Wenn ein Mensch etwa ein Drittel seines Blutes verliert, gerät er in Lebensgefahr. Doch was steckt hinter diesem besonderen Saft und warum ist er so lebenswichtig für uns? Anlässlich des Weltblutspendetags am 14. Juni haben wir einige Fakten zum roten Lebenselixier zusammengestellt.

Fünf bis sechs Liter Blut fließen durch den Körper eines erwachsenen Menschen. Mit jedem Schlag pumpt das Herz rund 70 Milliliter durch die Gefäße, die sich über 100.000 Kilometer Gesamtlänge durch den Körper ziehen. Jede Minute wird das Blut einmal durch den gesamten Kreislauf geschickt. Das sind knapp fünf Liter Blut pro Minute oder etwa 7.000 Liter an einem Tag.

Das Blut hat verschiedene lebenswichtige Funktionen: Es versorgt den Menschen von Kopf bis Fuß mit Nährstoffen und Sauerstoff, transportiert Abfallstoffe wie Kohlendioxid ab und sorgt dafür, dass die Wärme gleichmäßig verteilt wird. Zudem transportiert Blut Hormone und andere Botenstoffe und wehrt Krankheitserreger ab.

Blut entsteht im Knochenmark

Wie heißt es so schön: Blut ist dicker als Wasser. Das hat nicht nur einen symbolischen Wert. Blut besteht zwar zu 55 Prozent aus flüssigem Material. Die restlichen 45 Prozent setzen sich aber aus festen Teilen, den Blutzellen, zusammen. Den flüssigen Teil nennt man Blutplasma. Dieses besteht zu 91 Prozent aus Wasser. Die restlichen neun Prozent sind Nährstoffe, Hormone, Mineralien und mindestens 120 verschiedene Eiweißstoffe, die zum Beispiel für die Blutgerinnung und die Abwehr von Infektionen wichtig sind.

Humbug oder nicht: Das steckt hinter der mysteriösen Blutgruppendiät.

Die meisten Blutzellen entstehen im Knochenmark. Hier reifen aus den sogenannten Stammzellen über eine Reihe von Vorstufen die verschiedenen Blutzellen heran. Man unterscheidet hier rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sowie Blutplättchen (Thrombozyten).

Blut versorgt den Körper mit Sauerstoff und ist gleichzeitig Abwehrsystem

Die roten Blutkörperchen sind mit Abstand am häufigsten im Körper zu finden. Für deren rote Farbe ist das Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, verantwortlich. Die runden, in der Mitte eingedellten Scheibchen können sich leicht verformen und sich so durch jedes Blutgefäß zwängen. Ihre wichtigste Aufgabe ist, die Körperzellen mit Sauerstoff zu versorgen und gleichzeitig das Abfallprodukt Kohlendioxid abzutransportieren, damit es über die Lunge wieder abgeatmet werden kann.

Die weißen Blutkörperchen werden gerne auch als Körperpolizei bezeichnet, denn sie sind für das Abwehrsystem zuständig. Ihre Aufgabe ist es, körpereigene Stoffe von Fremdsubstanzen zu unterscheiden und Krankheitserreger wie Bakterien und Viren unschädlich zu machen.

Die Blutplättchen kommen bei Verletzungen zum Einsatz und spielen bei der Wundheilung eine entscheidende Rolle. Sie verschließen die Wunde und übernehmen die Blutgerinnung.

Unterschiedlichen Blutgruppen

Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte Karl Landsteiner, dass sich menschliches Blut in die vier Hauptblutgruppen A, B, AB und 0 einteilen lässt. In Mitteleuropa kommen mit jeweils über 40 Prozent am häufigsten die Blutgruppen A und 0 vor.

Vier Jahrzehnte später stellte Landsteiner mikroskopisch kleine Eiweißstrukturen auf den roten Blutkörperchen und im Plasma fest. Je nachdem, ob bestimmte Eigenschaften vorhanden sind oder nicht, wird seitdem zwischen Rhesus positiv und Rhesus negativ unterschieden. 85 Prozent der Bevölkerung sind Rhesus positiv, 15 Prozent Rhesus negativ.

Die Pärchen haben eine besondere Wirkung - aber nicht in jeder Kultur.

Blutspenden

Blut lässt sich bisher nicht künstlich herstellen. Daher ist die Medizin auf Blutspenden angewiesen. Laut dem Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes werden allein in Deutschland pro Tag durchschnittlich 15.000 davon benötigt. Viele Operationen, Transplantationen und Behandlungen von Patienten mit bösartigen Tumoren sind nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich.

Statistisch gesehen wird das meiste Blut zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Aber auch bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen.

Braucht ein Patient das Blut eines anderen Menschen, muss die Blutgruppe übereinstimmen oder verträglich sein. Anderenfalls würde der eigene Körper die fremden Blutzellen abstoßen. Oder andersherum: Die fremden Zellen würden die eigenen Blutzellen zerstören. Das kann zu schweren Komplikationen bis hin zum Tod führen. Deshalb ist bei einer Bluttransfusion höchste Vorsicht geboten.

Frauen dürfen nur vier Mal pro Jahr spenden - Männer sechs Mal

Da dem Körper bei einer Blutspende Eisen verloren geht, dürfen Frauen nur vier Mal und Männer sechs Mal pro Jahr spenden. Jeder gesunde Mensch verfügt zwar über eine natürliche Eisenreserve, mit der Verluste ausgeglichen werden können. Aber es dauert etwa zwei Monate bis der Eisenverlust wieder kompensiert ist.

Der Flüssigkeitshaushalt nach einer Blutspende kann in wenigen Stunden wieder ausgeglichen werden. Daher ist es auch so wichtig vor und nach der Spende ausreichend Wasser zu trinken. Die Blutzellen hat der Körper nach etwa zwei Wochen erneuert.