In diesem Jahr summen ungewöhnlich viele Mücken durch Deutschland. Die Plagegeister sind nicht nur lästig, sondern haben auch das Potenzial, Krankheiten zu übertragen. Schutzlos ist der Mensch aber nicht - und auch nach dem Stich gibt es Dinge zu beachten.

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Sie surren, sie stechen – und sie können ziemlich nerven: In diesem Sommer schwirren besonders viele Mücken durch Deutschland. Stark betroffen sind der Süden, der Ostern und der Westen. Lediglich im Norden hatten die Mücken bislang kein ganz so erfolgreiches Jahr.

Wissenschaftler haben festgestellt, dass einige Mücken den Erreger der Borreliose in sich tragen. Muss man sich nun nach einem Stich sorgen machen, dass man krank wird? Und wie kann man sich effektiv vor den Plagegeistern schützen?

Was ist der Grund für die Mückenplage?

Die Mücken hatten zuletzt besonders gute Bedingungen: Es war warm und feucht zugleich. So konnten sie sich wunderbar vermehren. Durch Gewitter gab es immer irgendwo eine Pfütze für den Nachwuchs, der zunächst als Larve im Wasser aufwächst.

Zudem sind die natürlichen Feinde der Mücke in diesem Jahr spät gekommen: Mehlschwalben und Mauersegler blieben hinter den Alpen hängen, weil es im Frühling noch lange kalt war. Einige zogen erst gar nicht mehr bis nach Deutschland, sondern blieben gleich im Süden von Europa.

Kann man durch einen Mückenstich Borreliose bekommen?

Wissenschaftler des Senckenberg-Instituts haben bereits 2016 nachgewiesen, dass einige Mücken in Deutschland den Erreger der Borreliose in sich tragen.

Die Krankheit zeigt sich in vielen Fällen zunächst durch einen großflächigen Hautausschlag, der auch als Wanderröte bezeichnet wird. Im weiteren Verlauf kann sie unter anderem zu chronischen Entzündungen an Gelenken führen.

Weiterhin sind in Deutschland allerdings nicht Mücken, sondern Zecken die Hauptüberträger der Borreliose. Nach einem Mückenstich an Borreliose zu erkranken, ist zwar nicht unmöglich, aber sehr unwahrscheinlich.

Warum die Übertragungsrate bei Mücken im Vergleich zu Zecken so gering ist, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Eine Theorie dafür ist, dass der Stich deutlich kürzer dauert und Mücken nicht so tief in die Haut eindringen wie Zecken.

Wer nach einem Mückenstich Symptome beobachtet, die auf eine Borreliose hindeuten, sollte aber zum Arzt gehen. Dazu zählt insbesondere die großflächige Rötung, die einige Tage bis Wochen nach dem Stich auftreten kann.

Sind Mückenstiche gefährlich?

Eher nein. Grundsätzlich sind die meisten Mückenstiche vor allem lästig, aber harmlos. Sie vergehen nach einigen Tagen von selbst wieder. Allerdings können auch Erreger in die kleine Stichwunde gelangen. Das gilt umso mehr dann, wenn man sich an der Stelle kratzt. Dann kann der Stich sich entzünden und fühlt sich heiß an. Die Haut schwillt großflächig an und schmerzt.

Manche Menschen reagieren auch allergisch auf Mückenstiche. In der Regel ist das nicht so stark ausgeprägt wie beispielsweise bei einer Allergie auf Bienen- oder Wespenstiche.

Aber es kann durchaus zu einer sehr starken Schwellung und Kreislaufproblemen kommen. Wer damit Probleme hat oder einen stark geröteten Stich bemerkt, sollte sich zur Sicherheit besser bei einem Arzt vorstellen.

Können Mücken Krankheiten übertragen?

Einige Viren finden in Mücken optimale Lebensbedingungen vor und können über einen Stich übertragen werden. Das gilt aber vor allem für Mücken, die in tropischen Gebieten leben. Bislang sind in Deutschland rund 50 Mückenarten heimisch. Die meisten von ihnen übertragen keine gefährlichen Krankheiten. Es haben sich aber auch Arten angesiedelt, die grundsätzlich das Potenzial haben, Erreger zu verbreiten.

