betracht

In Kanada und den USA sind elektronische Zigaretten seit 2006 auf dem Markt. Obwohl der Verkauf an Minderjährige verboten ist, nahm der Konsum unter kanadischen Jugendlichen in den vergangenen Jahren enorm zu.

Die kanadische Gesundheitsministerin Ginette Petitpas Taylor teilte mit, die Regierung von Premierminister Justin Trudeau ziehe Werbe-Restriktionen für E-Zigaretten in Betracht.

Am Mittwoch hatte die indische Regierung ein vollständiges Verbot elektronischer Zigaretten verkündet. Auch in den US-Bundesstaaten Michigan und New York gelten für einige der Produkte Verbote.

Die US-Regierung plant nach eigenen Angaben ein landesweites Verbot von E-Zigaretten mit Aromastoffen. Die US-Gesundheitsbehörden sind alarmiert wegen einer Welle von schweren Lungenerkrankungen, bei denen ein Zusammenhang mit E-Zigaretten vermutet wird. Mehr als 450 Fälle sind bislang bekannt, sechs der betroffenen Patienten starben. Viele der Erkrankten sind junge Leute.

Besser oder schlechter für die Gesundheit?

Die großen Tabakkonzerne haben E-Zigaretten in den vergangenen Jahren auf der Suche nach neuen Kunden aggressiv beworben: Nach ihren Angaben sind die Produkte deutlich weniger gefährlich als traditionelle Zigaretten.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bergen die batteriebetriebenen Geräte, bei denen mit Nikotin versetzte Flüssigkeiten verdampft werden, aber durchaus Gesundheitsrisiken für die Konsumenten. Sie fordert deshalb deren Regulierung. Kritiker befürchten vor allem, dass E-Zigaretten Jugendliche an den Tabakkonsum heranführen. (awa/afp)

Lebensgefährlicher Dampf: Heiße Spur bei E-Zigaretten

Nach zwei Todesfällen und mehr als 200 Lungenerkrankungen im möglichen Zusammenhang mit dem Gebrauch von E-Zigaretten gibt es anscheinend eine erste heiße Spur.