(ssl) Am Dienstag wurde bekannt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem geistig verwirrten Mann verfolgt wurde. Am vergangenen Wochenende war der Stalker festgenommen worden, doch am Dienstagabend war er für mehrere Stunden verschwunden.

Der Mann war von der Polizei in die offene psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses in Angermünde eingewiesen worden. Er wurde jedoch nicht bewacht. Als er beim Abendessen nicht auftauchte, wurde eine Fahndung nach ihm ausgeschrieben. Mitarbeiter des Landeskriminalamtes (LKA) fassten den Mann um 20.45 Uhr bei Chorin (Brandenburg).

Der Stalker war zweimal bis zu Merkels Wochenendhaus in der Uckermark vorgedrungen. Nach Angaben der „Berliner Zeitung“ handelt es sich bei dem geistig verwirrten Mann um Christian J. aus Mecklenburg-Vorpommern. Er soll als Bibliothekar und freier Journalist gearbeitet haben.

Nach eigenen Angaben konnte Christian J. das Grundstück in Brandenburg betreten, ohne dass dies von der Polizei bemerkt wurde. Der Zeitung sagte er "Da auf mein Klingeln an der Tür niemand geöffnet hat, bin ich in den Garten gegangen, wo ich die Kanzlerin antraf, die gerade ein Telefonat führte. Ich habe ihr einen Brief übergeben und bin dann wieder gegangen." Die Polizei, die ihn beim Verlassen des Grundstücks beobachtete, habe ihn nicht aufgehalten.

Er selbst sieht sich als Friedensaktivist. Bei dem Brief, den er Angela Merkel übergab, handelt es sich um einen Friedensplan für den Nahen Osten.