• Eine neue Studie zeigt, dass es bei Diäten tatsächlich einen Unterschied machen kann, zu welcher Tageszeit man die meisten Kalorien zu sich nimmt.
  • Zwar ist die gesamte Anzahl der Kalorien entscheidend, allerdings wirkt sich die Zeit, zu der man isst, auf das Hungergefühl aus.

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Nicht mehr nach 18 Uhr essen, kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen oder ist es doch nur das Kaloriendefizit, das beim Abnehmen hilft? Rund um Diäten gibt es eine Menge Theorien. Eine davon widerlegt nun eine neue Studie.

Dabei haben sich die Forscherinnen und Forscher mit der Frage beschäftigt, ob es beim Abnehmen einen Unterschied macht, zu welchen Tageszeiten man Nahrung zu sich nimmt. Bereits im Jahr 2013 hatten zwei Studien verdeutlicht, dass die Aufnahme von mehr Kalorien am Morgen und weniger am Abend beim Abnehmen hilft. Diese Ergebnisse bestätigt die neue einerseits – und widerlegt sie auch andererseits.

Die Forschenden fanden heraus, dass es hilfreich bei Diäten ist, morgens mehr Kalorien zu sich zu nehmen als abends. Allerdings nicht, weil dies Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die Gewichtsabnahme hat.

Tageszeit der Kalorienaufnahme beeinflusst das Abnehmen subjektiv nicht

Ein Wissenschaftsteam der britischen Universitäten Aberdeen und Surrey hat seine Studie auf der Plattform "Cell Metabolism" veröffentlicht. Für die Untersuchung verglichen die Forscherinnen und Forscher die morgendliche und abendliche Zufuhr bei Diäten.

Für die Crossover-Studie beobachteten sie 30 Probanden mit Übergewicht jeweils vier Wochen lang. In einer Testphase aßen diese 45 Prozent der täglichen Kalorien am Morgen, 35 Prozent mittags und abends nur noch 20 Prozent. Danach starten sie mit 20 Prozent der täglichen Kalorien in den Tag und aßen abends 45 Prozent. Das Mittagessen blieb gleich. Alle Nahrungsmittel und Getränke wurden gestellt, sodass alle dieselbe Nährstoffzusammensetzung erhielten. Alle Probanden nahmen an beiden Diäten teil, sodass die Auswirkungen der Mahlzeitenmuster bei denselben Personen verglichen werden konnten.

"Wir gingen davon aus, dass ein großes Frühstück und ein kleines Abendessen den Kalorienverbrauch und die Gewichtsabnahme erhöhen würden", schreiben die Studienautoren um Jonathan Johnston, Professor für Chronobiologie und Integrative Physiologie von der Universität Surrey in einem Artikel für "Science Alert".

"Wir konnten keine Unterschiede im täglichen Gesamtenergieverbrauch oder im Ruheumsatz im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Kalorienverteilung nachweisen, und auch keinen Unterschied im Gewichtsverlust", heißt es in der Studie jedoch. Auch bei den täglichen Blutzucker-, Insulin- und Blutfettwerten gab es keine Unterschiede.

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Deshalb hilft ein ausgewogenes Frühstück dennoch beim Abnehmen

Allerdings hätten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die morgens viel aßen, von einem "deutlich geringerem Hungergefühl" berichtet. Somit könne ein großes Frühstück "durch eine stärkere Unterdrückung des Appetits die Einhaltung der Gewichtsabnahme unterstützen", schlussfolgert das Forschungsteam.

Das erklärt wahrscheinlich den Gewichtsverlust durch Diäten, bei denen morgens mehr gegessen wird als abends, heißt es weiter. "Dieser Effekt könnte für Menschen, die abnehmen wollen, nützlich sein, da er ihnen helfen könnte, ihren Hunger besser zu kontrollieren und weniger zu essen."

Verwendete Quellen:

  • Sciencealert.com: "Does a Big Breakfast Actually Help Weight Loss? Surprise New Finding" (12. September 2022)
  • cell.com: "Timing of daily calorie loading affects appetite and hunger responses without changes in energy metabolism in healthy subjects with obesity" (9. September 2022)
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