Das gilt zum einen für die Asiatische Tigermücke, die beispielsweise in Bayern und Thüringen gesichtet wurde, wie auch für die Asiatische Buschmücke, die sich unter anderem in Sachsen verbreitet hat. Bislang ist aber kein Fall bekannt, in dem eine Mücke in Deutschland Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder das West-Nil-Virus übertragen hat.

Das liegt unter anderem daran, dass nicht jede dieser Mücken automatisch gefährliche Erreger in sich trägt. Allerdings wurde kürzlich bei Mücken in Tschechien das West-Nil-Virus nachgewiesen, das ähnlich wie ein grippaler Infekt verläuft, aber durch eine Hirnhautentzündung auch zum Tod führen kann.

Bislang gab es auch dort keine Krankheitsfälle bei Menschen, aber potenziell sind sie möglich. Insofern ist es auch denkbar, dass in Deutschland einmal gefährliche Krankheiten von Mücken übertragen werden könnten. Aktuell besteht aber kein Grund zur Sorge. Sinnvoll ist es aber in jedem Fall, sich vor Stichen zu schützen.

Was hilft wirklich gegen Mücken?

Es kursieren alle möglichen Tipps zu Mitteln und Hausmitteln gegen Mücken.

Was tatsächlich hilft:

- lange Kleidung tragen

- Insektennetze an den Fenstern anbringen oder über dem Bett ein Moskitonetz aufhängen

- Stehendes Wasser im Garten abdecken oder ausgießen. Mücken brauchen Gewässer, um sich zu vermehren. Dafür reicht ihnen bereits ein Blumenuntersetzer oder eine Vogeltränke. Regentonnen sollte man mit einem Netz abdecken.

- Mückenschutzmittel auf die Haut auftragen. Besonders effektiv sind Mittel mit den Wirkstoffen DEET und Icaridin. Insbesondere Mittel mit DEET sollte man nicht zu häufig verwenden, da der Wirkstoff auch auf das Nervensystem wirkt und Reizungen verursachen kann. Dafür ist er aber äußerst wirksam gegen Mücken. Was wirklich wirkt, hat auch die Stiftung Warentest geprüft.

- Verdampfer mit Bioziden einsetzen. Allerdings haben auch sie Nebenwirkungen: Was Mücken wirksam tötet, kann insbesondere Allergiker reizen.

- Ventilatoren - Mücken mögen keinen Wind

Was oft empfohlen wird, aber eher nicht hilft:

- Apps, die Mücken mit Geräuschen vertreiben sollen

- Vitamin-B-Tabletten

- Knoblauch, weder in eingenommener Form noch auf der Haut

- Zitronen- und Lavendelöl: Die Wirkung hält oft nur sehr kurz an.

Was lindert den fiesen Juckreiz?

Ganz wichtig ist es, sich nicht zu kratzen, damit der Stich sich nicht entzündet. Hitze wie auch Kälte lindern den Juckreiz. Dazu sind zum Beispiel Quark, kaltes Wasser oder Eiswürfel geeignet. Es hilft auch, Spucke auf den Stich zu geben, da auch sie kühlt. Wer etwas Kochsalz dazugibt, desinfiziert zugleich die kleine Wunde. Alkohol auf der Stichstelle hat einen ähnlichen Effekt.

Es hilft darüber hinaus, die Stelle zu erhitzen, da dabei unter anderem Histamin zerstört wird, das für die körperliche Reaktion auf den Stich sorgt. In Apotheken und in Drogeriemärkten gibt es stiftartige Geräte, die sich punktuell auf rund 50 Grad Celsius aufheizen.

Sie wirken umso besser, je eher man den Stich bemerkt. Ist gerade kein Gerät zur Hand, kann man auch einen Metalllöffel erhitzen und auf den Stich drücken. Schwillt der Stich stark an, gilt auch hier: zum Arzt gehen.

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